Du reißt die Packung auf, nimmst die weiße Kugel heraus und kippst die Flüssigkeit in den Ausguss. Schnell, gedankenlos, wie immer. Dabei riecht diese Flüssigkeit nach Käse, nach Salz, nach etwas, das man eigentlich in keinem Kochtopf vermissen möchte.
Mozzarella-Wasser ist kein Abfallprodukt. Es ist Salzlake oder Molke – und beides steckt voller Geschmack und Nährstoffe, die sich direkt in der Küche einsetzen lassen. Die Frage ist nur: Worin genau?
Was Mozzarella-Wasser wirklich ist – und warum es nicht neutral schmeckt
Mozzarella liegt nicht in gewöhnlichem Wasser. Die Flüssigkeit ist entweder Salzlake oder Molke – je nach Hersteller und Sorte. Beide Varianten erfüllen denselben Zweck: Sie verhindern, dass der Käse austrocknet, und verlängern seine Haltbarkeit.
Molke entsteht als Nebenprodukt bei der Käseherstellung. Wenn Milch mit Lab oder Milchsäurebakterien versetzt wird, trennt sich die feste Masse vom flüssigen Anteil. Diese Flüssigkeit ist die Molke. Sie besteht zwar überwiegend aus Wasser, enthält aber auch Mineralstoffe und Vitamine, darunter Vitamin B1, Vitamin B2, Eisen, Kalium und Calcium.
Salzlake hingegen ist einfacher zusammengesetzt, aber nicht weniger nützlich: Sie bringt gezielten Salzgeschmack in jedes Gericht, das du damit zubereitest. Beide Varianten lohnen sich, aufzuheben.
5 Gerichte, die du mit Mozzarella-Wasser gezielt verbesserst
Das Prinzip ist denkbar einfach: Du ersetzt beim Kochen oder Backen einen Teil des Wassers durch die Mozzarella-Flüssigkeit. Weil die Lake bereits salzig ist, gibst du beim Würzen deutlich weniger Salz hinzu als sonst – am besten probierst du zwischendurch ab.
- Selbst gemachter Pizzateig – Die Flüssigkeit gibt dem Teig ein feines Käsearoma, das du mit normalem Wasser nicht erreichst.
- Brotteig (zum Beispiel für Weißbrot oder Wurzelbrot) – Molke macht den Teig geschmeidiger und sorgt für eine aromatischere Krume.
- Marinaden und Grillmarinaden – Die salzige Würze der Lake zieht tief ins Fleisch oder Gemüse ein.
- Risotto – Statt eines Teils der Gemüsebrühe nimmst du Mozzarella-Flüssigkeit; das Ergebnis ist cremiger und runder im Geschmack.
- Suppen und Eintöpfe – Ob Tomatensuppe oder Maronensuppe: Ein Schuss Molke verleiht der Basis mehr Tiefe.
Entscheidend ist das Abschmecken. Wer zu viel Lake auf einmal verwendet, riskiert ein zu salziges Ergebnis. Fang mit einem Drittel der angegebenen Wassermenge an und taste dich vor.
Mozzarella nicht aufgebraucht? So rettest du den Rest
Bleibt nach dem Kochen ein Stück Mozzarella übrig, kommt die eigene Lake wieder ins Spiel: Leg den Rest einfach darin ein und bewahre ihn im Kühlschrank auf. Er bleibt so deutlich länger frisch, als wenn er ohne Flüssigkeit im Behälter liegt.
Die Flüssigkeit selbst hält sich, in einem verschlossenen Behälter im Kühlschrank gelagert, rund eine Woche. Wer größere Mengen hat oder sie nicht so schnell verbraucht, friert sie am besten portionsweise ein – ein Eiswürfelbehälter eignet sich dafür ideal. So lässt sich die Lake jederzeit dosiert entnehmen.
Burrata-Wasser funktioniert genauso
Burrata ist dem Mozzarella eng verwandt, hat aber eine cremige Füllung, die auch Sahne enthält. Wie Mozzarella wird Burrata in Molke oder Salzlake aufbewahrt. Die Flüssigkeit lässt sich daher auf exakt dieselbe Weise verwenden.
Der Geschmack der Burrata-Lake ist mitunter etwas reicher, weil die Sahne der Füllung leicht in die Flüssigkeit übergeht. Das macht sie besonders interessant für Suppen und Saucen, bei denen du eine feine Cremigkeit anstrebst.
Ein Wort zur Herkunft des Käses
Wer Mozzarella und Burrata regelmäßig kauft, sollte einen Blick auf das Siegel werfen. Die Tierschutzorganisation PETA weist darauf hin, dass die konventionelle Milchproduktion erhebliches Tierleid mit sich bringt: Kühe und Büffel werden künstlich befruchtet, müssen unnatürlich hohe Milchmengen produzieren und werden kurz nach der Geburt von ihren Kälbern getrennt.
Wer das vermeiden möchte, greift zu Milchprodukten von Anbietern mit strengen Bio-Zertifikaten. Bioland, Naturland und Demeter haben verbindliche Kriterien für artgerechte Tierhaltung – und diese Siegel finden sich inzwischen auch auf Mozzarella in vielen deutschen Supermärkten.
Wer einmal damit anfängt, die Mozzarella-Lake aufzuheben, wird sie kaum noch wegschütten – und mit der Zeit entwickelt sich ein Gespür dafür, in welchem Gericht sie am meisten bewirkt.



