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Nusseis ohne Nüsse, Pistazieneis ohne Pistazie – worauf du in der Eisdiele wirklich achten solltest

Nusseis ohne Nüsse, Pistazieneis ohne Pistazie – worauf du in der Eisdiele wirklich achten solltest

Eine Kugel Eis kostet heute zwischen 1,80 und 2,50 Euro – umso ärgerlicher, wenn darin steckt, was man nicht erwartet oder was man gar nicht möchte. Viele Eisdielen arbeiten mit Fertigpulver, Aromen und Farbstoffen, ohne dass Kundinnen und Kunden das auf den ersten Blick erkennen können.

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„Selbstgemacht“ ist keine geschützte Aussage

Der Hinweis „aus eigener Herstellung“ oder „selbstgemacht“ klingt nach Qualität, ist rechtlich aber nicht verbindlich. Er kann bedeuten, dass ein Eisverkäufer Fertigpulver anrührt, eine fertige Grundmasse mit Früchten verfeinert oder das Eis tatsächlich von Grund auf selbst herstellt. Die Verbraucherzentrale fordert deshalb mehr Transparenz von Eisherstellern.

Zutaten müssen Eisdielen grundsätzlich nicht angeben. Deklarationspflichtig sind nur Allergene sowie bestimmte Zusatzstoffe wie Farbstoffe. Wer wissen möchte, was genau im Eis steckt, muss nachfragen.

Grell-bunte Farben und hohe Eistürme als Warnsignal

Auffällig bunte Farben in der Eisvitrine können ein Hinweis auf industrielle Herstellung mit Zusatzstoffen sein. Auch ein beeindruckend hoch aufgetürmtes Eis ist kein Qualitätsmerkmal an sich – es kann auf den Einsatz von Emulgatoren hinweisen. Diese sorgen dafür, dass sich Zutaten besser vermischen und das Eis langsamer schmilzt.

Schmilzt das Eis auch in der Hand ungewöhnlich langsam, ist das ein weiterer Indikator für Emulgatoren. Allerdings kann auch das Kühlgerät eine Rolle spielen: Kühlt es von oben, lässt sich hoch aufgetürmtes Eis laut Stern auch ohne Zusatzstoffe in Form halten.

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Ein weit verbreiteter Emulgator ist Lecithin (E 322), das als gesundheitlich unbedenklich gilt. Es wird häufig aus Sojapflanzen oder Sonnenblumen gewonnen. Personen mit Sojallergie, die auf Sojalecithin reagieren, sollten beim Eisdielen-Besuch besonders aufmerksam sein.

Ebenfalls ein Hygiene-Check wert: Schürzen, Eisportionierer und Behälter. Sichtbare Verunreinigungen können auf mangelnde Hygiene und eine erhöhte Keimzahl im Eis hinweisen.

Eiscreme, Milcheis, Cremeeis – was steckt dahinter

Die Begriffe werden oft durcheinandergebracht. Das Deutsche Lebensmittelbuch definiert verschiedene Kategorien:

  • Eiscreme enthält mindestens zehn Prozent Milchfett und ist nicht für Veganerinnen und Veganer geeignet.
  • Milcheis enthält mindestens 70 Prozent Milch.
  • Sahneeis enthält mindestens 18 Prozent Milchfett aus Sahne.
  • Cremeeis enthält Ei.
  • Steht nur „Eis“ an der Vitrine, können anstelle von Milchfett günstigere pflanzliche Fette verwendet worden sein.

Diese Leitsätze sind für Eisdielen jedoch nicht verbindlich, die Einhaltung ist freiwillig. Deshalb kann es vorkommen, dass Fruchteis weniger als die geforderten 20 Prozent Fruchtanteil enthält, dass Vanilleeis keine echte Vanille enthält oder dass Schokoeis nur mit Kakao statt mit Schokolade hergestellt wurde.

Nusseis: Hier wird besonders häufig getrickst

Bei Nusseis stimmt der Inhalt besonders oft nicht mit dem Namen überein, wie eine Recherche des NDR-Verbrauchermagazins „Markt“ zeigt. Bei Pistazieneis wird der fehlende Nussanteil häufig durch Aromen wie Bittermandel-Aroma ersetzt oder fast vollständig ausgeglichen. Der NDR fand in Pistazieneis sogar Aromastoffe, die in der EU nicht zugelassen sind.

Damit das Eis nach Pistazie aussieht, setzen Hersteller auf pflanzliche Farbstoffe, die für ein sattes Grün sorgen. Werden chemische Farbstoffe verwendet, muss das auf dem Schild angegeben sein. Steht dort „Eis mit Pistaziengeschmack“ oder „Eis mit Walnussgeschmack“, stammt der Geschmack ausschließlich aus zugesetzten Aromen – nicht von echten Nüssen.

Selbst machen oder gezielt nachfragen

Wer genau wissen möchte, was in seiner Kugel steckt, sollte direkt beim Eiscafé nachfragen. Eine weitere Möglichkeit ist es, Eis zu Hause selbst herzustellen – auch ohne Eismaschine. So lassen sich Zutaten selbst bestimmen.

Für Veganerinnen und Veganer gilt: Sorbet soll laut Leitsätzen des Deutschen Lebensmittelbuchs frei von Milchbestandteilen sein – eine Nachfrage in der Eisdiele bleibt dennoch empfehlenswert, da die Einhaltung dieser Leitsätze freiwillig ist.

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