Ob ein Granatapfel reif ist, lässt sich nicht an seiner Farbe ablesen. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) sind zwei andere Merkmale entscheidend: eine raue, ledrige Schale und ein bereits deutlich trockener Blütenansatz.
Ob die Frucht leuchtend rot oder blass beige-rötlich gescheckt ist, spielt dabei keine Rolle. Auch Flecken auf der Schale sind kein Grund zur Sorge – sie geben keinen Hinweis auf Überreife. Einzig weiche Stellen sollten einen abschrecken: Sie können laut den Ernährungsexperten auf Fäulnis im Inneren hindeuten.
Warum Granatäpfel so lange haltbar sind
Die robuste, ledrige Schale ist auch der Grund für die außergewöhnlich lange Lagerfähigkeit der Frucht, die mehrere Monate betragen kann. Selbst angeschnittene Granatäpfel halten sich im Kühlschrank noch mehrere Tage frisch.
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Kerne ohne Spritzgefahr herauslösen
Granatapfelsaft hinterlässt hartnäckige Flecken auf der Kleidung. Die vom BZfE empfohlene Methode umgeht dieses Problem zuverlässig:
- Den Bereich rund um die Krone nicht zu tief einschneiden und den entstandenen Deckel abheben.
- Entlang der inneren Trennwände von oben nach unten einschneiden, sodass sich die Frucht leicht auseinanderbrechen lässt.
- Die Kerne mit dem Finger oder einem Löffel in einer mit Wasser gefüllten Schüssel herauslösen – der Saft spritzt dabei nicht.
Zum Entsaften lässt sich der Granatapfel einfach quer halbieren und wie eine Orange auspressen.
In der Küche: Salat, Bowl und Schmorgerichte
Die Kerne werden meist roh verwendet. Ihr süß-säuerlich-herber Geschmack passt zu Salaten, Smoothies und Bowls ebenso gut wie zu Schafs- und Ziegenkäse oder Schmorgerichten mit Lamm- und Wildfleisch.
Was der Name verrät – und warum Bio sinnvoll ist
Botanisch gesehen ist der Granatapfel keine Kernfrucht, sondern eine Beere. Seinen Namen verdankt er dem lateinischen „malum granatum“, was „gekörnter Apfel“ bedeutet – eine Anspielung auf die vielen Samen in den weißlichen Kammern der Frucht. Diese haben eine kantige Form, eine intensivrote Färbung und schmecken leicht säuerlich-süß und erfrischend.
Beim Kauf lohnt ein Blick auf die Herkunft. Granatäpfel werden häufig aus Mittelmeerländern wie Spanien, Italien oder der Türkei importiert, teils auch aus Israel, Ägypten oder Peru. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) testete 2022 insgesamt 19 Granatäpfel auf Pestizidrückstände und fand in 14 Fällen Rückstände – vier Proben überschritten die zulässigen Höchstgehalte. Das Amt warnt, dass Granatäpfel insbesondere aus der Türkei „immer wieder aufgrund von Höchstgehaltsüberschreitungen an Pflanzenschutzmittelrückständen auffällig“ seien.
Von den getesteten Früchten stammte nur eine aus ökologischem Anbau – sie war frei von Pestizidrückständen. In der Biolandwirtschaft ist der Einsatz chemisch-synthetischer Pflanzenschutzmittel verboten, weshalb Bio-Granatäpfel im Zweifel die bessere Wahl sind. Wer auf regionale Alternativen setzen möchte, greift zu heimischen Obstsorten wie Weintrauben, Himbeeren oder Erdbeeren, die ohne weite Transportwege auskommen.
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