Sobald die Nachttemperaturen dauerhaft unter 10 bis 12 Grad Celsius sinken, ist es Zeit, Zimmerpflanzen vom Balkon oder der Terrasse ins Haus zu holen. Spätestens vor dem ersten Nachtfrost müssen alle kälteempfindlichen Pflanzen drinnen sein, denn bereits ein kurzer Kälteschock kann irreparable Zellschäden an Blättern und Wurzeln verursachen.
Einen festen Kalendertag gibt es nicht, da das Wetter jedes Jahr anders ist. Entscheidend ist daher, die Wettervorhersage im Blick zu behalten. Welche Pflanze dabei Vorrang hat, hängt von ihrer Kältetoleranz ab.
Tropische Pflanzen: Umzug, sobald die Nächte unter 15 °C fallen
Tropische und subtropische Arten reagieren am empfindlichsten auf Kälte und sollten als Erste ins Haus. Zu dieser Gruppe gehören:
Mehr zum Lesen
- Fensterblatt (Monstera): Sehr kälteempfindlich.
- Efeutute (Epipremnum): Reagiert schnell mit Blattfall auf Kälte.
- Glücksfeder (Zamioculcas): Mag es ganzjährig warm und sollte nicht unter 15 °C stehen.
- Einblatt (Spathiphyllum): Sehr kälteempfindlich, braucht auch im Winter Temperaturen über 15 °C.
- Birkenfeige (Ficus benjamina) und Gummibaum (Ficus elastica): Ficus-Arten reagieren empfindlich auf Stress und verlieren bei Kälte schnell ihre Blätter.
- Orchideen: Die meisten sind tropisch und sollten rein, wenn die Nächte unter 15 Grad fallen.
- Farne (z. B. Schwertfarn): Die meisten als Zimmerpflanzen kultivierten Farne sind tropisch und vertragen keine Kälte.

Robustere Arten: Umzug bei dauerhaft unter 10 °C
Diese Pflanzen verkraften ein paar Nächte um die 10 Grad, müssen aber deutlich vor dem ersten Frost ins Haus:
- Grünlilie (Chlorophytum comosum): Sehr robust, aber nicht winterhart. Temperaturen unter 10 °C bremsen ihr Wachstum stark.
- Bogenhanf (Sansevieria): Kommt mit kühleren Phasen zurecht, aber Kälte in Kombination mit Nässe führt schnell zu Wurzelfäule.
- Yucca-Palme: Zwar robust, aber die bei uns üblichen Zimmer-Yucca-Arten sind nicht frostfest.
Sukkulenten und Kakteen: Erst kurz vor dem Frost reinholen
Diese Gruppe verträgt kühle Temperaturen am längsten, kann aber trotzdem nicht draußen überwintern. Frost ist auch für sie tabu.
- Aloe Vera und andere Sukkulenten: Können oft bis kurz vor dem Frost draußen bleiben. Wichtig: absolut trockener Stand, da Nässe und Kälte eine tödliche Kombination sind.
- Kakteen: Viele Wüstenkakteen vertragen Temperaturen um 5 bis 10 °C, solange sie komplett trocken gehalten werden.
- Alpenveilchen (Cyclamen): Eine Besonderheit: Sie lieben kühle Temperaturen (ideal 12 bis 16 °C) und blühen im Winter. Sie gehören nicht ins warme Wohnzimmer, sondern in ein kühles Schlafzimmer oder ein helles Treppenhaus.
Vier Schritte, bevor die Pflanze wieder ins Haus kommt
Eine kurze Vorbereitung vor dem Umzug beugt Schädlingsbefall im Haus vor und erleichtert den Pflanzen den Start im Winterquartier.
- Schädlings-Check: Untersuche jede Pflanze gründlich, besonders Blattunterseiten, Blattachseln und die Erde. Spinnmilben, Blattläuse und Schildläuse werden in trockener Heizungsluft schnell zur Plage.
- Abbrausen: Brause die Pflanzen vorsichtig mit lauwarmem Wasser ab. Das entfernt Staub und die meisten Schädlinge. Große Blätter wie die der Monstera oder des Gummibaums zusätzlich mit einem feuchten Tuch abwischen.
- Rückschnitt: Alle gelben, vertrockneten oder kranken Blätter und Triebe entfernen, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
- Weniger gießen: Reduziere die Wassergaben ein bis zwei Wochen vor dem Umzug. Ein leicht angetrockneter Wurzelballen ist weniger fäuleanfällig und macht den Topf leichter.
Standort im Haus und Sonderfall Kübelpflanzen
Stelle die Pflanzen nach dem Einzug nicht sofort an ihren endgültigen Platz. Eine Quarantäne von ein bis zwei Wochen in einem separaten Raum gibt Sicherheit, dass keine Schädlinge mit eingezogen sind. Der dauerhafte Standort sollte zu den Bedürfnissen der Pflanze passen: hell, halbschattig oder schattig, ohne Zugluft und nicht direkt neben einem aufgedrehten Heizkörper.
Oleander, Olivenbäume, Zitronen und Feigen sind klassische Kübelpflanzen, die andere Anforderungen stellen als typische Zimmerpflanzen. Sie brauchen ein kühles, aber helles und frostfreies Winterquartier, etwa einen Wintergarten, eine Garage mit Fenster oder ein unbeheiztes Treppenhaus. Eine Überwinterung im warmen Wohnzimmer schadet ihnen meist mehr, als sie nützt.
Ihre Meinung hilft uns










Das Gespräch geht weiter
Kommentare