Nützliche Tipps

Heizfehler im Winter: 8 Gewohnheiten, die deine Gasrechnung um bis zu 24 % erhöhen

Heizfehler im Winter: 8 Gewohnheiten, die deine Gasrechnung um bis zu 24 % erhöhen

Der erste wirklich kalte Morgen des Jahres hat etwas Unwiderlegbares: Man dreht die Heizung auf, ohne groß nachzudenken. Der Heizkörper knackt, die Wärme kommt — und irgendwo zwischen Couch und Fenster verliert man dabei bares Geld, ohne es zu merken. Viele der Fehler, die Haushalte jede Heizsaison wiederholen, sind nicht auf Unwissenheit zurückzuführen, sondern auf Gewohnheit.

Artikel teilen

XRedditLinkedIn

Dabei entfallen laut Umweltbundesamt über zwei Drittel des gesamten Energieverbrauchs eines Haushalts auf die Heizung — und da die Mehrheit der deutschen Haushalte nach wie vor mit Gas oder Öl heizt, wirkt jeder Fehler gleich doppelt: auf die Nebenkostenabrechnung und auf die Klimabilanz. Die folgenden acht Fehler sind die häufigsten, und keiner davon ist unvermeidbar.

Wenn die Couch die Heizung blockiert

Ein Schreibtisch, der direkt vor dem Heizkörper steht. Ein langer Vorhang, der ihn halb verdeckt. Eine Couch, die an die Wand geschoben wurde — und die Heizung dahinter zum unsichtbaren Möbelstück macht. All das hat denselben Effekt: Die Wärme staut sich, verteilt sich nicht gleichmäßig im Raum, und das Zimmer bleibt kühl, obwohl die Heizung voll läuft.

Heizkörper brauchen freien Raum davor und darüber. Selbst ein einzelnes Handtuch oder eine Zeitschrift, die achtlos auf die Heizung gelegt wurde, reduziert die Wärmeabgabe spürbar. Die Lösung ist denkbar einfach: Möbel mindestens 30 Zentimeter Abstand halten, Vorhänge oberhalb der Heizung enden lassen.

Die Zahlen auf dem Thermostat bedeuten nicht, was die meisten denken

Viele glauben, dass das Thermostat auf Stufe 5 die Heizung schneller zum Laufen bringt — so wie ein Herd auf höchster Stufe das Wasser schneller zum Kochen bringt. Das ist ein Irrtum. Die Stufen zeigen an, bis zu welcher Raumtemperatur der Heizkörper weiter heizt — nicht wie schnell oder wie intensiv. Ein Heizkörper auf Stufe 5 heizt nicht stärker, er heizt nur länger.

Die Bedeutung der Stufen im Überblick:

  • * (Sternchen): ca. 5 °C — Frostschutz
  • Stufe 1: ca. 12 °C
  • Stufe 2: ca. 16 °C
  • Stufe 3: ca. 20 °C
  • Stufe 4: ca. 24 °C
  • Stufe 5: ca. 28 °C

Wer friert und das Thermostat auf 5 dreht, wartet also genauso lange wie auf Stufe 3 — zahlt aber langfristig deutlich mehr, weil die Heizung erst bei 28 °C abschaltet.

Neueste Beiträge

Mehr zum Lesen

Neues aus der Redaktion
01Klebeband auf Kofferrollen: Der vollständige Praxisplan für dein nächstes Gepäckproblem02Heizung nachts absenken: Zwei Werte entscheiden über Schimmel und 6 % Ersparnis03Zimmerpflanzen reinholen: Ab welcher Temperatur es für Monstera & Co. gefährlich wird

Falsches Lüften: Das gekippte Fenster ist ein teures Missverständnis

Im Winter steigt die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen — besonders im Schlafzimmer, wo sie über Nacht stark ansteigt. Das Gegenmittel ist Lüften, aber nicht auf die Art, die die meisten praktizieren: Das dauerhaft gekippte Fenster tauscht kaum Luft aus, kühlt aber die angrenzenden Wände stark aus. Die Heizung muss dann noch mehr leisten, um die Raumtemperatur zu halten — und an den kalten Wänden steigt das Schimmelrisiko.

Besser funktioniert Stoßlüften: Fenster mehrmals täglich für drei bis fünf Minuten weit öffnen, am besten mit Durchzug. Die Luft wird ausgetauscht, die Wände kühlen kaum aus, und die Heizung muss anschließend nur kurz nacharbeiten. Direkt nach dem Aufstehen ist dabei der wichtigste Moment — gerade weil die Nachtluft im Schlafzimmer besonders feucht ist.

Undichte Fenster und Türen: Wärme, die durchs Schlüsselloch verschwindet

Wenn Türrahmen verziehen oder Fensterdichtungen porös werden, entweicht ein Teil der erwärmten Luft ins Treppenhaus oder nach draußen — still und ununterbrochen, den ganzen Winter lang. Die Heizung läuft, aber die Wärme bleibt nicht da, wo sie gebraucht wird.

Dichtungen lassen sich selbst prüfen: Ein Blatt Papier, das man beim Schließen der Tür oder des Fensters einklemmt, sollte sich nicht ohne Widerstand herausziehen lassen. Undichte Stellen kann man mit Schaumstoff- oder Gummidichtungsband aus dem Baumarkt kostengünstig abdichten — das Material kostet wenige Euro und ist ohne Werkzeug anzubringen. Mieter können solche Mängel außerdem dem Vermieter melden; die Reparatur ist dessen Aufgabe. Nachts lohnt es sich zusätzlich, Rollläden und Vorhänge zu schließen, um Wärmeverluste über die Fensterfläche zu reduzieren.

Jedes Zimmer braucht seine eigene Temperatur — nicht mehr

Eine Wohnung auf 22 Grad durchzuheizen ist weder nötig noch sinnvoll. Zu hohe Temperaturen verschwenden Energie, zu niedrige erhöhen das Schimmelrisiko. Laut Empfehlung von Energieexperten gelten folgende Richtwerte als optimal:

Im Wohnzimmer sind 20 °C angemessen, im Bad rund 22 °C, in der Küche genügen 18 °C, und im Schlafzimmer reichen 17 °C für einen gesunden Schlaf vollkommen aus. Grundsätzlich sollte die Temperatur in genutzten Räumen nicht unter 16 °C fallen — darunter steigt das Risiko für Schimmelbildung deutlich. Leerstehende Räume stellt man auf das Sternchen: Die Heizung läuft dann nur zum Frostschutz, wenn es unter 5 °C kalt wird.

24 Grad statt 20 Grad: Was das am Jahresende kostet

Pro Grad Celsius weniger lassen sich rund 6 Prozent Heizenergie einsparen — das ist keine grobe Schätzung, sondern ein Wert, der von Energieberatungsstellen regelmäßig bestätigt wird. Wer seine Wohnung auf 24 Grad statt 20 Grad aufheizt, zahlt damit bis zu 24 Prozent mehr als nötig.

Bei Gaspreisen, die seit 2022 strukturell auf hohem Niveau geblieben sind, summiert sich das über eine Heizsaison zu einem spürbaren Betrag. An 20 oder 21 Grad gewöhnt man sich schnell — wenn man im Winter zuhause einen warmen Pullover trägt statt eines T-Shirts, und vor allem die Füße warmhält, fühlen sich diese Temperaturen deutlich wärmer an, als die Zahl vermuten lässt.

Nasse Wäsche auf dem Heizkörper: ein Doppelproblem

Im Winter landet die nasse Wäsche gerne auf dem Heizkörper — praktisch, vermeintlich kostenlos und schnell. Tatsächlich verursacht diese Gewohnheit zwei Probleme gleichzeitig: Die Textilien stauen die Wärme und verhindern, dass sie sich im Raum verteilt. Gleichzeitig verdunstet die Feuchtigkeit aus der Wäsche in die Raumluft und erhöht die Luftfeuchtigkeit — genau das, was im Winter Schimmel begünstigt. Ein freistehender Wäscheständer, möglichst in einem gut lüftbaren Raum, ist die unkomplizierte Alternative.

Durchgehend auf einer Temperatur heizen — auch wenn niemand zuhause ist

Tagsüber leer stehende Wohnungen auf Wohntemperatur zu halten ist einer der teuersten Heizfehler überhaupt. Bei kurzen Abwesenheiten empfiehlt sich eine Absenkung auf mindestens 18 °C, bei längeren auf mindestens 16 °C — unter diesen Wert sollte man nicht gehen, um Schimmelbildung zu vermeiden. Gut gedämmte Neubauten können die Wärme dabei deutlich länger halten als Altbauten, was die optimale Strategie je nach Gebäude leicht unterschiedlich macht.

Auch die sogenannte Nachtabsenkung lohnt sich — allerdings mit einem oft übersehenen Detail: Heizkörper und Räume halten die Wärme noch eine Weile nach, nachdem man das Thermostat heruntergedreht hat. Man kann das Thermostat deshalb bereits etwa eine Stunde vor dem Zubettgehen niedriger stellen. Fußbodenheizungen reagieren träger — hier rechnet man mit zwei bis drei Stunden Vorlaufzeit. Programmierbare oder smarte Thermostate nehmen einem diese Entscheidung ab und regeln die Temperatur automatisch nach Tageszeit und Anwesenheit.

Wer langfristig den größten Effekt erzielen will, kommt am Thema Heizungsart nicht vorbei: Das Gebäudeenergiegesetz schreibt einen schrittweisen Umstieg auf erneuerbare Energien vor — für Eigentümer bieten Wärmepumpen, Fernwärme und Pelletheizungen inzwischen wirtschaftlich attraktive Alternativen zu Gas und Öl, auch wenn die konkrete Wahl stark vom Gebäude und Standort abhängt.

Artikel teilen

5 Min. Lesezeit

XRedditLinkedIn

Ihre Meinung hilft uns

War dieser Artikel lesenswert?

Das Gespräch geht weiter

Kommentare

Mitdiskutieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mitdiskutieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll to Top