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Vom Balkon bis zum Beet: 11 Pflanzen, die Bienen wirklich etwas nützen

Vom Balkon bis zum Beet: 11 Pflanzen, die Bienen wirklich etwas nützen

Nicht jede blühende Pflanze versorgt Bienen mit ausreichend Nektar und Pollen. Wer gezielt helfen möchte, sollte Sorten wählen, die tatsächlich reich an beiden Stoffen sind – und gefüllte Blüten wie die beliebte Geranie meiden, denn sie bieten Insekten kaum Nahrung. Die folgenden elf Pflanzen versorgen Bienen, Hummeln und Schmetterlinge vom Frühjahr bis in den Herbst. Die Angaben zu Nektar- und Pollengehalt stammen aus dem Lexikon „Bienenfreundliche Pflanzen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

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Warum die Pflanzenwahl entscheidend ist

Wildbienen sind laut NABU besonders stark gefährdet – durch den Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide und den Verlust natürlicher Lebensräume, da Blumenwiesen zunehmend Monokulturen und Neubausiedlungen weichen. Wer auf Balkon, Terrasse oder im Garten geeignete Pflanzen setzt, kann dieser Entwicklung zumindest ein Stück entgegenwirken. Viele Wildbienenarten sind oligolektisch, das heißt, sie sind auf bestimmte Pflanzenarten als Nahrungsquelle spezialisiert – eine breite Auswahl bienenfreundlicher Pflanzen kommt daher möglichst vielen Arten zugute.

Lavendel und Echter Salbei: mediterrane Klassiker

Lavendel lockt mit reichem Nektarangebot Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an und wächst sowohl im Balkonkasten und Kübel als auch im Gartenbeet. Er ist anspruchslos gegenüber Boden und Wasser, braucht aber viel Sonne. Wer eine winterharte Sorte wie den Echten Lavendel wählt, schützt den Wurzelballen im Winter einfach mit Mulch oder Zweigen oder stellt den Topf an einen geschützten Ort.

  • Blütezeit: Juli bis September
  • Nektar: 3/4 | Pollen: 1/4
  • Boden: lehmig, kalkreich, trocken
  • Lage: Sonne bis Halbschatten
  • Ort: Garten oder Balkon

Echter Salbei ist eine von vielen Pflanzen, auf die sich spezialisierte Wildbienenarten besonders verlassen. Er gedeiht an einem sonnigen Standort mit sandigem, kalkhaltigem Boden und verträgt mäßiges Gießen. Er lässt sich als Teil einer Bienenweide im Garten oder in Töpfen auf dem Balkon pflanzen.

  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Nektar: 3/4 | Pollen: 1/4
  • Boden: trocken, durchlässig
  • Lage: Sonne bis Halbschatten
  • Ort: Garten oder Balkon

Weide: die erste Nahrungsquelle im Frühling

Als Frühblüher beginnt die Weide bereits im März zu blühen und ist damit eine der wenigen frühen Nahrungsquellen für Bienen nach dem Winter. Besonders nektar- und pollenreich ist die Sal-Weide. Da sie für überwinternde Bienen so wichtig ist, ist das Schneiden ihrer Zweige von Anfang Februar bis Ende April verboten oder stark reglementiert – Sal-Weiden stehen unter Naturschutz.

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  • Blütezeit: März bis Mai
  • Nektar: 4/4 | Pollen: 4/4
  • Boden: feucht bis nass, durchlässig
  • Lage: Sonne bis Halbschatten
  • Ort: Garten

Brombeere, Himbeere und Wilder Wein: Sichtschutz mit Mehrwert

Brombeere und Himbeere bieten gleich drei Vorteile: Sie blühen ab Mai mit unzähligen nektarreichen Blüten, bilden einen robusten Sichtschutz und tragen wohlschmeckende Beeren. Die Himbeere erreicht dabei den höchsten Nektarwert von 4/4.

  • Blütezeit: Mai bis August
  • Nektar: 3/4 (Brombeere), 4/4 (Himbeere) | Pollen: 3/4
  • Boden: nährstoffreich
  • Lage: Sonne
  • Ort: Garten und Terrassen

Wilder Wein eignet sich ideal zum Begrünen von Pergolen, Spalieren, Zäunen und Wänden. Er ist pflegeleicht, bevorzugt tiefgründige Böden und ist daher eher für den Garten als den Balkon geeignet.

  • Blütezeit: Juli bis September
  • Nektar: 3/4 | Pollen: 3/4
  • Boden: humusreich, locker, nährstoffreich
  • Lage: Sonne, Halbschatten und Schatten
  • Ort: Garten und Terrassen

Mehrjährige Kräuter: ideal für Balkon und Terrasse

Mediterrane Kräuter sind besonders praktisch, weil sie gleichzeitig Küchenzutaten und Bienennahrung liefern. Rosmarin blüht bereits im Frühling, Oregano den ganzen Sommer über und Thymian bis in den Oktober hinein. Kapuzinerkresse versorgt Bienen bis Ende September. Die essbare Gewürztagetes eignet sich ebenfalls für den Balkon. Ein weiterer Vorteil: Die aromatischen Kräuter ziehen zwar Bienen an, vertreiben aber lästige Insekten wie Mücken.

  • Blütezeit: je nach Sorte März bis Oktober
  • Nektar: 3/4 bis 4/4 | Pollen: 1/4
  • Boden: trocken, lehmig
  • Lage: Sonne
  • Ort: Balkon und Terrasse

Apfelbaum und Klee: Magneten mit Höchstwerten

Der Apfelbaum ist einer der stärksten Bienenmagnete im Garten: Seine Blüten erreichen bei Nektar und Pollen jeweils 4/4. Wer einen Apfelbaum pflanzen möchte, sollte sich vorab über geeignete Sorten informieren und regelmäßigen Schnitt einplanen. Es gibt Sorten mit Säulenwuchs, die sich auch für Kübel eignen.

  • Blütezeit: April bis Mai
  • Nektar: 4/4 | Pollen: 4/4
  • Boden: tiefgründig, nährstoffreich
  • Lage: Sonne
  • Ort: Garten; Säulensorten auch im Kübel

Klee blüht von Mai bis in den Spätherbst und überzeugt mit einem besonders hohen Pollenanteil. Wer statt eines Rasens eine Kleewiese anlegt, schafft eine dauerhaft ergiebige Futterquelle für Bienen und Hummeln.

  • Blütezeit: Mai bis September
  • Nektar: 4/4 | Pollen: 3/4
  • Boden: nährstoff- und kalkreich, lehmig
  • Lage: Sonne und Halbschatten
  • Ort: Garten

Phacelia, Zwergmispel und Löwenzahn: unterschätzte Bienenhelfer

Phacelia – auch Bienenfreund, Büschelblume oder Bienenweide genannt – gilt wegen ihres überdurchschnittlich hohen Nektar- und Pollenanteils als eine der bienenwirksamsten Pflanzen überhaupt. Sie wird in der Landwirtschaft zur Gründüngung eingesetzt und ist mit ihren blauvioletten Blüten auch als Zierpflanze beliebt. Ein Nachteil: Phacelia ist nur einjährig. Beim Verrotten gibt sie ihre gesammelten Nährstoffe an den Boden ab und wirkt so als natürlicher Dünger.

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Nektar: 4/4 | Pollen: 3/4
  • Boden: frisch, lehmiger Sand
  • Lage: Sonne
  • Ort: Garten, auch Terrassen

Die Zwergmispel – ob als Bodendecker oder Baumgewächs – verbindet dichtes, dunkelgrünes Laub, auffällige Blüten und leuchtende Früchte mit einem hohen Nektar- und Pollengehalt. Sie blüht von Mai bis Oktober und eignet sich gut als dekorative Dauerbepflanzung im Garten.

  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Nektar: 4/4 | Pollen: 3/4
  • Boden: nährstoffreich, möglichst durchlässig
  • Lage: Sonne und Halbschatten
  • Ort: Garten

Löwenzahn ist eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge – vor allem im zeitigen Frühjahr, wenn kaum andere Blumen blühen. Wer ihn bei der Rasenpflege zumindest stellenweise wachsen lässt, statt ihn konsequent zu entfernen, leistet einen einfachen Beitrag zur Bienenversorgung. Da die gesamte Pflanze essbar ist, lässt sich Löwenzahn zudem als Salat oder zu eingelegten Kapern verarbeiten.

  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Nektar: 3/4 | Pollen: 4/4
  • Boden: tiefgründig, durchlässig, humos
  • Lage: Sonne
  • Ort: Garten

Wer Bienen das ganze Jahr über versorgen möchte, kombiniert am besten Frühblüher wie Weide und Apfelbaum mit Sommerblühern wie Phacelia und Klee sowie Spätblühern wie Thymian und Löwenzahn – so entsteht vom März bis in den Oktober eine lückenlose Nahrungskette.

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