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Elstar, Braeburn oder Granny Smith – welche Apfelsorte wirklich zu dir passt

Elstar, Braeburn oder Granny Smith – welche Apfelsorte wirklich zu dir passt

Ob du einen Apfel roh knabbern, für Kuchen verwenden oder als frischen Gegenpol zu süßen Gerichten nutzen willst: Die Wahl der richtigen Sorte macht einen spürbaren Unterschied. Neben dem Geschmack bestimmen Reifegrad und Lagerung, wie aromatisch und bissfest eine Frucht ist.

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Sechs Apfelsorten im Überblick – von mild-süß bis herb-sauer

Zwei Fragen helfen bei der Auswahl: Bevorzugst du Süßes oder Saures – und isst du den Apfel roh oder verarbeitest du ihn?

  • Elstar: Süß-säuerlich, bissfest und saftig. Er gilt als klassischer Koch- und Backapfel, etwa für Apfelkuchen, eignet sich aber ebenso als Alltagsapfel für Snacks oder Müsli.
  • Braeburn: Fest, knackig und sehr saftig mit süß-säuerlichem Geschmack und kräftigem Biss. Der NDR empfiehlt ihn für Obstsalat, Kuchen, Kompott oder Saft.
  • Boskoop: Herb-säuerlich und bei längerer Lagerung eher mürbe. Der NDR empfiehlt ihn besonders zum Backen – säuerliche Sorten eignen sich dafür generell gut.
  • Gala: Mild-süß, sehr fest und saftig. Die beste Wahl, wenn du den Apfel direkt roh essen und dabei wenig Säure willst.
  • Granny Smith: Sehr sauer, leicht herb, fest und saftig. Als Tafelapfel ist er eine gute Wahl, wenn du einen frischen, sauren Gegenpol zu süßen Zutaten suchst.
  • Jonagold: Süß bis fein säuerlich und saftig. Er kann laut NDR auch zum Kochen und Backen genutzt werden und liegt geschmacklich zwischen Gala und Boskoop.

Reifegrad und Lagerung verändern Geschmack und Biss

Wie aromatisch ein Apfel schmeckt, hängt stark vom Reifestand ab. Die Verbraucherzentrale Bayern erklärt, dass sich die Genussreife bei lagerfähigen Sorten oft erst zwei bis vier Wochen nach der Pflückzeit voll entfaltet.

Während der Lagerung wird Stärke zu Zucker umgewandelt, wodurch Äpfel süßer und aromatischer werden können. Eine wissenschaftliche Studie beschreibt zudem, dass unreife Äpfel noch keinen typischen Apfelgeruch entwickelt haben – er entsteht erst im Laufe der Lagerung.

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Zu lange Lagerung hat allerdings Nachteile: Äpfel verlieren Feuchtigkeit, werden runzelig und büßen ihren frischen Biss ein. Für knackige Snacks eignen sich daher feste, pralle Früchte. Zum Backen oder für Apfelkompott darf die Textur etwas weicher sein.

Einkauf: Woran du einen guten Apfel erkennst

Ein frischer Apfel wirkt prall, hat eine glatte Schale und zeigt keine Druckstellen oder Risse. Runzeln weisen auf falsche oder zu lange Lagerung hin.

Zu Hause halten sich Äpfel am längsten bei 2 bis 5 Grad Celsius und rund 80 Prozent Luftfeuchtigkeit, wie der SWR empfiehlt. Ein gelochter Beutel oder eine gelochte Folie hält die Feuchtigkeit, darf aber nicht luftdicht sein. Da Äpfel Ethylen abgeben, empfiehlt die Verbraucherzentrale NRW, sie getrennt von anderem Obst und Gemüse zu lagern. Die Verbraucherzentrale Bayern rät außerdem, gelagerte Äpfel mindestens einmal pro Woche zu kontrollieren und faule Früchte sofort auszusortieren, damit sich kein Schimmel ausbreitet.

Nährwerte: Was zwischen den Sorten wirklich anders ist

Verschiedene Apfelsorten haben ein ähnliches Nährstoffprofil, zeigen aber bei einzelnen Inhaltsstoffen Unterschiede. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung sitzen die meisten Vitamine in oder direkt unter der Schale – dort und im angrenzenden Fruchtfleisch stecken zudem mehr Polyphenole als im Rest des Apfels. Polyphenole sind sekundäre Pflanzenstoffe. Alte Sorten enthalten davon tendenziell mehr als viele neuere Züchtungen.

Beim Vitamin-C-Gehalt erklärt ein Experte gegenüber der Süddeutschen Zeitung, dass der Braeburn mit rund 20 Milligramm pro 100 Gramm besonders viel enthält – der Durchschnitt für Äpfel liegt eher bei 12 Milligramm. Der Braeburn verliert diesen Gehalt auch bei langer Lagerung nicht. Rote Apfelsorten enthalten generell mehr Vitamine als grüne und haben in der roten Schale besonders viele Anthocyane, die zugleich antioxidativ wirken.

Saisonale und regionale Äpfel: Wann welche Sorte erhältlich ist

Deutsche Sommeräpfel gibt es ab Ende Juli, Herbstäpfel im September und Oktober, Winteräpfel werden meist im Oktober und November geerntet. Wegen ihrer guten Lagerfähigkeit sind regionale Sorten aber fast ganzjährig erhältlich: Der NDR nennt als Beispiele Elstar bis Mai, Boskoop bis April und Jonagold bis Juni.

Lange Kühllagerung verbraucht viel Energie. Deshalb kann ein heimischer Apfel, der außerhalb der Saison gekauft wird, mitunter umweltschädlicher sein als ein erntefrischer Importapfel. Am umweltfreundlichsten ist der Kauf saisonaler, regionaler Äpfel mit Bio-Siegel. Verbandszertifizierungen wie Demeter, Bioland und Naturland stehen dafür, dass das Obst nachhaltig angebaut und nicht mit chemisch-synthetischen Pestiziden behandelt wurde.

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