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Was täglich eine Handvoll Nüsse mit deinem Körper macht – und wann du besser verzichtest

Was täglich eine Handvoll Nüsse mit deinem Körper macht – und wann du besser verzichtest

Eine kleine Handvoll Nüsse pro Tag kann sich laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) positiv auf Herz, Gewicht und Psyche auswirken – vorausgesetzt, du verträgst sie. Was genau in Nüssen steckt, welche Mengen empfohlen werden und für wen täglicher Nusskonsum problematisch sein kann, findest du hier.

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Was botanisch wirklich eine Nuss ist

Im botanischen Sinn sind echte Nüsse Schalenfrüchte mit einer dreischichtigen, vollständig verholzten Fruchtwand – dazu zählen streng genommen nur Haselnüsse, Walnüsse und Macadamianüsse. Erdnüsse hingegen sind Hülsenfrüchte. Cashews, Mandeln, Pistazien, Kokos- und Pekannüsse gehören botanisch zu den Steinfrüchten, Paranüsse zu den Kapselfrüchten.

Die DGE fasst diese Gruppe heute separat zusammen und bezieht auch Samen wie Sonnenblumenkerne, Kürbiskerne, Sesam, Mohn sowie Lein- und Chiasamen ein. Was alle gemeinsam haben: Sie liefern wertvolle Nährstoffe, Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe.

Welche Nährstoffe in Nüssen stecken

Nüsse enthalten wenig Wasser, dafür viel Fett, Eiweiß, Kohlenhydrate und Ballaststoffe. Die genaue Zusammensetzung unterscheidet sich je nach Sorte, doch drei Nährstoffgruppen liefern alle:

Eiweiß: Erdnüsse führen mit rund 25 Gramm Protein pro 100 Gramm, gefolgt von Mandeln (18 g), Pistazien und Cashews (je 17 g), Paranüssen (16 g) und Walnüssen (14 g). Für pflanzliche Ernährung sind Nüsse damit eine relevante Proteinquelle.

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Ungesättigte Fettsäuren: Das Fett in Nüssen besteht überwiegend aus ungesättigten Fettsäuren, darunter die essenziellen Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren, die der Körper nicht selbst herstellen kann. Walnüsse enthalten mit 40 Gramm pro 100 Gramm besonders viele mehrfach ungesättigte Fettsäuren, gefolgt von Pinienkernen (23 g), Paranüssen (22 g) und Pekannüssen (18 g).

Mineralstoffe, Vitamine und sekundäre Pflanzenstoffe: Mandeln und Haselnüsse liefern je rund 26 Milligramm Vitamin E pro 100 Gramm. Walnüsse, Haselnüsse und Sonnenblumenkerne sind gute Vitamin-B6-Quellen, Erdnüsse haben einen hohen Folsäuregehalt. Bei Calcium stechen Mandeln, Haselnüsse, Pistazien und Paranüsse hervor (über 100 mg/100 g), beim Magnesium führt die Cashewnuss mit 270 Milligramm. Pinienkerne haben den höchsten Eisengehalt (9 mg), Paranüsse sind besonders reich an Selen. Den höchsten Polyphenolgehalt weisen Haselnüsse auf (495 mg/100 g), gefolgt von Pekannüssen (493 mg), Mandeln (187 mg) und Walnüssen (28 mg).

Was passiert, wenn du täglich Nüsse isst

Nüsse galten lange als Kalorienbomben. Aktuelle Studien zeichnen ein anderes Bild:

  • Geringeres Depressionsrisiko: Eine Studie von 2023 zeigt, dass Menschen mit täglichem Nussverzehr seltener eine diagnostizierte Depression hatten und seltener Antidepressiva einnahmen.
  • Bessere Herzgesundheit: Das günstige Fettsäuremuster vieler Nüsse – wenig gesättigte, viele ungesättigte Fettsäuren – wirkt sich positiv auf die Blutfettwerte und damit auf die Herzgesundheit aus.
  • Reduziertes Herz-Kreislauf-Risiko: Eine Metaanalyse von 2022 zeigt, dass regelmäßiger Nussverzehr das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen senkt. Eine weitere Studie geht von einem Rückgang um bis zu 30 Prozent aus.
  • Weniger chronische Erkrankungen: Dieselbe Metaanalyse zeigt auch ein geringeres Risiko für chronische Krankheiten und eine niedrigere Sterblichkeit durch diese Erkrankungen.
  • Geringeres Adipositasrisiko: Wissenschaftler sehen trotz des hohen Fettgehalts einen Zusammenhang zwischen regelmäßigem Nussverzehr und einem niedrigeren Risiko für Gewichtszunahme und Adipositas.

Zwei Risiken gibt es dennoch: Wer an einer Nussallergie leidet, sollte Nüsse grundsätzlich meiden. Und wer deutlich mehr als die empfohlene Menge isst, kann trotz allem an Gewicht zunehmen.

Wie viele Nüsse pro Tag empfohlen werden

Die DGE empfiehlt konkret: eine kleine Handvoll Nüsse oder Samen – also etwa 25 Gramm – täglich. Abwechslung zwischen verschiedenen Sorten ist dabei sinnvoll, um von den unterschiedlichen Nährstoffprofilen zu profitieren. Ungesalzene Nüsse und Samen eignen sich als Snack, als Topping für Müsli oder Salat sowie als Aufstrich oder Mus.

Wann du auf Nüsse verzichten solltest

Nüsse zählen zu den häufigsten Allergenen und müssen auf verpackten Lebensmitteln klar gekennzeichnet sein. Haselnüsse, Erdnüsse, Walnüsse, Paranüsse, Mandeln, Cashews und Pekannüsse können allergische Reaktionen wie Halskratzen, Juckreiz oder Atemnot auslösen – teils bereits in kleinsten Mengen.

Für Paranüsse gilt eine besondere Einschränkung: Das Bundesamt für Strahlenschutz empfiehlt, nicht zu viele davon zu essen, da sie natürliche radioaktive Stoffe enthalten. Kinder, Jugendliche, Schwangere und Stillende sollten vorsorglich ganz auf Paranüsse verzichten.

Herkunft und Nachhaltigkeit beim Nusskonsum

Die meisten Nusssorten wachsen im subtropischen, tropischen oder mediterranen Klima und müssen importiert werden. Heimische Ausnahmen sind Haselnüsse und Walnüsse. Beim Anbau, der Ernte und der Verarbeitung gibt es häufig Menschenrechts- und Umweltprobleme; der Transport verursacht zusätzliche Emissionen.

Wer auf Bio-Qualität achtet, schließt bestimmte Belastungen aus: Bei Bio-Nüssen ist die Begasung mit dem ozonschädigenden Methylbromid oder giftigen Phosphorsäureestern verboten, ebenso das Bleichen der Nussschale mit Schwefel. Regional verfügbare Sorten wie Haselnüsse oder Walnüsse sind aus Nachhaltigkeitssicht die erste Wahl.

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