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Heizung nachts absenken: Zwei Werte entscheiden über Schimmel und 6 % Ersparnis

Heizung nachts absenken: Zwei Werte entscheiden über Schimmel und 6 % Ersparnis

Es ist kurz vor Mitternacht, die Wohnung ist ruhig, und die Hand wandert fast automatisch zum Thermostat. Die Heizung komplett ausschalten – das klingt vernünftig, fast schon logisch. Was nicht läuft, verbraucht nichts. Und im Winter, wo die Heizkostenabrechnung schon jetzt unangenehm hoch ausfällt, zählt jede Einsparung.

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Doch genau dieser Reflex kann teuer werden – und sogar gesundheitliche Konsequenzen nach sich ziehen. Norbert Endres, Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern, kennt den Fehler aus unzähligen Beratungsgesprächen. Zwei Werte, erklärt er, sind nachts entscheidend – und wer sie kennt, spart tatsächlich Geld, ohne die Wohnung zu riskieren.

Warum das komplette Ausschalten nach hinten losgeht

Eine Heizung, die nachts vollständig abgeschaltet wird, lässt nicht nur die Luft abkühlen. Wände, Böden und Decken speichern Wärme – oder eben Kälte. Kühlen sie einmal stark aus, braucht die Heizung am nächsten Morgen erheblich mehr Energie, um das gesamte Bauteilvolumen wieder auf Temperatur zu bringen. Unterm Strich kann das teurer werden als ein durchgängig niedriger Betrieb.

Dazu kommt ein zweites, ernsthafteres Problem. „Wenn die Wohnung zu stark auskühlt, steigt die Gefahr für die Bildung von Schimmel“, sagt Norbert Endres, Energieberater der Verbraucherzentrale Bayern. Schimmel in Innenräumen ist nicht nur ein ästhetisches Ärgernis – er belastet die Atemwege, und seine Beseitigung ist langwierig und kostspielig.

Die zwei entscheidenden Werte für die Nacht

Wer die Heizung nicht ausschaltet, sondern klug drosselt, braucht zwei Messwerte fest im Blick:

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  • Mindesttemperatur: Das Umweltbundesamt empfiehlt, die Raumtemperatur nachts oder bei längerer Abwesenheit auf 17 bis 18 Grad Celsius abzusenken. Endres setzt eine klare Untergrenze: „Unter 16 Grad sollte sie in bewohnten und regelmäßig genutzten Räumen auf keinen Fall fallen.“
  • Maximale Luftfeuchtigkeit: Die relative Luftfeuchte sollte in Wohnräumen nicht über 50 bis 60 Prozent liegen. Wird dieser Wert überschritten, steigt das Schimmelrisiko – unabhängig davon, wie gut geheizt wird.

Beide Werte hängen unmittelbar zusammen. Wer die Temperatur senkt, ohne die Feuchtigkeit zu kontrollieren, schafft genau das Klima, in dem Schimmelsporen aufblühen.

Lüften und Heizen: Das Schlafzimmer braucht besondere Aufmerksamkeit

Endres bringt es auf einen anschaulichen Punkt: „Feuchte hält man nur im Schacht, wenn man lüftet und heizt.“ Gerade im Schlafzimmer unterschätzen viele, wie viel Feuchtigkeit nachts entsteht. „Wenn dort ein Ehepaar schläft – und nicht gelüftet wird –, entsteht durch den ausgeatmeten Wasserdampf und den Schweiß so viel Feuchtigkeit, wie wenn man ungefähr einen Eimer Wasser in die Ecke kippt.“

Das bedeutet: Morgendliches Stoßlüften im Schlafzimmer ist kein optionaler Komfort, sondern eine notwendige Maßnahme gegen Feuchtigkeitsschäden. Fünf bis zehn Minuten mit weit geöffnetem Fenster reichen aus, um die Feuchtigkeit nach draußen zu transportieren – ohne die Wände dabei auszukühlen.

Die Empfehlung des Umweltbundesamtes ist konkret: „Die Temperatur in Wohn- und Arbeitsräumen kann nachts um 4 bis 5 Grad Celsius gesenkt werden.“ Nicht ausgeschaltet – gesenkt. Das ist der entscheidende Unterschied.

Wie viel Geld die Nachtabsenkung wirklich bringt

Endres rechnet die Ersparnis in klaren Zahlen vor: „Bei einer Absenkung der Temperatur um ein Grad kann eine Einsparung von sechs Prozent erwartet werden, für das zweite, dritte und vierte Grad jeweils weitere fünf Prozent.“ Wer die Heizung also nachts von 21 auf 17 Grad drosselt, kann theoretisch bis zu 21 Prozent der Heizenergie in dieser Zeit einsparen.

Wie viel das in Euro bedeutet, hängt von der Außentemperatur, dem Dämmzustand des Gebäudes und dem persönlichen Wärmeempfinden ab. In einem schlecht gedämmten Altbau in München fällt die Einsparung anders aus als in einem Neubau nach aktuellem Standard. Eines gilt jedoch grundsätzlich: Bei Fußbodenheizungen lohnt sich eine Nachtabsenkung meist nur in schlecht gedämmten Häusern, weil die Reaktionsträgheit des Systems den Spareffekt sonst aufzehrt.

Die richtigen Hilfsmittel für Temperatur und Luftfeuchtigkeit

Wer die Nachtabsenkung nicht dem Zufall überlassen will, ist mit einem elektronischen Thermostat mit Zeitschaltuhr gut beraten. „Das hilft, die Temperatur konstant auf einem Niveau zu halten, bei der die Räume nicht zu sehr auskühlen, aber auch nicht unnötig Energie verbraucht wird“, erklärt Endres. Wer die Absenkung regelmäßig vergisst, kann auch auf smarte Thermostate umsteigen, die sich per App oder automatisch nach Uhrzeit steuern lassen.

Für die Kontrolle der Luftfeuchtigkeit empfiehlt sich ein Hygrometer. Einfache Modelle mit hoher Messgenauigkeit sind bereits für rund 11 Euro im Handel erhältlich – und liefern jederzeit einen Blick auf den zweiten entscheidenden Wert der Nacht.

Wer beide Werte – Temperatur und Luftfeuchte – im Griff hat, schützt nicht nur seine Wohnung vor Schimmel, sondern spart über die gesamte Heizsaison spürbar Energie: Nicht durch das Abdrehen des Heizkörpers, sondern durch das präzise Herunterdrehen.

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