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Tomorrow-App CO2-Footprint: Wie deine Debitkarte deinen Klimaverbrauch sichtbar macht

Tomorrow-App CO2-Footprint: Wie deine Debitkarte deinen Klimaverbrauch sichtbar macht

Du bezahlst deinen Wocheneinkauf beim Supermarkt, tankst kurz danach und buchst am Abend noch ein Flugticket — und weißt am Ende des Tages nicht, wie viel CO2 dieser Tag eigentlich gekostet hat. Genaue Zahlen fehlen, das schlechte Gewissen bleibt diffus. Genau in diese Lücke stößt die Banking-App von Tomorrow mit ihrem neuen Feature.

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Ab dem 1. Juni bietet Tomorrow das Feature „CO2 Footprint“ an, das gemeinsam mit dem technischen Partner Ecolytiq entwickelt wurde. Es verspricht, jede Kartenzahlung mit einem konkreten CO2-Wert zu verknüpfen — doch wie genau funktioniert das, und was kann man wirklich damit anfangen?

Wer das CO2-Footprint-Feature nutzen kann — und wer nicht

Das Feature ist ausschließlich für Kund:innen von Tomorrow verfügbar. Wer sein Konto bei einer anderen Bank hat, kann es nicht nutzen — die Funktion greift direkt auf die Transaktionsdaten der Tomorrow-Debitkarte zu und ist ohne diesen Datenzugang schlicht nicht möglich.

Bestandskund:innen schalten die Funktion bequem in den App-Einstellungen frei. Danach erscheint zu jeder Kartenzahlung ein berechneter CO2-Wert. Die App selbst sowie das CO2-Feature sind für alle Tomorrow-Kund:innen kostenlos und laufen auf iPhones und Android-Smartphones.

So berechnet die App den CO2-Wert jeder Transaktion

Der Kern des Features ist eine näherungsweise Berechnung: Für jeden Einkauf mit der Tomorrow Debit Card ermittelt Ecolytiq einen CO2-Wert in Kilogramm, der sich aus zwei Faktoren zusammensetzt — dem bezahlten Betrag und der Kategorie des Händlers, bei dem eingekauft wurde.

Kategorien und ihre CO2-Werte im Vergleich

Je nach Händler ordnet das Feature die Transaktion einer bestimmten Kategorie zu. Hast du beim Supermarkt eingekauft, landet die Zahlung in der Kategorie Lebensmittel; eine Buchung bei einer Fluggesellschaft fällt unter Flugreise. Die Unterschiede zwischen den Kategorien sind erheblich. Folgende Kategorien werden unter anderem erfasst:

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  • Supermarkt und Einzelhandel
  • Öffentliche Verkehrsmittel
  • Flugreise
  • Zugreise
  • Drogerie
  • Bäckerei und Café
  • Kleidung
  • Catering

Besonders aufschlussreich sind die Spitzenwerte: Eine Tankstelle schlägt mit 1.888 Gramm CO2 pro Euro zu Buche, Flugverkehr mit 1.666 Gramm, Online-Shopping mit 942 Gramm. Im Vergleich dazu kommt ein Supermarkt auf 858 Gramm, eine Drogerie auf 800 Gramm, Energie auf 487 Gramm, Möbel auf 186 Gramm und Langstreckenzugtickets auf lediglich 71 Gramm CO2 pro Euro.

Interessant ist auch der Unterschied bei Streamingdiensten: Videodienste verursachen 202 Gramm CO2 pro Euro, Audiodienste hingegen nur 6 Gramm — ein Unterschied, der die meisten Nutzer:innen überraschen dürfte.

Angaben verfeinern für ein genaueres Ergebnis

Bei Einkäufen in den Kategorien Supermarkt, Restaurant und Reisen lässt sich der berechnete Wert durch zusätzliche Angaben präzisieren. Wer im Supermarkt vorwiegend vegan einkauft, kann das angeben — und der CO2-Wert sinkt dadurch spürbar: statt ursprünglich 36 Kilogramm werden dann beispielsweise nur 25 Kilogramm ausgewiesen. Auch die Flugdauer lässt sich beim Kauf eines Flugtickets ergänzen, um den Wert realistischer zu machen.

Monatsübersicht und Insights: Was die App dauerhaft zeigt

Das Feature beschränkt sich nicht auf einzelne Transaktionen. Im Kontoauszug sind alle Kartenzahlungen mit dem jeweiligen CO2-Wert aufgelistet, und die monatliche Gesamtmenge ist auf einen Blick erkennbar. Wer tiefer einsteigen will, findet in der Übersicht namens Insights eine Aufschlüsselung nach Kategorien — so wird klar, ob die größte CO2-Last beim Einkaufen, beim Reisen oder anderswo entsteht.

Wichtig dabei: Erfasst werden ausschließlich Zahlungen, die mit der Tomorrow-Debitkarte getätigt wurden. Barzahlungen oder Transaktionen über andere Karten bleiben unsichtbar.

Was das Feature leistet — und was es nicht kann

Das CO2-Footprint-Feature macht keine Kaufentscheidungen. Es kompensiert keine Emissionen, und es ist kein Freifahrtschein. Wie David Lais, Mitbegründer von Ecolytiq, es formuliert: „Zur Bewältigung der Klimakrise brauchen wir Transparenz auf allen Ebenen. Den eigenen Fußabdruck zu kennen ist dabei ein erster Anfang — so verändert nicht nur unser Geld auf dem Konto die Welt, sondern zeigt uns auch unseren individuellen Einfluss für einen nachhaltigen Lebensstil.“

Das Feature dient also in erster Linie dazu, Aufmerksamkeit zu erzeugen und für das Thema zu sensibilisieren. Die berechneten Werte sind Näherungswerte auf Basis festgelegter Parameter von Ecolytiq — sie bilden nicht zwingend die individuelle Realität ab, liefern aber eine belastbare Orientierung.

Alternativen zum Tomorrow-Feature: Was es sonst noch gibt

Wer kein Tomorrow-Konto hat oder zusätzliche Werkzeuge sucht, hat andere Optionen. Seit 2020 bietet die App Klimakompass von Worldwatchers eine grobe Schätzung des persönlichen CO2-Impacts auf Basis des Lebensstils. Auch die Bezahlplattform Klarna verfügt über ein CO2-Feature für den eigenen Warenkorb — allerdings steht dieses im Widerspruch zu Klarnas Kerngeschäftsmodell, das auf Impulskäufen und dem „Kauf jetzt, zahle später“-Prinzip aufbaut, was das Feature in diesem Kontext wenig glaubwürdig macht.

Bei Tomorrow hingegen passt das CO2-Footprinting zum Selbstverständnis der Bank, die nachhaltiges Wirtschaften als Kernversprechen formuliert — das Feature ist dort keine aufgesetzte Marketingmaßnahme, sondern eine konsequente Erweiterung des Angebots.

Wer seine Werte über mehrere Monate beobachtet, bekommt irgendwann ein Muster zu sehen — und das ist der Moment, in dem aus einer App-Funktion eine echte Entscheidungsgrundlage werden kann.

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