Lavendel hält Ameisen vom Gemüsebeet fern – am besten wirkt er jedoch vorbeugend, bevor sich eine Kolonie erst einmal festgesetzt hat. Wer früh genug eingreift, kann einzelne Nutzpflanzen mit einfachen Lavendelschnitten schützen.
Ameisen zeigen eigentlich, dass ein Garten insektenfreundlich ist. Problematisch wird es, wenn sie Nester unter Nutzpflanzen anlegen – besonders in Kübeln und Hochbeeten – und das Wurzelwerk schädigen. Außerdem bringen Ameisen häufig Blattläuse mit, die sich dann ebenfalls auf dem Gemüse einnisten.
Lavendelschnitte um die Pflanze: Was wirklich passiert
Nachdem eine Ameisenkolonie ihr Nest unter einer Artischockenpflanze im Kübel angelegt hatte und die Pflanze daraufhin einging, wurden Lavendelschnitte rund um die Pflanze im Kübel verteilt. Das Ergebnis war zweigeteilt: Die Ameisen mieden zwar das Blattwerk der Pflanze und die Außenfläche des Kübels, das bereits bestehende Nest im Erdinneren blieb jedoch unangetastet. Der unterirdische Befall war letztlich der Grund für das Absterben der Artischocke.
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Diese Erfahrung zeigt die wichtigste Einschränkung der Methode: Lavendel verdrängt kein bestehendes Nest. Er kann Ameisen lediglich davon abhalten, eine Pflanze neu zu befallen.
Schutzring aus Lavendelschnitten bei ersten Anzeichen
Sobald erste Ameisen auf Nutzpflanzen wie Tomatillo oder Physalis klettern, ist der richtige Zeitpunkt für den Einsatz von Lavendel. Dafür werden mehrere Lavendelschnitte zu einem Strang geflochten oder einfach lose im Kreis um den Ansatz der Pflanze gelegt. Das Flechten ist rein ästhetisch – die genaue Form der Ablage hat keinen Einfluss auf die Wirkung.
Nach dem Auslegen des Schutzrings mieden die Ameisen die behandelten Pflanzen. Daraufhin wurden vorbeugend weitere Lavendelringe um andere gefährdete Nutzpflanzen gelegt, ebenfalls mit Erfolg. Als präventive Maßnahme gegen kletternde Ameisen ist diese Methode einfach und wirksam.
Lavendel in der Kübelerde: So werden Kübelpflanzen von innen geschützt
Für Kübelpflanzen empfiehlt sich ein zusätzlicher Schritt direkt beim Einpflanzen. Beim Anpflanzen von Heidelbeeren in Kübeln wurden Lavendelschnitte auf den Boden des Kübels gelegt und weitere Schnitte unter die Kübelerde gemischt, bevor die Sträucher eingesetzt wurden. Ziel war es, den Kübel für Ameisen als Nistort unattraktiv zu machen.
Keine der so vorbereiteten Kübelpflanzen wurde anschließend von Ameisen befallen. Diese Kombination aus Lavendel am Kübelgrund und in der Erde scheint besonders geeignet, um Nestbau von vornherein zu verhindern.
Wann Lavendel gegen Ameisen nicht mehr ausreicht
Wer bereits ein unterirdisches Nest in einem Kübel oder Beet vermutet, sollte sich nicht allein auf Lavendel verlassen. Die Methode schreckt Ameisen von der Oberfläche und vom Klettern an Pflanzen ab, entfernt ein bestehendes Nest aber nicht. Für diesen Fall sind andere Maßnahmen notwendig. Lavendel entfaltet seinen Schutz nur dann vollständig, wenn er eingesetzt wird, bevor sich die Tiere dauerhaft niedergelassen haben.
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