Android-Ablaufdatum: Wann dein Smartphone kein Sicherheitsupdate mehr bekommt

Du nimmst dein Android-Smartphone in die Hand, öffnest die Einstellungen — und siehst, dass das letzte Sicherheitsupdate vor über einem halben Jahr installiert wurde. Kein neues ist seither gekommen. Das Gerät funktioniert noch tadellos, der Akku hält durch, alle Apps starten. Und trotzdem ist irgendetwas abgelaufen.

Android-Smartphones haben ein softwareseitiges Ablaufdatum: den Tag, ab dem der Hersteller keine Sicherheitsupdates mehr liefert. Was das konkret bedeutet, wie du diesen Termin für dein Modell herausfindest und was du mit einem abgelaufenen Gerät noch sinnvoll anfangen kannst — das klärt dieser Artikel.

Was das Ablaufdatum eines Android-Smartphones bedeutet

Bei Android-Geräten sind nicht Google allein, sondern die jeweiligen Hersteller — also etwa Samsung, Fairphone oder Motorola — für die Bereitstellung von Software-Updates zuständig. Stellen sie diese Aktualisierungen ein, hat das Gerät sein Ablaufdatum erreicht.

Besonders relevant sind dabei die regelmäßigen Sicherheitsupdates. Sie schließen Lücken in der Software, die Angreifer sonst ausnutzen könnten. Werden keine Updates mehr eingespielt, bleiben diese Lücken dauerhaft offen — und mit der Zeit kommen neue dazu. Das Gerät wird schrittweise angreifbarer, ohne dass es von außen zu sehen ist.

So findest du heraus, ob dein Gerät noch Updates erhält

Einen ersten Hinweis liefert das Gerät selbst. Gehe dafür in die Einstellungen deines Smartphones:

  1. Öffne „Einstellungen
  2. Tippe auf „Telefoninfo
  3. Schaue unter „Android-Version” oder „Sicherheitspatch-Ebene” nach dem Datum des letzten Updates

Liegt dieses Datum mehr als sechs Monate zurück, ist das ein deutliches Zeichen, dass dein Gerät möglicherweise nicht mehr aktiv mit Sicherheits-patches versorgt wird.

Das genaue Ablaufdatum findest du am zuverlässigsten im Internet. Die Website endoflife.date listet zahlreiche Hersteller und Modelle mit dem jeweiligen Enddatum des Software-Supports auf. Alternativ kannst du in einer Suchmaschine deinen Gerätenamen eingeben — zum Beispiel „Samsung Galaxy A17″ oder „Fairphone 6″ — kombiniert mit dem Begriff „Software-Support Ende” oder „Sicherheitsupdates bis wann”. Dein genaues Modell steht übrigens ebenfalls unter „Telefoninfo” in den Einstellungen.

Die EU-Regel, die seit Juni 2025 gilt — aber nicht rückwirkend

Seit Juni 2025 gilt in der Europäischen Union die Ecodesign for Sustainable Products Regulation. Sie verpflichtet Hersteller, Smartphones noch mindestens fünf Jahre lang mit Software-Updates zu versorgen, nachdem ein Modell vom Markt genommen wurde.

Der entscheidende Vorbehalt: Die Verordnung gilt nur für Geräte, die ab Juni 2025 auf den Markt kommen. Ältere Modelle fallen nicht darunter. Wer also heute ein Smartphone aus dem Jahr 2022 oder 2023 in der Schublade hat, kann sich auf diese Regelung nicht berufen — das Supportende bleibt, was es war.

Darf ich ein abgelaufenes Android-Smartphone noch nutzen?

Ja — mit Einschränkungen. Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt, Smartphones stets aktuell zu halten. Ein Gerät ohne laufende Sicherheitsupdates funktioniert zwar weiterhin, ist aber für bestimmte Nutzungsszenarien nicht mehr geeignet.

Konkret solltest du auf einem abgelaufenen Gerät Folgendes vermeiden: Online-Banking, Einkäufe in App-Stores oder Online-Shops, das Einloggen in E-Mail-Konten sowie alles, wobei du Passwörter oder Zahlungsdaten eingibst. Deine persönlichen Daten sind auf einem Gerät ohne aktuelle Sicherheits-patches deutlich leichter angreifbar.

Wegwerfen musst du es deshalb aber nicht. Aus Umweltsicht ist es sinnvoller, das Gerät für Aufgaben weiterzunutzen, bei denen keine sensiblen Daten im Spiel sind: als Musik-Player, zum Abspielen von Videos, zum Lesen von E-Books oder als fest installiertes Navigationsgerät im Auto — immer ohne SIM-Karte und ohne eingeloggte Konten.

Beim nächsten Smartphone-Kauf auf die Support-Dauer achten

Wer bewusst kauft, schaut nicht nur auf Preis und Kameraqualität, sondern auch auf das zugesagte Update-Fenster. Hersteller wie Fairphone kommunizieren ihre Support-Zeiträume transparent und versprechen beim Fairphone 6 besonders lange Updatezeiträume. Auch Google Pixel-Geräte gelten als gut versorgt.

Eine weitere Option sind gebrauchte Android-Smartphones — günstig und ressourcenschonend, sofern das Supportende noch in weiter Ferne liegt. Geräte, die kurz vor dem Ablaufdatum stehen, sind dagegen trotz niedrigem Preis keine gute Wahl.

Hast du keinerlei Verwendung mehr für ein abgelaufenes Gerät, lohnt sich der Verkauf oder eine Spende an gemeinnützige Organisationen — Smartphones enthalten wertvolle Rohstoffe wie seltene Erden, die beim Recycling zurückgewonnen werden können.

Woran du erkennst, dass dein Gerät bald kein Update mehr bekommt

Es gibt keine Push-Benachrichtigung, die dich darauf hinweist, dass der Hersteller den Support einstellt. Du musst also selbst aktiv werden. Drei Zeichen sprechen dafür, dass das Ende des Update-Supports naht oder bereits eingetreten ist:

  • Das letzte Sicherheitspatch-Datum unter „Telefoninfo” ist älter als sechs Monate
  • Die aktuelle Android-Version des Geräts liegt zwei oder mehr Hauptversionen hinter der aktuellen Android-Version zurück
  • Auf der Website des Herstellers oder auf endoflife.date ist für dein Modell kein zukünftiges Update-Datum mehr vermerkt

Wer regelmäßig — etwa einmal jährlich — nachschaut, wie lange das eigene Gerät noch unterstützt wird, kann rechtzeitig entscheiden, ob ein Wechsel sinnvoll ist, bevor Sicherheitslücken zum echten Problem werden.

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