Endivie vs. Chicorée: Wie du beide Sorten sicher unterscheidest — mit Nährwerttabelle

Du stehst vor dem Gemüseregal, siehst zwei blasse, leicht bittere Köpfe nebeneinander und greifst zur falschen Sorte — das passiert selbst geübten Köchinnen und Köchen regelmäßig. Endivie und Chicorée werden im Alltag so oft verwechselt, dass manche Händler die Namen schlicht synonym verwenden.

Dabei sind es zwei eigenständige Salatsorten mit unterschiedlichem Aussehen, verschiedenen Saisons und messbaren Unterschieden beim Mineralstoff- und Vitamingehalt. Wer die Merkmale einmal kennt, verwechselt sie nie wieder — und trifft beim Einkauf die bewusste Wahl.

Was Endivie und Chicorée gemeinsam haben — und was sie trennt

Beide Sorten gehören zur Familie der Korbblütler und zur Gattung der Wegwarten. Das ist die botanische Grundlage ihrer Ähnlichkeit: leicht bitterer Geschmack, hoher Wasseranteil, kalorienarm. Doch schon beim ersten Blick ins Regal zeigen sich deutliche Unterschiede.

Die Endivie bildet lockere, grüne bis gelbliche Köpfe — je nach Sorte glattblättrig oder kraus. Chicorée dagegen wächst als fester, länglicher, hell-weißer bis cremefarbener Kolben, der sich fest anfühlt wie ein kleiner Fußball. Die Konsistenz allein ist das zuverlässigste Erkennungsmerkmal.

  • Endivie: lockere, grüne bis gelbe Köpfe (glatt oder kraus); Saison August bis Dezember; Haltbarkeit bis zu 3 Tage; Lagertemperatur 0 bis 1 Grad Celsius; nicht heimisch, aber Nahrungsquelle für Bienen und Schmetterlingsraupen
  • Chicorée: feste, längliche, helle Kolben; Saison Oktober bis März; Haltbarkeit bis zu 4 Tage; Lagertemperatur 7 bis 8 Grad Celsius; heimisches Gewächs

Ein praktischer Hinweis für den Einkauf: Chicorée verträgt keine Kälte unter 7 Grad — wer ihn zu kalt lagert, riskiert braune Ränder und Bitterkeit. Die Endivie hingegen mag es fast frostig.

Nährwerte im direkten Vergleich: Kaum Kalorien, viel Wasser

Wer abnehmen möchte oder einfach leicht essen will, liegt mit beiden Sorten richtig. Pro 100 Gramm kommen Chicorée auf 16 Kilokalorien und Endivie auf 14 Kilokalorien — ein Unterschied, der im Alltag keine Rolle spielt.

Ähnlich eng liegen die Werte beim Wasseranteil: Chicorée besteht zu 94,4 Prozent aus Wasser, Endivie zu 93,3 Prozent. Beim Ballaststoffgehalt trennen die beiden ebenfalls nur Zehntelprozente — Chicorée bringt es auf 1,3 Gramm pro 100 Gramm, Endivie auf 1,2 Gramm.

Mineralstoffe: Hier punktet die Endivie deutlich

Beim Mineralstoffgehalt wird der Unterschied zwischen den beiden Sorten spürbar. Endivie liefert pro 100 Gramm 346 Milligramm Kalium, Chicorée nur 192 Milligramm — also deutlich weniger als die Hälfte. Ähnlich verhält es sich beim Calcium: Endivie enthält 54 Milligramm, Chicorée 26 Milligramm.

Beim Eisen setzt sich die Endivie ebenfalls durch: 1,4 Milligramm gegenüber 0,7 Milligramm im Chicorée. Einzig beim Magnesium dreht Chicorée den Spieß um — er kommt auf 13 Milligramm pro 100 Gramm, Endivie auf 10 Milligramm. Wer also gezielt Kalium und Calcium zuführen möchte, greift besser zur Endivie.

Vitamine: Chicorée glänzt beim Betacarotin

Beide Sorten enthalten Betacarotin, Vitamin C und Vitamin E. Doch die Gewichtung fällt sehr unterschiedlich aus. Beim Betacarotin ist der Abstand verblüffend: Chicorée enthält 3,43 Milligramm pro 100 Gramm, Endivie nur 1,09 Milligramm. Betacarotin ist eine Vorstufe von Vitamin A und wirkt als Antioxidans.

Beim Vitamin C liegen beide gleichauf — jeweils 10 Milligramm pro 100 Gramm. Beim Vitamin E kehrt sich das Bild wieder um: Endivie enthält 1 Milligramm, Chicorée lediglich 0,1 Milligramm. Spinat übertrifft beide Sorten beim Vitamin-C-Gehalt deutlich — wer also auf dieses Vitamin angewiesen ist, sollte ihn nicht vergessen.

Schadstoffbelastung: Was Nitrat und Pestizide angeht

Grundsätzlich gelten beide Sorten als unbedenklich. Eine Untersuchung der Stiftung Warentest ergab, dass Chicorée Pestizidrückstände weit unterhalb der gesetzlich festgelegten Höchstwerte aufweist. Zudem ist der Nitratgehalt im Chicorée vergleichsweise gering.

Anders sieht es bei der Endivie aus: Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit wies bei Untersuchungen von Endivie erhöhte Nitratgehalte nach. Nitrat selbst ist nicht direkt giftig, doch seine Abbauprodukte im Körper erwiesen sich in Tierversuchen als krebserregend — so bewertet es das Bundesinstitut für Risikobewertung. Der Konsum von nitratreichen Lebensmitteln sollte daher mäßig bleiben.

Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wählt bei der Endivie bevorzugt Bioware und kauft sie in ihrer Hauptsaison zwischen August und Dezember — dann sind Anbaubedingungen und Nährstoffgehalt in der Regel am günstigsten.

Wer beide Sorten regelmäßig abwechselt, profitiert von ihren je unterschiedlichen Stärken — und hat das Regal beim nächsten Einkauf mit einem einzigen Blick im Griff.

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