Das Nudelwasser direkt im Kochtopf zu erhitzen ist in den meisten Fällen energieeffizienter, als es vorher im Wasserkocher vorzukochen. Zwar gilt der Wasserkocher bei kleinen Mengen oft als die schnellere und sparsamere Wahl – beim Nudelkochen spricht jedoch ein konkreter Grund dagegen.
Warum der Wasserkocher beim Nudelwasser Energie verschwendet
Rainer Stamminger, Professor für Haushaltsgeräte an der Universität Bonn, erklärte bereits 2022 gegenüber dem Bayerischen Rundfunk, warum er diese Methode nicht empfiehlt. Der Wasserkocher erhitzt beim Betrieb nicht nur das Wasser, sondern auch sich selbst. Wer das heiße Wasser anschließend in den Kochtopf umfüllt, gibt außerdem Wärme an den Topf ab.
Bei dieser Vorgehensweise werden also zwei Behälter miterwärmt statt einem – das kostet zusätzliche Energie ohne Nutzen. Besonders ausgeprägt ist dieser Verlust bei Wasserkochern aus Metall. Modelle aus Kunststoff schneiden in diesem Punkt etwas besser ab, werden aber früher oder später zu Plastikmüll.
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Wie der Herdtyp die Bilanz verändert
Wie stark der Energieverlust durch das Vorkochen ins Gewicht fällt, hängt vom verwendeten Herd ab. Gewöhnliche Elektroherdplatten, Glaskeramikkochfelder und Gasherde geben viel Wärme an die Umgebung ab und arbeiten daher weniger effizient. Bei diesen Modellen ist der zusätzliche Verlust durch das Erhitzen des Wasserkochers vergleichsweise gering, weil ohnehin mehr Energie auf anderem Weg verloren geht.
Induktionsherde hingegen erreichen einen ähnlich hohen Wirkungsgrad wie Wasserkocher. Wer über einen solchen Herd verfügt, profitiert vom Vorkochen im Wasserkocher am wenigsten – hier ist der direkte Weg in den Topf klar die bessere Wahl. Professor Stamminger riet allerdings grundsätzlich und aus Sicht der Energieeffizienz davon ab, Nudelwasser im Wasserkocher vorzubereiten.
Was schneller geht – Wasserkocher oder Herd
Auch bei der Geschwindigkeit kommt es auf den Herd an. Gegenüber Gasherden, Glaskeramikkochfeldern und herkömmlichen Elektroherdplatten ist der Wasserkocher deutlich schneller. Moderne Induktionsherde mit Boost-Funktion sind dem Wasserkocher beim Erhitzen jedoch ähnlich schnell. Hinzu kommt: Das Umfüllen kostet Zeit, und das Wasser im Topf braucht danach einen Moment, bis es erneut aufkocht.
Energie sparen beim Nudelkochen – was wirklich hilft
In den meisten Haushalten lohnt es sich nicht, das Wasser vor dem Kochen in den Wasserkocher zu geben. Nur wer eine sehr ineffiziente Herdplatte nutzt, die lange braucht, um Wasser zum Kochen zu bringen, kann von dieser Methode profitieren.
Eine weitere Möglichkeit, beim Nudelkochen Energie zu sparen, ist das sogenannte passive Kochen: Hat das Wasser erst einmal gekocht, muss der Herd nicht die gesamte Garzeit weiterlaufen.
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