Ob du verblühte Hortensien schneiden solltest, hängt von der Sorte und davon ab, was du damit erreichen willst. Gartenexperte Oliver Kipp erklärt, dass ein Schnitt grundsätzlich nicht zwingend nötig ist.
Rückschnitt und Pflegeschnitt: zwei verschiedene Maßnahmen mit unterschiedlichen Zielen
Grundsätzlich gibt es bei Hortensien zwei Arten von Schnittmaßnahmen. Der Rückschnitt zielt darauf ab, die Vitalität des Strauches zu erhalten und ein ausgewogenes Wuchsbild zu erzeugen. Dabei entfernst du vor allem trockene und alte Zweige, die kaum noch Blüten tragen, möglichst nah an der Basis. Zu dicht stehende Triebe kannst du direkt über dem Boden abschneiden. Wachsen einzelne Triebe ungleichmäßig weit aus dem Strauch heraus, lassen sie sich um ein Drittel oder mehr einkürzen. Den Rückschnitt führst du am besten während der Ruhezeit durch, also von Herbst bis Frühling, da du den Wuchs im blattlosen Zustand besser beurteilen kannst.
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Der Pflegeschnitt ist dagegen eine rein kosmetische Maßnahme. Für die Gesundheit oder Vitalität des Strauches spielt es keine Rolle, ob du die Blütenstände nach der Blüte stehenlässt oder abschneidest. Stören dich verblühte Köpfe, kannst du sie unmittelbar nach der Blüte bis auf das zweite Blattpaar unter dem Blütenstand kürzen. Andernfalls lässt du sie stehen und wartest bis zum Vorfrühling, denn eingetrocknete Blütenstände sind im Winter durchaus ein dekorativer Anblick im Garten.
Welche Hortensien profitieren von einem Rückschnitt?
Ein klarer Grund für den Rückschnitt ist das Ziel, besonders große Blüten an einem kompakten Strauch zu fördern. Ob das durch starkes Zurückschneiden gelingt, hängt allerdings von der Sortengruppe ab:
- Hydrangea arborescens (z. B. ‚Annabelle‘ und ‚Pink Annabelle‘) blühen auch nach einem starken Frühjahrsrückschnitt bis auf wenige Zentimeter über dem Boden noch im selben Jahr üppig.
- Hydrangea paniculata (Rispen-Hortensie) blüht ebenfalls nach kräftigem Rückschnitt im selben Jahr. Die kegeligen Blütenstände erscheinen in Weißtönen und nehmen je nach Sorte im Herbst rosa oder rötliche Nuancen an.
- Hydrangea macrophylla (Bauern-Hortensien mit teller- oder ballartigen Blütenständen in Weiß, Rosa, Blau und Violett) blühen überwiegend an den Trieben des Vorjahres. Wer den gesamten Strauch stark zurückschneidet, muss ein Jahr auf eine reiche Blüte warten. Ausnahmen sind Sorten wie ‚Endless Summer‘ oder die ältere Sorte ‚Bouquet Rose‘.
- Hydrangea serrata ist die kleinere Ausgabe von Hydrangea macrophylla und sieht auch ohne Rückschnitt gut aus.
- Samt-Hortensien und Eichblatt-Hortensien, die vor allem wegen ihres Blattschmucks gepflanzt werden, schneidet man generell nicht zurück, da sie mit den Jahren immer prächtiger werden.
Wann der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt ist
Den Rückschnitt kannst du idealerweise schon im Herbst vornehmen. Bei spätfrostgefährdeten Sorten – insbesondere den Ball- und Teller-Hortensien der Hydrangea-macrophylla-Gruppe – empfiehlt sich der Schnitt erst im Frühjahr, damit die Triebe die Pflanze über den Winter schützen.
Für Hydrangea arborescens und Hydrangea paniculata gilt: Ein starker Rückschnitt im Frühjahr ist problemlos möglich, ohne die Blüte im laufenden Jahr zu gefährden.
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