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Warum du den Hundehaufen deines Vierbeiners niemals einfach liegen lassen solltest

Warum du den Hundehaufen deines Vierbeiners niemals einfach liegen lassen solltest

Rund 10 Millionen Hunde hinterlassen täglich ihre Häufchen in Deutschland – zusammen wären das knapp 45.000 Tonnen Hundekot pro Tag. Was viele unterschätzen: Liegengelassener Hundekot ist weit mehr als ein Ärgernis. Er gefährdet die Gesundheit von Menschen, Tieren und belastet die Umwelt erheblich.

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Gesundheitsrisiko für Mensch und Tier

Im Hundekot finden sich häufig Parasiten wie Toxocara canis, Trichuris vulpis und Hakenwürmer der Gattung Ancylostoma, aber auch Bakterien wie Campylobacter, Salmonellen und Giardia, die auf Menschen übertragen werden können. Dem Kot ist dabei nicht anzusehen, ob das Tier infiziert ist – Wurmeier sind mit bloßem Auge nicht erkennbar.

Kinder und immungeschwächte Menschen sind besonders gefährdet. Außerdem wurden in Hundekot Antibiotika-Resistenz-Gene nachgewiesen. Eine Ansteckung ist laut den Quellen sogar noch möglich, wenn der sichtbare Kothaufen längst abgebaut wurde.

Hundekot düngt nicht – er schadet dem Boden

Anders als Pferdeäpfel oder Kuhdung ist Hundekot kein Pflanzendünger. Hunde sind Fleischfresser, und der Kot von Fleischfressern überträgt Krankheitserreger deutlich häufiger als der von Pflanzenfressern. Gelangt Hundekot in Böden und Gewässer, führen die enthaltenen Mengen an Stickstoff und Phosphor zur Eutrophierung – einer unerwünschten Nährstoffanreicherung – und können das Grundwasser mit Bakterien belasten.

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Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Technischen Universität Berlin haben in einer Studie zur Ökobilanz von Hunden errechnet: „Die von einem Hund verursachte Überdüngung entspricht derjenigen, die bei der Produktion von 21.900 Litern Bier entsteht.“ Und weiter: „Die Ökotoxizität für Gewässer übertrifft die eines mit Glyphosat behandelten Ackers von 6,5 Hektar Größe.“

Gefahr für Nutzvieh: Fehlgeburten bei Kühen

Auf Weiden und Äckern kann Hundekot für Rinder lebensbedrohlich werden. Der Parasit Neospora caninum gilt weltweit als Hauptursache für Fehlgeburten bei Kühen. Der Hund ist Endwirt dieses Erregers und scheidet ihn mit dem Kot aus. Nehmen Kühe, Schafe, Ziegen oder Pferde den Kot eines infizierten Hundes mit dem Futter auf, können sie sich infizieren.

Franz J. Conraths, Leiter des Instituts für Epidemiologie am Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, erklärte gegenüber dem MDR: „Hunde aus Privathaushalten, die auf der Weide gelegentlich ihr Geschäft verrichten, stellen ein geringeres Risiko dar als Hofhunde aus landwirtschaftlichen Betrieben, in denen selbst Rinder gehalten werden.“

Verunreinigte Lebensmittel und Futterpflanzen

Da nicht Halterinnen oder Halter, sondern der Hund den Ort seines Geschäfts wählt, landet Hundekot regelmäßig auf landwirtschaftlich genutzten Wiesen und Feldern. Bleibt er dort liegen, verunreinigt er angebaute Futter- und Lebensmittel mit denselben Erregern, die oben beschrieben wurden.

Bußgelder: Bis zu 1.000 Euro Strafe möglich

Hundekot liegen zu lassen ist in Deutschland eine Ordnungswidrigkeit. Je nach Gemeinde können Bußgelder von bis zu 1.000 Euro verhängt werden. Die Hundesteuer, die alle Halterinnen und Halter entrichten, umfasst dabei ausdrücklich keinen kostenlosen Einsammelservice der Kommune.

Die italienische Provinz Südtirol geht seit Anfang 2024 noch weiter: Ein neues Gesetz verpflichtet Hundehalterinnen und -halter, das Erbgut ihrer Tiere analysieren und in einer Datenbank speichern zu lassen. Wird ein herrenloser Haufen gefunden, lässt sich per DNA feststellen, welcher Hund ihn hinterlassen hat – und ein Bußgeld folgt.

Giftköder: Weniger Häufchen, weniger Konflikte

Hundekot auf Gehwegen ist ein Reizthema, das in Einzelfällen dazu führt, dass Hundegegner Giftköder auslegen – mit oft tödlichem Ausgang für den Hund. Je konsequenter Halterinnen und Halter die Hinterlassenschaften ihrer Tiere einsammeln, desto weniger Konfliktpotenzial entsteht im Miteinander von Hundebegeisterten und Hundeskeptikern.

Hundekot richtig entsorgen – drei praktische Tipps

  1. Die Hand in den Kotbeutel stecken, den Haufen wie mit einem Handschuh aufsammeln, den Beutel umstülpen und verknoten. Beutel und Inhalt gehören in den Restmüll – auch Beutel aus Bioplastik, da viele davon nur in industriellen Kompostieranlagen vollständig abgebaut werden.
  2. Wer den Beutel geruchsneutral transportieren möchte, drückt vor dem Zuknoten möglichst viel Luft heraus und verstaut ihn in einem Schraubglas – sinnvoll auch abseits belebter Wege oder im Gebirge.
  3. Als Alternative zum Kotbeutel eignen sich alte Brottüten und andere Behältnisse – Hauptsache, sie werden anschließend ordnungsgemäß im Restmüll entsorgt.

Liegengelassene Beutel in der Natur sind keine Lösung: Auch sie können zu Mikroplastik- und Nährstoffeinträgen beitragen, wenn sie dort verrotten.

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