Nicht winterharte Sommerblüher überleben den Frost im Boden oft nicht. Wer ihre Zwiebeln im Herbst ausgräbt und richtig lagert, sichert sich die Blütenpracht fürs nächste Jahr.
Warum sich das Ausgraben lohnt – auch bei winterharten Sorten
Der offensichtlichste Grund ist der Schutz vor Frostschäden. Doch das Ausgraben hilft auch gegen zwei weitere Probleme: Große, schwere Zwiebeln sacken mit der Zeit tiefer ins Erdreich ab, sodass die Pflanzen kaum noch Sonnenlicht bekommen und verkümmern. Wer bemerkt, dass Tulpen von Jahr zu Jahr weniger werden, sollte dieses Absinken als mögliche Ursache in Betracht ziehen. Außerdem schützt das Ausgraben die Zwiebeln vor Staunässe und Wühlmäusen – beides kann die Langlebigkeit der Pflanzen erheblich beeinträchtigen.
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Ob eine Zwiebelsorte tatsächlich ausgegraben werden muss, hängt manchmal von der genauen Züchtung ab. Vor dem Griff zur Schaufel lohnt sich deshalb eine kurze Recherche zur Frostresistenz der eigenen Sorte. Für die folgenden acht Arten gilt jedoch grundsätzlich: Zwiebeln vor dem Winter aus dem Boden holen.
- Gladiolen
- Montbretien
- Blumenrohr
- Begonien
- Lilien
- Tigerblumen
- Dahlien (vertragen leichten Frost, sollten aber dennoch ausgegraben werden)
- Ranunkeln
Hinweis zu Frühlingsblühern: Tulpen, Narzissen, Traubenhyazinthen und Schneeglöckchen gehören zu den Frühlingsblühern und sind frostige Temperaturen gewohnt. Bei Tulpen geht es nicht ums Überwintern, sondern ums Übersommern – das ist eine andere Maßnahme.
Schritt für Schritt: Blumenzwiebeln richtig ausgraben

Sobald die Blätter der Pflanze ausgetrocknet sind – oder spätestens nach dem ersten Frost – ist der richtige Zeitpunkt zum Ausgraben. Je nach Jahr und Region fällt das meist in den September oder Oktober.
- Stängel kürzen: Schneide die Stängel auf etwa zehn Zentimeter zurück. Das hilft der Pflanze, ihre Energie in der Zwiebel zu bündeln.
- Vorsichtig ausstechen: Grabe die Zwiebeln behutsam aus und vermeide dabei Spatenstiche direkt in die Zwiebel. Keine Überraschung, wenn plötzlich mehr Zwiebeln im Boden stecken als eingepflanzt – Blumenzwiebeln vermehren sich unterirdisch.
- Erde entfernen: Putze die Zwiebeln vorsichtig mit den Händen und befreie sie so gut wie möglich von Erdresten.
Blumenzwiebeln richtig lagern: Bedingungen, Dauer und Vermehrung

Nach dem Ausgraben entscheidet die Lagerung darüber, ob die Zwiebeln den Winter unbeschadet überstehen.
- Sortieren: Lege die Zwiebeln nach Art und Sorte getrennt in offene Pappkartons und beschrifte sie, um Verwechslungen im Frühjahr zu vermeiden.
- Trocknen lassen: Lass die Zwiebeln einige Tage an einem warmen Ort trocknen. Ein gutes Zeichen: Die anhaftende Erde wird grau und krümelt ab.
- Tochterzwiebeln trennen: Entferne neue Kinderzwiebeln von der Mutterzwiebel.
- Einwickeln oder einbetten: Wickle die Zwiebeln in altes Zeitungspapier oder bette sie in eine Holzkiste mit Sand. Beides hält die Zwiebeln trocken und verhindert, dass Feuchtigkeit Schimmel entstehen lässt.
- Abstand halten: Die Zwiebeln dürfen sich gegenseitig nicht berühren.
- Kühl und dunkel lagern: Der Lagerraum sollte dunkel, trocken und zwischen fünf und zehn Grad Celsius temperiert sein.
Es gibt kein grundsätzliches Limit, wie oft Zwiebeln auf diese Weise überwintert werden können. Kommen Kinderzwiebeln hinzu, lässt sich der Bestand sogar vermehren. Allerdings können die Blumen im Folgejahr etwas kleiner ausfallen als gewohnt.
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