Eine Wärmepumpe kostet zunächst deutlich mehr als eine Gasheizung, spart aber laut einer Studie des Fraunhofer Instituts über 20 Jahre bis zu 49.000 Euro. Wer jetzt handelt, kann zudem noch von einer staatlichen Förderung von mindestens 46 Prozent profitieren – allerdings nur bis Februar 2027.
Anschaffungskosten: Was eine Wärmepumpe inklusive Einbau kostet
Genaue Preisangaben sind schwierig, weil die Kosten je nach Leistungsklasse, Hersteller, Größe und Typ stark variieren. Das erklärt der Bundesverband Wärmepumpe (BWP) auf Anfrage. Wer verlässliche Zahlen braucht, sollte Angebote direkt bei Fachhandwerkern einholen oder vorab eine Energieberatung nutzen.
Als groben Richtwert nennt der BWP rund 30.000 Euro Gesamtkosten (inklusive Installation) für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus mit etwa 130 Quadratmetern Wohnfläche. Dieser Wert schließt die Optimierung der Hydraulik und notwendige Nebenarbeiten ein. Eine Gas-Brennwert-Anlage kostet bei vergleichbarem Gebäude laut BWP rund 10.000 Euro.
Erdgekoppelte Systeme sind teurer, weil zusätzliche Erschließungskosten anfallen. Der BWP nennt folgende Richtwerte für die Gesamtkosten:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: ca. 30.000 Euro
- Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Kollektoren: ca. 35.000 Euro
- Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde: ca. 40.000 Euro
- Grundwasser-Wärmepumpe: ca. 45.000 Euro
Bei Erdwärmepumpen kommen laut BWP rund 10.000 Euro Erschließungskosten hinzu, bei Grundwasser-Wärmepumpen mindestens 15.000 Euro. Beide Typen arbeiten im Betrieb jedoch effizienter als Luft-Wasser-Wärmepumpen. Der BWP geht davon aus, dass die Preise mittelfristig in etwa stabil bleiben.
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Wie viel Förderung du für eine Wärmepumpe bekommst
Seit Juli 2026 gelten im Rahmen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) neue Förderregeln. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent der Investitionskosten. Hinzu kommt ein Geschwindigkeitsbonus von 16 Prozent, der ab dem 1. August 2028 entfällt und bis dahin halbjährlich um vier Prozent sinkt.
Je nach Haushaltseinkommen gibt es einen zusätzlichen einkommensabhängigen Bonus:
- Unter 30.000 Euro Jahreseinkommen: 40 Prozent zusätzlich
- 30.000 bis 40.000 Euro: 30 Prozent zusätzlich
- 40.001 bis 50.000 Euro: 10 Prozent zusätzlich
Wer mindestens ein minderjähriges Kind hat, dem werden 10.000 Euro vom Haushaltseinkommen abgezogen. Die Förderung ist insgesamt auf maximal 80 Prozent der Kosten begrenzt. Gefördert werden dabei nur Investitionskosten bis maximal 28.000 Euro, sodass der höchste mögliche Zuschuss bei 22.400 Euro liegt. Ab dem 1. Februar 2027 sinken die förderfähigen Investitionskosten halbjährlich um 750 Euro.

Nach Abzug von Grundförderung und Geschwindigkeitsbonus – ohne einkommensabhängigen Bonus – bleiben je nach Wärmepumpentyp folgende Eigenanteile übrig:
- Luft-Wasser-Wärmepumpe: ca. 7.600 bis 17.120 Euro
- Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Kollektoren: ca. 12.600 bis 22.120 Euro
- Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde: ca. 17.600 bis 27.120 Euro
- Grundwasser-Wärmepumpe: ca. 22.600 bis 32.120 Euro
Wichtig: Diese Werte gelten nur bis zum 1. Februar 2027. Danach sinken sowohl die förderfähigen Investitionskosten als auch der Geschwindigkeitsbonus schrittweise.
Wie viel eine Wärmepumpe gegenüber einer Gasheizung spart
Eine Studie des Fraunhofer Instituts im Auftrag von MVV Energie vom Juni 2026 hat die Heizkosten für ein Beispielhaus mit 150 Quadratmetern über 20 Jahre berechnet. Das Ergebnis: Im günstigsten Fall liegen die Heizkosten einer Gasheizung 60 Prozent über denen einer Wärmepumpe – das entspricht einer Ersparnis von rund 49.000 Euro.
Den entscheidenden Kostennachteil für Gasheizungen sieht das Fraunhofer Institut in der sogenannten „Bio-Treppe“ des GModG. Neue Gasheizungen dürfen zwar weiter eingebaut werden, müssen aber ab 2029 eine Grüngas-Quote erfüllen, die bis 2040 auf 60 Prozent steigt. Biogas ist jedoch rund 3 Cent pro kWh teurer als Erdgas, was die Betriebskosten langfristig deutlich erhöht.
Sowohl Gasheizungen als auch Wärmepumpen haben laut der Studie in der Regel eine Lebensdauer von mindestens 15, häufig über 20 Jahren. Angesichts der langfristig deutlich niedrigeren Betriebskosten ist die Wärmepumpe demnach die finanziell sinnvollere Entscheidung.
Für welche Häuser eine Wärmepumpe nicht geeignet ist
Bei extrem schlecht gedämmten Gebäuden kann eine Wärmepumpe an ihre Grenzen stoßen. In solchen Fällen empfiehlt es sich vorab zu prüfen, ob das eigene Haus für den Betrieb einer Wärmepumpe geeignet ist. Ab dem 1. Februar 2027 sinken die förderfähigen Investitionskosten halbjährlich um 750 Euro – wer den vollen Bonus nutzen will, sollte also zeitnah planen.
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