Wer täglich Kaffee unterwegs kauft, Geräte im Standby-Modus lässt und ohne Einkaufsliste in den Supermarkt geht, verliert unbemerkt Geld, das sich mit kleinen Änderungen leicht einsparen ließe. Annette Heuser, Vizepräsidentin des Deutschen Hauswirtschaftsrats, erklärt, wo die größten Kostenfallen im Alltag liegen und wie man sie schließt.
Die drei teuersten Alltagsgewohnheiten laut Heuser
An erster Stelle steht der Einkauf ohne Plan. Wer ohne Liste in den Supermarkt geht, kauft Dinge, die im Regal ansprechen, aber nicht gebraucht werden. Verderben diese Lebensmittel anschließend, landet bares Geld im Müll.
Kaffee to go ist laut Heuser ebenfalls ein teurer Automatismus. Wer stattdessen zu Hause, etwa während der Morgendusche, Kaffee durchlaufen lässt, spart Kosten und belastet die Umwelt deutlich weniger.
Beim Strom lohnt es sich, alle Leuchtmittel auf LED umzustellen, Standby-Funktionen zu deaktivieren und Bewegungsmelder so einzustellen, dass Licht wirklich nur dann brennt, wenn es gebraucht wird. Auch Streaming-Abos und andere Kleinverträge summieren sich schnell, auch wenn die einzelnen Beträge gering erscheinen.
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Ausgaben aufspüren ohne Zettelwirtschaft
Heuser empfiehlt das Führen eines Haushaltsbuchs. Dafür stehen Apps zur Verfügung, die Einnahmen und Ausgaben nach Kategorien erfassen. Alternativ eignen sich eine Excel-Tabelle oder ein klassisches Haushaltsbuch.
Wichtig ist, vor dem Start die eigenen Ausgabenkategorien festzulegen – die eines Single-Haushalts unterscheiden sich deutlich von denen einer Familie mit Kindern. Jeder Kategorie wird ein realistisches Budget zugeordnet. Wer dann mindestens zwei Monate lang sämtliche Ausgaben auflistet, kann rasch erkennen, wo Budgets regelmäßig überschritten werden.
So bleibt das Geld im Portemonnaie
Im Supermarkt gilt: Einkaufsliste konsequent einhalten und sich nicht von Sonderangeboten verleiten lassen – außer bei Produkten, die ohnehin auf der Liste stehen. Heuser rät außerdem zur Flexibilität: Statt einer teuren Schmorgurke tut es für den Gemüseauflauf vielleicht auch die günstigere Angebots-Zucchini.
Reste gehören in den Kühlschrank und sollten in den nächsten Tagen verwertet werden. Gelingt das nicht, empfiehlt Heuser, die Produkte einzufrieren, bevor sie verderben. Beim Einkauf hilft es, die richtigen Mengen zu wählen: Obst und Gemüse lieber einzeln kaufen, wenn Packungsgrößen zu groß dosiert sind.
Bei Putzmitteln gilt dasselbe Prinzip: nur kaufen, was tatsächlich benötigt wird, und die Dosierungsanleitungen einhalten. Mehr hilft nicht automatisch mehr.
Abos und Versicherungen lassen sich über die Kontoauszüge prüfen. Nicht benötigte Verträge sollten gekündigt werden. Versicherungen und Energieverträge lohnt es sich jährlich oder halbjährlich mit anderen Anbietern zu vergleichen, da ein Wechsel oft günstiger ist.
Erspartes nicht auf dem Girokonto liegen lassen
Wer durch diese Maßnahmen Geld freisetzt, sollte es nicht untätig auf dem Girokonto belassen, wo es keine Rendite abwirft und durch Inflation an Wert verliert. Sinnvoller ist es, das Ersparte gezielt anzulegen. Außerdem kann es sich lohnen, das Auto öfter stehen zu lassen oder ganz darauf zu verzichten – auch das spart auf Dauer erheblich.
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