Über 75 Prozent aller im Internet übertragenen Daten in Deutschland sind Videos, so die Verbraucherzentrale. Der Grund: Streaming erfordert riesige Serverfarmen, die rund um die Uhr laufen und gekühlt werden müssen – und dabei erheblich Strom und Wasser verbrauchen. Mit ein paar gezielten Gewohnheiten lässt sich dieser Verbrauch spürbar reduzieren.

Inhalte herunterladen statt immer wieder neu streamen
Wer seinen Lieblingsfilm oder eine Playlist einmalig auf ein Gerät lädt, spart gegenüber wiederholtem Streaming deutlich Daten und Strom. Die Daten müssen dann nur einmal übertragen werden, nicht bei jedem Abspielen erneut. Ein weiterer Vorteil: Heruntergeladene Inhalte sind auch ohne Internetverbindung verfügbar.
Wer Filme, Serien oder Musik bereits auf DVD, Blu-ray, Videokassette oder CD besitzt, sollte diese physischen Medien nutzen, statt dieselben Inhalte zu streamen. Gebrauchte Datenträger sind häufig günstig erhältlich.

WLAN oder LAN-Kabel statt Mobilfunk
Streaming über eine Mobilfunkverbindung verbraucht besonders viel Strom. Wann immer möglich, lohnt es sich, auf WLAN oder ein LAN-Kabel zu wechseln. An vielen öffentlichen Orten wie Cafés oder Bibliotheken stehen kostenlose WLAN-Netze zur Verfügung.
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Wer das aktuelle Fernsehprogramm sehen möchte, fährt mit klassischem Kabel- oder Satellitenempfang deutlich energiesparender als mit Streaming.
Geringere Auflösung einstellen – besonders auf kleinen Bildschirmen
Die Videoauflösung zu reduzieren senkt die übertragene Datenmenge und damit den Stromverbrauch. Auf einem Smartphone, Tablet oder Laptop ist statt 4K/Ultra-HD (2160p) oder Full-HD (1080p) oft HD (720p) ausreichend – der visuelle Unterschied ist auf kleinen Displays kaum wahrnehmbar. Bei YouTube lässt sich die Auflösung direkt im Video über die drei senkrechten Punkte oder das Einstellungen-Zahnrad anpassen.
Kleinere Bildschirme verbrauchen zudem grundsätzlich weniger Strom als große, was beim Streamen zusätzlich spart.

Nur aktiv schauen, Hintergrundstreaming vermeiden
Passives Streaming ist unnötige Energieverschwendung. Drei konkrete Punkte helfen dabei:
- Kein Video laufen lassen, während man sich mit etwas anderem beschäftigt – nur streamen, was man wirklich aktiv schaut.
- Musik nicht über YouTube hören, sondern einen Audiodienst oder heruntergeladene Dateien nutzen, da dabei deutlich weniger Daten übertragen werden.
- Die Autoplay-Funktion im Streamingportal deaktivieren: Sie spielt Videos automatisch beim Scrollen ab und verursacht so unnötige Datenübertragungen.
Ökostrom wählen und Geräte erst beim Defekt ersetzen
Wer bei seinem Stromanbieter auf Ökostrom umstellt, unterstützt den Ausbau erneuerbarer Energien und reduziert die Nachfrage nach fossilen Brennstoffen – auch wenn sich damit nicht der Stromverbrauch beim Streamen selbst verringert.
Neue Endgeräte lohnen sich erst dann, wenn vorhandene nicht mehr funktionieren und sich nicht reparieren lassen. Wer neu kauft, sollte auf energieeffiziente Modelle achten.
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