Obst gilt als gesund – und das zu Recht. Es liefert Vitamine, Mineralstoffe, Spurenelemente und sekundäre Pflanzenstoffe bei gleichzeitig niedriger Kaloriendichte. Doch der natürliche Fruchtzuckergehalt wirft eine berechtigte Frage auf: Ab wann wird zu viel Obst zum Problem?
Obst und seine Vorteile – was die Forschung sagt
Ein hoher Verzehr von Obst und Gemüse senkt laut Robert-Koch-Institut (RKI) das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und verschiedene Krebserkrankungen und erhöht die Lebenserwartung. Trotzdem nehmen in Deutschland nur etwa ein Drittel der Menschen täglich Obst und Gemüse zu sich.
Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfiehlt die sogenannte 5-am-Tag-Regel: Fünf Portionen Obst und Gemüse täglich gelten als unbedenklich und als Minimum für eine gesunde Ernährung. Das Problem ist also bei den meisten Menschen nicht zu viel, sondern zu wenig Obst.
Fruktose: Warum Obst trotzdem problematisch werden kann

Der entscheidende Faktor ist Fruktose, also Fruchtzucker. Er kommt natürlicherweise in Obst und Gemüse vor und wird außerdem vielen verarbeiteten Lebensmitteln als Süßungsmittel zugesetzt, wie die Verbraucherzentrale erläutert. Laut Verbraucherzentrale gilt eine Aufnahme von mehr als 35 Gramm Fruchtzucker pro Mahlzeit bereits als bedenklich.
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Ein Fruktose-Überschuss entsteht im Alltag jedoch selten allein durch Obst. Fruchtsäfte und verarbeitete Lebensmittel sind die häufigeren Quellen: Die bedenkliche Menge von 35 Gramm Fruktose steckt bereits in etwa zwei Gläsern Apfelsaft. Dennoch ist es grundsätzlich möglich, durch sehr hohen Obstkonsum die empfohlene Tagesmenge deutlich zu überschreiten.
Folgen eines dauerhaften Fruktose-Überschusses

Der Dünndarm kann Fruchtzucker nur begrenzt aufnehmen. Bei einem Überschuss reagiert auch der gesunde Körper mit Magen- und Darmbeschwerden. Besonders betroffen sind Menschen mit Fruktose-Unverträglichkeit: Einer von drei Menschen leidet darunter und verträgt nicht mehr als 25 Gramm Fruchtzucker pro Tag.
Die Leber ist das zentrale Organ für die Verarbeitung von Fruktose. Ein dauerhafter Überschuss belastet sie und kann zu einer Fettleber führen. Auch hier gilt jedoch: Die Hauptverursacher sind in der Regel gesüßte Getränke und Fertigprodukte, nicht Obst.
Auf das Körpergewicht wirkt sich ein hoher Obstkonsum wegen der niedrigen Kaloriendichte kaum aus. Erst bei extremen Mengen könnte Obst einen nennenswerten Einfluss auf das Gewicht haben.
Zahnschmelz schützen: Saures Obst richtig essen
Fruchtsäuren greifen den Zahnschmelz an und lösen Mineralstoffe aus der Zahnoberfläche heraus. Besonders saure Obstsorten sollten daher nur einmal täglich und nicht über den Tag verteilt gegessen werden. Zitrusfrüchte lassen sich etwa mit Joghurt kombinieren, um die Säure teilweise zu neutralisieren. Die Zähne sollte man frühestens 30 Minuten nach dem Verzehr saurer Lebensmittel putzen.
Wer Obst liebt, aber weniger Fruktose aufnehmen möchte, kann gezielt auf Sorten mit niedrigem Zuckergehalt zurückgreifen – für die meisten Menschen bleibt Obst in üblichen Mengen jedoch ein unbedenklicher und wertvoller Bestandteil der täglichen Ernährung.
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