Ein gezielter Rückschnitt nach dem ersten Flor kann bei bestimmten Stauden und Rosen eine zweite Blüte auslösen. Allerdings eignet sich diese Methode – der sogenannte Remontierschnitt – nicht für jede Pflanze, und auch der Zeitpunkt und das Wetter spielen eine entscheidende Rolle.
Was Remontieren bedeutet und wann sich der Schnitt lohnt
Remontieren bedeutet, dass eine Pflanze nach ihrer Hauptblüte erneut blühen kann. Ein Rückschnitt, der diese Nachblüte anregen soll, lohnt sich deshalb nur bei remontierenden Arten oder Sorten. Die zweite Blüte fällt dabei oft weniger üppig aus als die erste.
Bei remontierenden Stauden empfiehlt die Staudengärtnerei Gaißmayer, die verblühten Triebe auf fünf bis zehn Zentimeter über dem Boden zurückzuschneiden, bevor die Pflanze ihre Kraft in die Samenbildung steckt. Bei Rosen genügt dagegen ein Blütenrückschnitt – ein derart kräftiger Schnitt ist dort in der Regel nicht nötig.
Für welche Pflanzen der Remontierschnitt geeignet ist

Zu den Stauden, die nach dem Rückschnitt einen zweiten Flor bilden können, gehören unter anderem:
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- Rittersporn
- Lupine
- Schafgarbe
- Katzenminze
- Glockenblume
- Flockenblume
- Kugeldistel
- Storchschnabel
Bei Rosen lohnt sich der Blütenrückschnitt vor allem bei öfterblühenden Sorten. Einmalblühende Strauch- und Wildrosen können dagegen stehen bleiben.
Ist keine zweite Blüte zu erwarten, ist es besonders im August oft sinnvoller, auf einen Rückschnitt zu verzichten und die Samenstände zu erhalten. Sie bieten Vögeln Futter und Insekten Quartiere und schützen die Staude außerdem vor Frost, Wind und starker Verdunstung.
Wann du den Schnitt vornehmen solltest
Schneide die Pflanze zurück, sobald der erste Flor nachlässt und der Großteil der Blüten zu welken beginnt. Warte nicht bis zur Samenreife, denn dann hat die Pflanze bereits Energie in die Samenbildung investiert. Die meisten Remontierschnitte fallen in den Zeitraum zwischen Mai und August. Bis zur zweiten Blüte vergehen anschließend je nach Art und Sorte etwa 6 bis 8 Wochen.
Bei extremer Hitze und Trockenheit rät der MDR vom Rückschnitt ab. An bedeckten Tagen sind die Bedingungen besser als bei praller Sonne, weil frische Schnittstellen dann weniger gefährdet sind.
Richtig schneiden bei Stauden und Rosen

Verwende grundsätzlich eine scharfe, saubere und desinfizierte Gartenschere, um die Triebe möglichst wenig zu quetschen. Nicht jede Staude verträgt einen bodennahen Rückschnitt:
- Viele remontierende Stauden kannst du auf etwa 5 bis 10 Zentimeter – ungefähr eine Handbreit – über dem Boden kürzen.
- Andere Stauden schneidest du besser nur halbhoch oder um ein Drittel zurück, zum Beispiel Staudensalbei.
- Bei Phlox empfiehlt es sich, nur die Dolden über dem oberen Blattpaar zu entfernen, statt die Pflanze bodennah zu kürzen.
Bei Rosen genügt es, verblühte Blütentriebe zu entfernen. Schneide etwa einen halben Zentimeter über einem kräftigen Blatt oder einer gesunden Knospe an, unterhalb der alten Blüte und kurz über dem nächsten fünfblättrigen Trieb. Achte darauf, dass das Auge, über dem du schneidest, nach außen gerichtet ist.
Pflege nach dem Remontierschnitt
Damit die Pflanze gut austreibt, sind nach dem Schnitt einige Maßnahmen wichtig:
- Ausreichend gießen, besonders in Trockenperioden.
- Nur maßvoll düngen und erst dann, wenn die Wasserversorgung gesichert ist – zu viel Dünger fördert lange, weiche Neutriebe. Bei Starkzehrern wie Phlox kann eine gezielte Düngergabe sinnvoll sein.
- Krankes Laub bereits beim Schnitt mit entfernen, damit die Pflanze gesünder austreibt.
Anfallende Schnittmengen solltest du einige Tage liegen lassen, bevor du sie häckselst, damit Insekten herauskriechen können. Die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen warnt davor, kranke Pflanzenteile zu kompostieren, da sonst Krankheiten weiter verbreitet werden können. Gesundes Pflanzenmaterial lässt sich dagegen bedenkenlos auf den Kompost geben.
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