Wer beim Duschen gleichzeitig uriniert, spart laut einfachen Hochrechnungen bis zu 2.190 Liter Trinkwasser pro Jahr – und verzichtet dabei auf eine Toilettenspülung, die je nach Modell rund sechs Liter pro Nutzung verbraucht. Der Trick ist wirksam, aber an einige Bedingungen geknüpft.

So funktioniert die Wasserersparnis im Detail
Die Rechnung ist einfach: Eine durchschnittliche Klospülung verbraucht etwa sechs Liter Wasser. Wer einmal täglich duscht und dabei die Gelegenheit nutzt, kommt aufs Jahr hochgerechnet auf rund 2.190 Liter eingesparten Trinkwassers.
Wichtig ist dabei eine Einschränkung: Du solltest nicht extra zum Pinkeln unter die Dusche gehen. Wer dafür das Wasser zusätzlich anlässt, kehrt den Spareffekt um und verbraucht am Ende mehr, nicht weniger.

Hygienisch grundsätzlich unbedenklich – aber mit Vorbehalten
Laut einer Urologin ist es grundsätzlich unbedenklich, in der Dusche zu urinieren. Ein möglicher Vorteil: Die Reinigung fällt dabei hygienischer aus als mit Toilettenpapier, und Hautirritationen durch Reibung werden vermieden.
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Gleichzeitig gibt es medizinische und praktische Bedenken, die du kennen solltest:
- Uringeruch kann sich in der Duschwanne stärker ausbreiten als in der Toilettenschüssel.
- In Leitungen und Duschwanne kann sich Urinstein bilden.
- Für Frauen besteht ein besonderes Risiko: Im Stehen entspannt sich die Beckenbodenmuskulatur nicht vollständig, was häufigeren Harndrang und eine Blasenschwäche begünstigen könnte.
- Regelmäßiges Pinkeln unter fließendem Wasser kann zu einer psychologischen Konditionierung führen – das heißt, allein das Geräusch von Wasser könnte künftig Harndrang auslösen.
Aus hygienischer Sicht ist es deshalb wichtig, die Dusche regelmäßig sauber zu halten und Urinstein gezielt zu entfernen.

Nur zu Hause – und offen kommuniziert
Neben der Hygiene gibt es soziale Aspekte, die du beachten solltest:
- Pinkeln unter der Dusche gehört ausschließlich in den eigenen Haushalt – nicht in Hotels oder bei Bekannten.
- Wer mit anderen zusammenwohnt, sollte das Thema offen ansprechen – mit Partner:in, Familie oder WG-Mitgliedern.
- Wenn andere Mitbewohner:innen es ablehnen, sollte man es nicht heimlich tun, um das Hygieneempfinden der anderen zu respektieren und Konflikte zu vermeiden.

Warum Trinkwasser sparen sinnvoll bleibt
Das Umweltbundesamt erklärt, dass es derzeit keine flächendeckende Wasserknappheit in Deutschland gibt und der private Wasserverbrauch in den letzten 35 Jahren gesunken ist. Dennoch warnt die Behörde vor zunehmenden regionalen Unterschieden und klimabedingten Schwankungen in der Wasserverfügbarkeit.
Das Umweltbundesamt ruft Bürger:innen, Landwirtschaft und Industrie dazu auf, sparsam mit Wasser umzugehen, da in Zukunft mehr Konkurrenz um verfügbare Wasserquellen zu erwarten ist.
Pinkeln in der Dusche ist demnach eine sinnvolle Gelegenheitsmaßnahme – solange man ohnehin duscht und tatsächlich muss. Als tägliches Extra-Ritual ist es nicht empfehlenswert, weil dann der Spareffekt entfällt und zusätzliche Risiken wie Konditionierung oder Blasenschwäche entstehen können.
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