bettervest Frankfurt: Ab 50 Euro in grünen Wasserstoff investieren und bis zu 9 % Rendite erzielen

Frankfurt am Main, 2012: Patrick Mijnals und vier Mitgründer starten eine Plattform mit einer einfachen Überzeugung — Bürgerinnen und Bürger sollen Energieeffizienz-Projekte direkt finanzieren können, ohne Banken als Mittelsmann. Was damals klein begann, hat sich über mehr als ein Jahrzehnt zu einer der bekanntesten deutschen Crowdinvesting-Plattformen für nachhaltige Kapitalanlagen entwickelt.

Wer sein Geld anlegt, trifft damit immer eine Entscheidung — ob bewusst oder nicht. Jede Geldanlage finanziert Unternehmen, Technologien oder Projekte und beeinflusst, welche Lösungen wachsen. Die Frage, die bettervest stellt, ist also keine ideologische, sondern eine sehr praktische: Wo genau soll das eigene Kapital wirken, und was kommt dabei heraus?

Was bettervest ist und was die Plattform von ESG-Fonds unterscheidet

bettervest mit Sitz in Frankfurt am Main folgt dem Prinzip des Impact Investing. Das bedeutet: Jedes Projekt auf der Plattform muss eine messbare ökologische oder soziale Wirkung nachweisen und einen Beitrag zu mindestens einem der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen leisten. Das unterscheidet den Ansatz von vielen ESG-Fonds, die lediglich problematische Branchen ausschließen, ohne dass daraus automatisch eine positive Wirkung folgt.

Seit der Gründung hat die Plattform gemeinsam mit einer Crowd von über 15.000 Anlegerinnen und Anlegern mehr als 150 nachhaltige Projekte in über 20 Ländern mitfinanziert. Die kumulierten CO₂-Einsparungen belaufen sich auf über 3 Millionen Tonnen. Für diese Bilanz wurde bettervest 2023 mit dem 16. Deutschen Nachhaltigkeitspreis in der Kategorie Finanzdienstleister und Börsen ausgezeichnet.

Grüner Wasserstoff aus Dummerstorf: Das aktuelle Projekt in Mecklenburg-Vorpommern

Eines der derzeit laufenden Projekte steht exemplarisch für die Richtung, in die bettervest investiert. In Dummerstorf bei Rostock baut das Unternehmen Eternal Power eine Produktionsanlage für grünen Wasserstoff. Grüner Wasserstoff gilt als Schlüsselenergieträger für eine klimaneutrale Industrie: Er kann fossile Brennstoffe in der Stahl- und Chemieindustrie sowie im Schwerlastverkehr ersetzen.

Die konkreten Eckdaten dieses Projekts auf bettervest:

  • Rendite: bis zu 9,0 % pro Jahr
  • Laufzeit: 3 Jahre
  • CO₂-Einsparung: bis zu 338.000 Tonnen pro Jahr

Das ist kein abstraktes Versprechen, sondern ein konkretes Vorhaben auf deutschem Boden, an dem sich Privatpersonen direkt beteiligen können.

Ab 50 Euro investieren: So funktioniert der Einstieg bei bettervest

Der Prozess ist auf der Plattform bewusst schlank gehalten. Wer sich beteiligen möchte, durchläuft fünf Schritte. Zunächst wählt man in der Projektübersicht ein Vorhaben aus — dort sind Zinssatz, Laufzeit und angestrebtes Fundingvolumen direkt vergleichbar. Anschließend bietet jede Projektseite ausführliche Informationen, Bilder und Videos zum konkreten Vorhaben.

Investiert werden kann bereits ab 50 Euro. Das Geld fließt über einen unabhängigen Zahlungsdienstleister an das Projekt. Wird die Fundingschwelle nicht erreicht, erhalten Anlegerinnen und Anleger ihren Betrag vollständig zurück. Läuft alles planmäßig, gibt es während der Laufzeit regelmäßige Updates — und am Ende eine Rückzahlung meist in gleichbleibenden Raten aus Zins und Tilgung.

Rendite bis zu 10 % jährlich: Was Anleger tatsächlich erwarten können

bettervest gibt eine mögliche Rendite von 5 bis 10 % pro Jahr an, je nach Projekt. Das ist verglichen mit klassischen Tagesgeldkonten oder Bundesanleihen attraktiv — aber es handelt sich um Nachrangdarlehen, also um eine Anlageform mit erhöhtem Risiko. Gemäß § 4 Wertpapierprospektgesetz sowie § 12 Abs. 2 Vermögensanlagengesetz gilt ausdrücklich: Der Erwerb dieser Vermögensanlagen ist mit erheblichen Risiken verbunden und kann zum vollständigen Verlust des eingesetzten Vermögens führen.

Wer das einordnen möchte, sollte Impact Investing als Beimischung im Portfolio verstehen, nicht als Ersatz für eine breit gestreute Altersvorsorge. Ehrlich gesagt ist genau diese Transparenz einer der Gründe, warum die Plattform seit 2012 eine treue Stammanlegerschaft aufgebaut hat.

Von Mecklenburg-Vorpommern bis Sambia: Was bettervest-Projekte verbindet

Das Portfolio der Plattform reicht von nachhaltigen Öfen in Sambia über energetisch sanierte Immobilien im sächsischen Vogtland bis hin zur Wasserstoffanlage in Mecklenburg-Vorpommern. Was alle Projekte gemeinsam haben: Die ökologische oder soziale Wirkung wird nicht nur behauptet, sondern nach Projektende dokumentiert und in CO₂-Äquivalenten oder vergleichbaren Kennzahlen ausgewiesen.

Anlegerinnen und Anleger entscheiden dabei Projekt für Projekt selbst, wohin ihr Geld fließt. Das unterscheidet das Modell grundlegend von einem Fonds, bei dem die Zusammensetzung einem Fondsmanager überlassen bleibt.

Wann lohnt sich Impact Crowdinvesting — und wann nicht

bettervest eignet sich für Menschen, die einen Teil ihres Geldes sichtbar und nachvollziehbar einsetzen wollen und dabei bereit sind, das Ausfallrisiko bei einzelnen Projekten zu tragen. Der niedrige Einstieg ab 50 Euro erlaubt es, mit kleinen Beträgen in mehrere Projekte gleichzeitig zu streuen und so das Klumpenrisiko zu begrenzen.

Wer hingegen nach einer staatlich gesicherten Anlageform sucht oder kurzfristige Liquidität benötigt, ist hier falsch. Laufzeiten von 3 Jahren und mehr sind bei Crowdinvesting die Regel, und eine vorzeitige Rückgabe ist in der Regel nicht möglich. Die Plattform selbst weist auf diese Risiken klar hin — eine Gewohnheit, die in der Branche keineswegs selbstverständlich ist.

Ob grüner Wasserstoff aus Dummerstorf oder das nächste Projekt, das im Herbst 2026 auf der Plattform erscheint — welche Vorhaben bettervest als nächstes zur Finanzierung freigibt, entscheidet letztlich auch, in welche Richtung die Energiewende mit Bürgerkapital vorangetrieben wird.

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