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Herbstlaub mit dem Rasenmäher mulchen – wann es dem Rasen nützt und wann nicht

Herbstlaub mit dem Rasenmäher mulchen – wann es dem Rasen nützt und wann nicht

Wer Herbstlaub mit dem Rasenmäher zerkleinert und liegen lässt, spart Zeit und tut dem Boden etwas Gutes – aber nur, wenn die Laubschicht dünn genug ist und die Blätter gesund sind. Bei zu dicken Lagen oder krankem Laub richtet das Mulchen mehr Schaden an als Nutzen.

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Was gehäckseltes Laub im Boden bewirkt

Richtig zerkleinert, liefert Herbstlaub dem Rasen wertvolle Dienste. „Das organische Material erhöht den Humusgehalt des Bodens, fördert das Bodenleben, erhöht die Wasserspeicherkapazität und wirkt wie ein organischer Dünger“, erklärt Folko Kullmann, Autor des Buches „Gartenlust statt Gartenfrust“. Das sei besonders deshalb relevant, weil durch höhere Temperaturen im Sommer und eine längere Vegetationsperiode infolge des Klimawandels mehr organisches Material im Boden abgebaut werde.

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Mulchmähen schützt den Rasen außerdem vor Frost und verhindert Lichtmangel durch zu dick aufgetragene, ganze Laubschichten.

Allerdings gilt: Großflächige Laubdecken unbedingt entfernen oder zerkleinern. „Zu hohe Auflagen fördern Rasenkrankheiten wie Schneeschimmel“, warnt Martin Degenbeck von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau.

Mulchmähen Schritt für Schritt

  1. Laub zerkleinern: Einen Mulchmäher oder einen normalen Rasenmäher ohne Auffangkorb verwenden.
  2. Dünne Schicht bevorzugen: Nur wenige Blätter auf dem Rasen belassen, bevor gemäht wird. Bei einer dicken Schicht drohen Lichtmangel und Fäulnis.
  3. Mehrfach überfahren: Dickere Laubmengen gegebenenfalls zweimal mähen, bis die Blätter klein genug sind, um zwischen den Halmen zu liegen.

Welches Laub sich eignet – und welches nicht

  • Geeignet: Gesundes, trockenes Laub von Buche, Ahorn, Linde oder Hainbuche lässt sich gut mulchmähen und liefert wertvolle Nährstoffe.
  • Nicht geeignet: Krankes oder befallenes Laub – etwa von Ahorn mit Teerflecken, Kirschblättern mit Monilia oder Rosskastanien mit Minierfliegen – muss entfernt und über den Restmüll entsorgt werden, damit sich Krankheiten nicht ausbreiten.
  • Sparsam verwenden: Blätter von Walnuss oder Eiche enthalten viel Gerbstoff oder Harz. In großen Mengen können sie den Boden säuern oder empfindliche Pflanzen beeinträchtigen.

Wann Mulchmähen sinnvoll ist – und wann nicht

„Eine Laubschicht von 10 bis 15 Zentimetern kann auf einem normalen Spielrasen problemlos kleingemulcht werden und auf der Fläche verbleiben“, sagt Kullmann. Bei einem kurz geschorenen Zierrasen empfiehlt er hingegen, das Laub erst zu kompostieren und es leicht angerottet als Humus einzuarbeiten – also die Blätter sammeln, kompostieren, wieder aufbringen und mit einem Rechen verteilen.

Degenbeck weist darauf hin, dass Falllaub zwar kohlenstoffreich, aber nährstoffarm ist, da die Nährstoffe vor dem Laubfall aus den Blättern herauswandern. Es handelt sich um sehr trockenes Material. Einzelne Blätter sind dagegen kein Problem: „Ein paar Blätter hier und da sind nicht problematisch, denn sie werden rasch von Regenwürmern in ihre Gänge gezogen und dort gefressen beziehungsweise abgebaut“, so Kullmann.

Laub lässt sich außerdem als Mulchauflage zwischen Gehölzen verteilen, wo auch deutlich dickere Schichten möglich sind als auf dem Rasen. Unter Gehölzen und auf Beeten bietet es Bodenschutz, Frostschutz und Lebensraum für Tiere wie Igel. Auch dort gilt jedoch: Zu viel Laub kann Staunässe verursachen oder Pflanzen ersticken.

Häufige Fehler beim Laubmulchen

  • Zu dicke Laubschicht: Der Rasen bekommt zu wenig Licht, Krankheiten können auftreten.
  • Krankes Laub mulchmähen: Pilz- oder Insektenbefall breitet sich aus.
  • Nasses Laub: Verklumpt, fault und schadet dem Rasen.
  • Blätter nicht zerkleinern: Große, ganze Blätter ersticken das Gras und verrotten nur langsam.

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