Nützliche Tipps

Pfifferlinge zubereiten: 3 Rezepte für die kurze Saison ab Juni

Pfifferlinge zubereiten: 3 Rezepte für die kurze Saison ab Juni

Es ist Anfang Juli, der Marktstand duftet nach Wald, und vor dir liegt ein Korb mit goldgelben Pfifferlingen. Du greifst zu — und weißt im selben Moment, dass du keine Ahnung hast, was du heute Abend damit anfangen sollst. Pfifferlinge sind keine Alltagszutat, und genau das macht sie so besonders.

Artikel teilen

XRedditLinkedIn

Die Saison läuft nur von Juni bis November, kürzer als bei jedem anderen heimischen Wildpilz. Wer jetzt nicht zugreift und die Pfifferlinge richtig zubereitet, verpasst ein ganzes Jahr. Drei konkrete Rezepte — von der veganen Pfanne bis zum warmen Salat — zeigen dir, was mit diesem Pilz wirklich möglich ist.

Was den Pfifferling so besonders macht

Der ockerfarbene Pilz besteht zu 91 Prozent aus Wasser, bringt aber trotzdem ernährungsphysiologisch einiges mit. Er enthält vergleichsweise viel Eisen und Calcium und liefert Beta-Carotin — den Stoff, aus dem unser Körper Vitamin A herstellt.

Pfifferlinge wachsen in Laub- und Nadelwäldern, bevorzugt in der Nähe von Fichten, Buchen, Eichen und Kiefern. Wer sie nicht selbst sammelt, kauft sie am besten regional — Importware hat oft lange Transportwege hinter sich, und der Pilz hält sich ohnehin nicht lang. Faustregel: kaufen und innerhalb von ein bis zwei Tagen verarbeiten.

Rezept 1: Vegane Pfifferlingspfanne — schnell und cremig

Dieses Gericht ist in unter 20 Minuten fertig und kommt komplett ohne tierische Produkte aus. Die Mengen reichen für zwei Portionen.

Neueste Beiträge

Mehr zum Lesen

Neues aus der Redaktion
01Mülltrennung Fehler: 7 Dinge, die du garantiert in der falschen Tonne hast02Vegane Müller-Produkte: Was wirklich im Vegan Drink und Vegan Reis steckt03Utopia-Betrugsmasche: Warum Sie beim nächsten Anruf sofort auflegen sollten

Du brauchst: 275 g Pfifferlinge, 1 Zwiebel, 1 Bund Schnittlauch, 2 EL Öl, 150 ml pflanzliche Sahne-Alternative (zum Beispiel Hafersahne), 1 EL scharfen Senf, etwas Petersilie, Salz und Pfeffer.

  1. Pfifferlinge sorgfältig putzen — am besten trocken mit einem Pinsel, nicht unter fließendem Wasser.
  2. Zwiebel in feine Würfel schneiden, Schnittlauch kleinschneiden.
  3. Pfifferlinge in die heiß geölte Pfanne geben und unter Rühren drei bis vier Minuten scharf anbraten.
  4. Zwiebelwürfel dazugeben, alles weitere drei Minuten bei mittlerer Hitze braten, mit Salz und Pfeffer würzen.
  5. Hafersahne angießen und einkochen lassen, bis die Sauce cremig bindet.
  6. Senf unterrühren, mit Petersilie bestreuen und sofort servieren.

Wichtig: Frische Pfifferlinge braten sich problemlos durch. Willst du Reste eines anderen Tages aufwärmen, erhitze sie dabei zügig und vollständig auf mindestens 70 Grad Celsius — Pilzgerichte sollten nie lauwarm stehen bleiben.

Rezept 2: Pfifferling-Kartoffel-Suppe — sättigend und aromatisch

Eine Suppe eignet sich besonders gut, wenn die Pfifferlinge nicht mehr ganz makellos sind — püriert fällt das nicht ins Gewicht, der Geschmack bleibt voll. Für zwei Portionen brauchst du: 150 g Pfifferlinge, 150 g Kartoffeln, 50 g Zwiebeln, 15 g Butter oder vegane Margarine, 350 ml Gemüsebrühe, 1 EL Pflanzenöl, Salz und Pfeffer.

  1. Pfifferlinge putzen, Kartoffeln und Zwiebeln schälen und würfeln.
  2. Butter oder Margarine im Kochtopf schmelzen lassen.
  3. Kartoffeln, Zwiebeln und die Hälfte der Pfifferlinge darin andünsten, bis die Zwiebeln glasig sind.
  4. Mit der Gemüsebrühe ablöschen, bei mittlerer Hitze 15 Minuten köcheln lassen.
  5. Suppe sorgfältig pürieren.
  6. Restliche Pfifferlinge in heißem Pflanzenöl anbraten, mit Salz und Pfeffer würzen.
  7. Gebratene Pfifferlinge kurz vor dem Servieren auf die Suppe geben.

Rezept 3: Pfifferlingsalat — warm trifft knackig

Der Salat klingt simpel, überrascht aber: Die noch warmen, leicht gerösteten Pilze auf dem kühlen Blattsalat erzeugen einen Kontrast, der das Gericht weit über einen gewöhnlichen Sommersalat hinaushebt. Für zwei Portionen brauchst du: 2 Handvoll Rucola, 2 Handvoll Blattsalat (z. B. Kopfsalat), 1 große Tomate, 200 g Pfifferlinge, 4 EL Olivenöl, 4 EL Balsamico-Essig, 1 TL Honig oder Agavendicksaft, 1 Knoblauchzehe, Salz und Pfeffer.

  1. Salat und Tomate waschen und in mundgerechte Stücke schneiden, in eine Schüssel geben.
  2. Pfifferlinge putzen, in einer Pfanne mit heißem Olivenöl leicht rösten, dabei mehrfach wenden und mit Salz und Pfeffer würzen.
  3. Knoblauchzehe fein hacken.
  4. Balsamico-Essig, Honig, restliches Olivenöl, Knoblauch, Salz und Pfeffer zu einer Marinade verrühren.
  5. Marinade über den Salat geben, die noch warmen Pilze darüber verteilen und sofort servieren.

Tiefgefrorene Pfifferlinge zubereiten — was du beachten musst

Wer keine frischen Pfifferlinge bekommt, greift zur TK-Variante. Das funktioniert gut — mit einem entscheidenden Unterschied: Gefrorene Pfifferlinge nicht auftauen, sondern direkt in die heiße Pfanne geben.

Sie geben dann viel Flüssigkeit ab. Diese Flüssigkeit zuerst vollständig einkochen lassen, bevor du Öl, Sauce oder andere Zutaten hinzugibst — sonst wirst du die Pilze nie richtig rösten, sie schmoren stattdessen in der eigenen Brühe. Alle drei Rezepte oben funktionieren auch mit tiefgefrorenen Pfifferlingen; orientiere dich im Zweifel an den Hinweisen auf der Packung.

Wer im Sommer auf dem Markt besonders günstige Chargen findet, kann frische Pfifferlinge übrigens auch selbst einfrieren — kurz blanchiert oder direkt roh, gut abgetrocknet, in einer verschlossenen Dose ins Tiefkühlfach.

So lange halten frische Pfifferlinge — und wann du sie entsorgen solltest

Frische Pfifferlinge halten im Kühlschrank, ungewaschen und locker in Papier eingeschlagen, höchstens zwei Tage. Sobald sie schleimig werden, einen säuerlichen Geruch entwickeln oder sich bräunliche Stellen ausbreiten, solltest du sie nicht mehr verarbeiten.

Kaufe deshalb lieber kleine Mengen und plane das Gericht für denselben oder den nächsten Tag ein. Pfifferlinge aus dem Wocheneinkauf am Montag, die erst am Freitag in die Pfanne kommen — das ist kein guter Plan. Wer hingegen unmittelbar nach dem Kauf kocht, bekommt das volle Aroma: leicht pfeffrig, nussig, mit einem Hauch Aprikose.

Die nächste Gelegenheit, das auszuprobieren, ist früher als man denkt — denn die Pfifferlingssaison endet mit dem ersten Frost, und der kommt in deutschen Mittelgebirgen manches Jahr schon im Oktober.

Artikel teilen

4 Min. Lesezeit

XRedditLinkedIn

Ihre Meinung hilft uns

War dieser Artikel lesenswert?

Das Gespräch geht weiter

Kommentare

Mitdiskutieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mitdiskutieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll to Top