Das Teilen des Wurzelballens ist eine der einfachsten Methoden, um Stauden zu vermehren – aber nicht bei allen Arten funktioniert sie zuverlässig. Bei drei besonders beliebten Stauden sind die Erfolgsaussichten so gering, dass du dir die Arbeit besser sparst und auf alternative Vermehrungswege umsteigst.
Tränendes Herz: Einpflanzen und in Ruhe lassen
Das Tränende Herz – auch Zweifarbige Herzblume, Flammendes Herz oder Marienherz genannt – fällt von April bis Juni mit seinen unverwechselbaren weißrosa Blüten auf, die wie ein Herz mit einem herabhängenden Tropfen geformt sind. Die Staude bevorzugt einen halbschattigen Standort und gilt als pflegeleicht.
Den Wurzelballen zu teilen ist beim Tränenden Herz jedoch keine empfehlenswerte Methode. Bei älteren Pflanzen kann sie zwar gelegentlich gelingen, generell sind die Erfolgsaussichten aber schlecht. Wer die Pflanze einmal an einem geeigneten Standort hat, sollte sie dort belassen und den Wurzelballen nicht ausgraben.
Besser funktionieren zwei andere Wege: Nach der Blüte lassen sich die Samen einsammeln und im folgenden Frühjahr aussäen. Alternativ schneidest du einen gesunden Trieb ab und stellst ihn in ein Glas Wasser, bis sich Wurzeln bilden – ab April kann der bewurzelte Steckling dann ins Freiland.
Mehr zum Lesen
Akelei: Pfahlwurzeln machen die Teilung riskant
Die Akelei ist als heimische Gartenstaude besonders bei insektenfreundlichen Gärten gefragt, denn sie versorgt vor allem Bienen mit reichlich Nektar. Je nach Sorte blüht sie in Blau, Violett, Weiß, Rosa, Gelb oder Rot, mit einer charakteristischen glocken- bis trichterförmigen Blütenform.
Das Problem bei der Vermehrung durch Teilung: Die Akelei bildet tiefreichende Pfahlwurzeln aus, die beim Ausgraben leicht verletzt werden. Die Erfolgsquote ist entsprechend gering – Teilpflanzen haben häufig Schwierigkeiten beim Anwachsen und werden nach dem Trennen anfällig für Fäulnis.
Sicherer ist die Vermehrung über Saatgut. Die reifen Samen lassen sich im Herbst einsammeln und zwischen April und Juni aussäen. Das Einsammeln empfiehlt sich ohnehin: Die Akelei neigt zur unkontrollierten Selbstaussaat, und wer das vermeiden möchte, sollte die getrockneten Samen nach der Blüte von den Pflanzen entfernen.
Pfingstrose: Teilung kostet Jahre der Blüte
Die Pfingstrose gehört zu den bekanntesten Frühlingsstauden in deutschen Gärten. Sie blüht je nach Witterung von Ende April bis Juni in Weiß, hellem Rosa, aber auch in kräftigerem Rot oder Gelb. Wer Insekten fördern möchte, sollte beim Kauf auf ungefüllte Sorten achten – nur diese sind für Bienen zugänglich.
Die Wurzelteilung ist bei der Pfingstrose zwar grundsätzlich möglich, hat aber einen deutlichen Nachteil: Nach dem Eingriff tritt fast immer eine Blühpause ein, die mindestens ein Jahr dauert, sich aber auch über zwei oder drei Jahre erstrecken kann. Wenn überhaupt, solltest du nur ältere Exemplare teilen und den Eingriff im frühen Herbst vornehmen.
Die schonendste Vermehrungsmethode ist auch hier die Aussaat. Strauchpfingstrosen lassen sich zusätzlich über Stecklinge vermehren, bei anderen Pfingstrosensorten ist diese Möglichkeit jedoch nicht gegeben.
Worauf du beim Anlegen eines Staudenbeetes achten solltest
Bevor du dein Beet erweiterst oder neu anlegst, lohnt es sich, die Wahl der Pflanzen in Ruhe zu treffen. Neben dem persönlichen Geschmack spielen folgende Punkte eine Rolle:
- Standort und Boden: Unterschiedliche Stauden stellen sehr verschiedene Ansprüche an Licht und Bodenqualität – prüfe, ob die Bedingungen in deinem Garten passen.
- Heimische Arten: Einheimische Stauden unterstützen die Biodiversität und verhindern, dass sich invasive Neophyten ausbreiten.
- Insektenfreundlichkeit: Bewusst gewählte bienen- und insektenfreundliche Stauden stärken das lokale Ökosystem.
- Bio-Saatgut: Wer Samen nicht selbst sammelt, greift am besten zu Bio-Saatgut oder aus Bio-Saatgut gezogenen Jungpflanzen.
Wer Tränendes Herz, Akelei oder Pfingstrose vermehren möchte, ist mit Aussaat in allen drei Fällen auf der sicheren Seite – und spart sich den Aufwand eines Eingriffs, der die Pflanze mehr schwächt als nützt.
Ihre Meinung hilft uns










Das Gespräch geht weiter
Kommentare