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Tomaten mit Salzwasser gießen – wie viel Salz den Unterschied macht

Tomaten mit Salzwasser gießen – wie viel Salz den Unterschied macht

Wer seinen Balkon-Tomaten ein intensiveres Aroma entlocken möchte, kann dem Gießwasser eine kleine Menge Salz beimischen. Studien der Universität Pisa deuten darauf hin, dass salzhaltig bewässerte Tomaten mehr Antioxidantien, Zucker und Säure entwickeln – also genau jene Stoffe, die für ein kräftigeres Geschmacksbild sorgen.

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Was Forschende gemessen haben

Eine 2008 im Journal of Agricultural and Food Chemistry veröffentlichte Studie untersuchte Kirschtomaten der Sorte Naomi, die mit einer Mischung aus 12 Prozent Meerwasser und 88 Prozent Süßwasser bewässert wurden. Im Vergleich zur Kontrollgruppe wiesen diese Tomaten höhere Gehalte an Vitamin C, Vitamin E, Zucker und Säure auf. Eine zweite Studie von 2009 ergänzte, dass der positive Effekt auf das Aroma besonders im Herbst auftritt – im Frühjahr kann die höhere Sonneneinstrahlung die Pflanzen in Kombination mit Salzwasser überlasten. Beide Versuche wurden mit Tomaten im Gewächshaus durchgeführt.

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Den Mechanismus dahinter erklärte die Universität Pisa so: Die Pflanze reagiert auf das Salz mit einer Schutzreaktion und produziert mehr zellschützende Stoffe gegen den oxidativen Stress. Martin Schulz von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau (LWG) fasste es 2024 gegenüber der Deutschen Presse-Agentur zusammen: „Man erhält einfach gesagt kleinere Tomaten, die von den Inhaltsstoffen höher konzentriert sind und das ergibt dann den besseren Geschmack.“

Der Nachteil: kleinere Früchte

Wer aromatischere Tomaten ernten möchte, muss eine geringere Ausbeute einkalkulieren. Das Schrumpfen der Früchte ist ein typischer Effekt von Salzstress und wurde sowohl in den Pisaner Studien als auch vom LWG bestätigt. Mehr Geschmack bedeutet in diesem Fall schlicht weniger Gewicht pro Frucht.

Salzwasser richtig einsetzen – zwei Regeln

  1. Höchstens 1 Gramm Salz pro Liter Wasser. Die Forschenden der Universität Pisa empfehlen diesen Grenzwert. Zu viel Salz entzieht den Pflanzen Wasser und schadet ihnen mehr als es nützt.
  2. Nur für Topfpflanzen auf dem Balkon, niemals für Tomaten im Gartenbeet. Salzwasser kann den Boden versalzen, Bodenorganismen schädigen und die Prozesse beeinflussen, die für den Humusaufbau notwendig sind. Auch der pH-Wert des Gartenbodens kann indirekt beeinflusst werden.

Gartenexperte Oliver Kipp empfiehlt darüber hinaus, von vornherein aromatische Sorten zu wählen, die zu den Licht- und Platzbedingungen auf dem eigenen Balkon passen, und die Pflanzen ausreichend mit Licht, Nährstoffen und Wasser zu versorgen. Der Salzwasser-Trick ersetzt diese Grundvoraussetzungen nicht, sondern kann sie allenfalls ergänzen.

Ob das Verfahren für Hobbygärtnerinnen und Hobbygärtner in nördlicheren Breiten denselben Effekt liefert wie in den Gewächshausversuchen in Pisa, ist durch die vorliegenden Studien nicht abschließend belegt.

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