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Ashtanga Yoga: Was hinter dem achtgliedrigen Pfad steckt – und für wen der Stil wirklich geeignet ist

Ashtanga Yoga: Was hinter dem achtgliedrigen Pfad steckt – und für wen der Stil wirklich geeignet ist

Ashtanga Yoga bedeutet wörtlich „der achtgliedrige Pfad“ und umfasst weit mehr als die Körperübungen, die die meisten Menschen mit Yoga verbinden. Der Name geht auf eine der ältesten Yoga-Schriften zurück, die sogenannten Yoga Sutras, in denen dieser Pfad wahrscheinlich im 3. Jahrhundert erstmals schriftlich beschrieben wurde.

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Die acht Teile des traditionellen Ashtanga Yoga

Die acht Glieder des Pfades bilden kein stufenweises Programm, sondern Bereiche, die gleichzeitig und gleichwertig praktiziert werden sollen:

  • Yamas – Moralkodex gegenüber der Mitwelt, etwa Gewaltlosigkeit und Nicht-Stehlen
  • Niyamas – Selbstdisziplin, zum Beispiel körperliche Reinheit und Selbststudium
  • Asanas – die physischen Körperübungen
  • Pranayama – Kontrolle des Atems zur Steuerung des Energieflusses
  • Pratyahara – Zurückziehen und Beherrschen der Sinne
  • Dharana – Konzentration, etwa auf die Atmung oder ein Mantra
  • Dhyana – Meditation und damit verbundene höhere Bewusstseinszustände
  • Samadhi – tiefe Meditation, die vollkommene Versenkung in die All-Einheit

Asanas machen also nur einen von acht Teilen der traditionellen Yoga-Lehre aus.

Ashtanga Vinyasa Yoga: Bewegung und Atmung im ständigen Wechsel

Im Alltag ist mit „Ashtanga Yoga“ meist Ashtanga Vinyasa Yoga gemeint – ein Stil, der sich auf Körperübungen, Meditations- und Atemübungen konzentriert und auch Stile wie Power Yoga und Flow Yoga beeinflusst hat.

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Vier Merkmale prägen diesen Stil besonders:

  • Vinyasa: Der Übergang von einer Asana zur nächsten wird mit einem einzigen Atemzug ausgeführt. Diese verbindende Bewegung ist eines der charakteristischen Merkmale des Stils.
  • Dynamische Praxis: Anders als im statischen Hatha Yoga oder Yin Yoga fließen die einzelnen Figuren zu einer zusammenhängenden Bewegungsfolge zusammen, ohne Pausen zum Verschnaufen.
  • Festgelegte Serien: Im Ashtanga Yoga werden immer dieselben Asana-Abfolgen praktiziert, während andere Stile die Stunden individuell variieren.
  • Fokus auf die Atmung: Die Atemkontrolle lenkt die Aufmerksamkeit nach innen.

Ujjayi-Atmung und Drishti: So entsteht Konzentration

Zwei Techniken helfen dabei, Konzentration und Atemkontrolle aufrechtzuerhalten. Die Ujjayi-Atmung funktioniert so: Die Stimmritze wird leicht verschlossen, sodass beim Ein- und Ausatmen ein hörbares Rauschen entsteht. Das verlangsamt die Atmung erheblich und macht sie gleichzeitig zum Fokuspunkt.

Auf der visuellen Ebene übernimmt der Drishti diese Aufgabe: Zu jeder Körperübung gibt es einen bestimmten Blickpunkt, auf den die Augen ständig gerichtet bleiben. Das schärft die Sinne und unterstützt die Konzentration.

Mit ausreichend Übung wird die Asana-Praxis durch diese beiden Elemente zu einer meditativen Erfahrung, bei der die Aufmerksamkeit nach innen statt auf äußere Einflüsse gerichtet ist.

Der Mysore-Stil: Ashtanga im eigenen Rhythmus

Eine besondere Unterrichtsform innerhalb des Ashtanga Yoga ist der Mysore-Stil. Dabei folgen die Schülerinnen und Schüler ihrem eigenen Atem- und Bewegungsrhythmus, anstatt synchron zu praktizieren. Verbale Anweisungen gibt es nicht – die Lehrenden gehen stattdessen durch den Raum und assistieren individuell bei den Übungen.

Für wen Ashtanga Yoga geeignet ist

Ashtanga Vinyasa Yoga gilt aus zwei Gründen als einer der anspruchsvollsten Yoga-Stile. Auf physischer Ebene verlangen die dynamischen Abfolgen ein fortgeschrittenes Fitnessniveau – die ständigen Vinyasa-Übergänge lassen kaum Erholungspausen. Auf mentaler Ebene erfordert der gleichzeitige Fokus auf Atmung, Blickpunkt und Asana-Sequenz ein hohes Maß an Konzentration.

Am besten passt dieser Stil zu Menschen, die bereits eine regelmäßige Yoga- und Meditationspraxis aufgebaut haben oder durch andere sportliche Aktivitäten fit und in Achtsamkeit geschult sind. Wer noch ganz am Anfang steht, wählt besser einen sanfteren Einstieg in die Yoga-Praxis.

Wer Ashtanga dennoch ausprobieren möchte, findet den Stil in vielen Studios – mit regelmäßigem Üben lässt sich mehr erreichen, als der erste Eindruck vermuten lässt.

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