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Tiefkühlerbsen vs. Dosenerbsen: Was wirklich mit den Vitaminen passiert

Tiefkühlerbsen vs. Dosenerbsen: Was wirklich mit den Vitaminen passiert

Tiefkühlkost schneidet beim Nährstoffgehalt klar besser ab als Konservenware – doch beim Klimavergleich liegen beide Varianten näher beieinander, als viele erwarten.

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Warum Tiefkühlkost mehr Nährstoffe erhält

Obst und Gemüse werden für Tiefkühlprodukte bereits wenige Stunden nach der Ernte eingefroren. Zu diesem Zeitpunkt sind Mineralstoffe und Vitamine noch in hoher Konzentration vorhanden – und bleiben bei durchgängigen Minusgraden weitgehend erhalten.

Eine Dissertation der Universität Hamburg belegte das am Beispiel roher Erbsen: Bei einer Lagerung bei 20 Grad Celsius sank der Vitamin-C-Gehalt innerhalb von sieben Tagen deutlich. Bei tiefgefrorenen Erbsen blieb derselbe Wert über zwölf Monate auf deutlich höherem Niveau. Bei minus 25 Grad zeigte sich dabei eine tendenziell höhere Stabilität als bei minus 18 Grad.

Ein weiterer Vorteil: Tiefkühlprodukte – sofern es sich nicht um Fertiggerichte handelt – kommen ohne Konservierungsmittel aus.

Wo Dosenware Schwächen zeigt

Obst und Gemüse aus der Konservendose oder dem Glas haben im Vergleich einen geringeren Nährstoffgehalt. Das heiße Sterilisieren tötet zwar Mikroorganismen ab und macht das Produkt haltbar, schädigt aber hitzeempfindliche Vitamine. Zusätzlich werden häufig Mischungen aus Wasser, Zucker, Säuren, Kräutern und teils weiteren Zusatzstoffen hinzugegeben.

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Konservendosen bestehen meist aus Weißblech oder Aluminium. Laut dem Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) kann Aluminium Wirkungen auf das Nervensystem, auf die geistige und motorische Entwicklung von Nachkommen sowie negative Effekte auf Nieren und Knochen haben. Bei gesunden Menschen wird der größte Teil des aufgenommenen Aluminiums über die Nieren ausgeschieden.

Um zu verhindern, dass Metalle auf das Lebensmittel übergehen, wird die Doseninnenfläche mit Kunststoff versiegelt. Diese Beschichtung enthielt früher häufig Bisphenol A (BPA), das im Verdacht steht, im Körper wie ein Hormon zu wirken. Seit dem 20. Juli 2026 ist BPA verboten. Für Konservendosen, bei denen bislang keine geeigneten Alternativen verfügbar sind, gilt jedoch eine Übergangsfrist bis Januar 2028, wie das Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung (BMLEH) mitteilt.

Klimabilanz: Tiefkühlkost schlechter als ihr Ruf

Eine Untersuchung des Freiburger Öko-Instituts verglich verschiedene Produktgruppen – darunter Erbsen, Pizza, Brötchen, Hühnerfrikassee und Reibekuchen. Das Ergebnis: Bei allen Produkten lagen die Treibhausgasemissionen der verglichenen Varianten relativ nah beieinander.

Beim Beispiel Erbsen hat die Dosenware die beste Klimabilanz, während Tiefkühlerbsen im Mittelfeld liegen. Allerdings hängen die Ergebnisse stark von den Rahmenbedingungen ab – die Lagerdauer im heimischen Gefrierschrank hat dabei einen besonders großen Einfluss.

Insgesamt beeinflusst das Verbraucherverhalten die Klimabilanz der Erbsen zu rund 38 Prozent: Zubereitung, Haushaltslagerung, Abwasch, Einkaufsfahrt sowie Wahl und Einstellung des Kühlgeräts spielen eine Rolle.

Bei Hühnerfrikassee schneidet das Tiefkühlprodukt im Klimavergleich etwas besser ab als ungekühlte oder selbst zubereitete Varianten – auch wegen der industriellen Zubereitung in großen Mengen. Entscheidend für die Ökobilanz ist laut der Studie vor allem, ob ein Produkt tierische Zutaten enthält: Bei Hühnerfrikassee macht allein die Hühnerhaltung rund 42 Prozent der Klimabelastung aus.

Wie viel das eigene Verhalten wirklich ausmacht

Das generelle Fazit der Freiburger Studie lautet: Tiefkühlprodukte sind nicht klimaschädlicher als Dosenprodukte – entscheidend sind Rezeptur und Verbraucherverhalten.

Eine weitere Studie veranschaulicht das Ausmaß: Wer sich für ein Kilogramm frische statt tiefgekühlter Ware entscheidet, spart dabei weniger Treibhausgasemissionen ein, als eine zwei Kilometer lange Autofahrt verursacht. Die Wahl des Transportmittels beim Einkaufen hat also mehr Einfluss auf die persönliche CO₂-Bilanz als die Wahl zwischen frischem und tiefgekühltem Gemüse.

In puncto Nährstoffe liegt Tiefkühlkost klar vorn. Beim Klima sind beide Varianten vergleichbar – wobei saisonale Lebensmittel generell die beste Wahl bleiben. Ist die Saison vorbei, ist Tiefkühlware die nährstoffreichere Alternative zur Dose, solange der Gefrierschrank nicht dauerhaft überfüllt bleibt.

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