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Wärmepumpe kaufen: Was sie kostet – und warum sie nach 20 Jahren bis zu 49.000 Euro günstiger sein kann

Wärmepumpe kaufen: Was sie kostet – und warum sie nach 20 Jahren bis zu 49.000 Euro günstiger sein kann

Eine Wärmepumpe kostet beim Kauf deutlich mehr als eine Gasheizung, kann aber laut einer Fraunhofer-Studie vom Juni 2026 über 20 Jahre hinweg bis zu 49.000 Euro günstiger sein. Staatliche Förderung und niedrigere Betriebskosten verändern die Rechnung erheblich.

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Anschaffungskosten: Was eine Wärmepumpe je nach Typ kostet

Laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) lassen sich keine exakten Preise nennen, da die Kosten stark von Leistungsklasse, Hersteller, Größe und Art der Anlage abhängen. Wer verlässliche Zahlen braucht, sollte Angebote direkt bei Fachhandwerkern einholen oder vorab eine Energieberatung in Anspruch nehmen.

Als groben Richtwert nennt der BWP rund 30.000 Euro Gesamtkosten inklusive Installation für eine Luft-Wasser-Wärmepumpe in einem Einfamilienhaus mit etwa 130 Quadratmetern Wohnfläche. Dieser Wert schließt die Optimierung der Hydraulik sowie notwendige Nebenarbeiten ein. Zum Vergleich: Eine Gas-Brennwert-Anlage kostet bei vergleichbarem Gebäude laut BWP rund 10.000 Euro.

Erdgekoppelte Systeme und Grundwasser-Wärmepumpen sind in der Anschaffung teurer, arbeiten im Betrieb aber effizienter als Luft-Wasser-Anlagen. Die folgende Übersicht zeigt die Gesamtkosten vor Förderung:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: ca. 30.000 Euro
  • Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Kollektoren: ca. 35.000 Euro
  • Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde: ca. 40.000 Euro
  • Grundwasser-Wärmepumpe: ca. 45.000 Euro

Bei Erdwärmepumpen kommen laut BWP rund 10.000 Euro Erschließungskosten hinzu. Eine Variante mit Kollektoren ist dabei etwas günstiger als eine mit Erdsonden. Bei Grundwasser-Wärmepumpen ist mit mindestens 15.000 Euro zusätzlichen Erschließungskosten zu rechnen. Der BWP geht davon aus, dass die Preise mittelfristig in etwa stabil bleiben.

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Wie viel Förderung es seit Juli 2026 noch gibt

Seit dem 21. Juli 2026 gelten im Rahmen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) neue Förderregeln. Die Grundförderung beträgt 30 Prozent, dazu kommt aktuell ein Geschwindigkeitsbonus von 16 Prozent. Dieser Bonus sinkt ab sofort halbjährlich um vier Prozentpunkte und entfällt vollständig ab dem 1. August 2028.

Zusätzlich gibt es einen einkommensabhängigen Bonus:

  • Haushaltseinkommen unter 30.000 Euro: 40 Prozent zusätzlich
  • Zwischen 30.000 und 40.000 Euro: 30 Prozent zusätzlich
  • Zwischen 40.000 und 50.000 Euro: 10 Prozent zusätzlich

Wer mindestens ein minderjähriges Kind hat, darf 10.000 Euro vom Haushaltseinkommen abziehen. Die Förderung ist insgesamt auf maximal 80 Prozent der Kosten begrenzt. Als förderungsfähige Investitionskosten werden höchstens 28.000 Euro anerkannt, sodass der maximale Zuschuss bei 22.400 Euro liegt. Ab dem 1. Februar 2027 sinken die förderfähigen Investitionskosten halbjährlich um 750 Euro.

Nach Abzug von Grundförderung und Geschwindigkeitsbonus ergeben sich derzeit in etwa diese Eigenanteile – je nach individuellen Voraussetzungen können die Werte abweichen:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: ca. 7.600 bis 17.120 Euro
  • Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Kollektoren: ca. 12.600 bis 22.120 Euro
  • Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde: ca. 17.600 bis 27.120 Euro
  • Grundwasser-Wärmepumpe: ca. 22.600 bis 32.120 Euro

Wichtig: Diese Eigenanteile gelten nur bis zum 1. Februar 2027. Danach sinken sowohl die förderfähigen Investitionskosten als auch der Geschwindigkeitsbonus weiter.

Warum die Wärmepumpe nach 20 Jahren günstiger ist als eine Gasheizung

Eine Fraunhofer-Studie im Auftrag von MVV Energie vom Juni 2026 hat die Heizkosten für ein 150-Quadratmeter-Haus über 20 Jahre berechnet. Das Ergebnis: Im günstigsten Fall liegen die Heizkosten einer Gasheizung 60 Prozent über denen einer Wärmepumpe – was in dem Rechenbeispiel einem Ersparnis von rund 49.000 Euro entspricht.

Ein wesentlicher Kostentreiber für Gasheizungen ist die im GModG festgelegte sogenannte „Bio-Treppe“: Ab 2029 müssen neue Gasheizungen eine wachsende Grüngas-Quote erfüllen, die bis 2040 auf 60 Prozent steigt. Biogas ist laut dem Fraunhofer Institut rund 3 Cent pro Kilowattstunde teurer als Erdgas, was die Betriebskosten von Gasheizungen langfristig erhöht.

Sowohl Gasheizungen als auch Wärmepumpen haben laut der Studie in der Regel eine Lebensdauer von mindestens 15, häufig über 20 Jahren. Die Wärmepumpe ist damit laut Studie über diesen Zeitraum die finanziell vernünftigere Entscheidung.

Wann eine Wärmepumpe an ihre Grenzen stößt

Bei extrem schlecht gedämmten Häusern kann eine Wärmepumpe an ihre Grenzen stoßen. Ob ein Bestandsgebäude grundsätzlich geeignet ist, lässt sich mit einem einfachen Test ermitteln. Mindestens bis Februar 2027 beträgt die staatliche Förderung nach derzeitigem Stand mindestens 46 Prozent der Investitionskosten – danach sinken die Fördersätze schrittweise weiter.

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