11 bienenfreundliche Pflanzen für Garten und Balkon – von Lavendel bis Löwenzahn

11 bienenfreundliche Pflanzen für Garten und Balkon – von Lavendel bis Löwenzahn

Bienenfreundliche Pflanzen sind besonders reich an Nektar und Pollen und helfen damit, den Rückgang von Bienen und anderen Insekten zumindest teilweise auszugleichen. Wer auf dem Balkon, der Terrasse oder im Garten die richtigen Pflanzen wählt, kann Bienen, Hummeln und Schmetterlinge vom Frühling bis in den Herbst versorgen.

Artikel teilen

XRedditLinkedIn

Die Populationsgrößen einiger Bienenarten sinken seit Jahren. Laut NABU sind vor allem Wildbienenarten gefährdet – durch den massiven Einsatz chemisch-synthetischer Pestizide und den Verlust natürlicher Lebensräume, weil üppige Blumenwiesen Monokulturen und Neubausiedlungen weichen müssen.

Warum nicht jede Blütenpflanze bienenfreundlich ist

Typische Balkonpflanzen mit gefüllten Blüten wie Geranien erfreuen zwar das Auge, bieten Bienen, Hummeln und Schmetterlingen aber nicht genügend Nahrung. Entscheidend sind ein hoher Nektar- und Pollengehalt sowie offene, zugängliche Blüten. Die folgenden elf Pflanzen erfüllen diese Voraussetzungen. Die Angaben zu Nektar- und Pollengehalt stammen aus dem Lexikon „Bienenfreundliche Pflanzen“ des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft.

  1. Lavendel
  2. Echter Salbei
  3. Weide
  4. Brombeere und Himbeere
  5. Wilder Wein
  6. Mehrjährige Kräuter
  7. Apfelbaum
  8. Klee
  9. Phacelia
  10. Zwergmispel
  11. Löwenzahn

1. Lavendel

Lavendel lockt Bienen, Hummeln und Schmetterlinge mit einem reichen Nektarangebot an. Er gedeiht sowohl in Balkonkästen und Töpfen als auch direkt im Gartenbeet. Die Pflanze ist anspruchslos bei Boden und Wasser, benötigt aber viel Sonne. Für eine winterharte Variante empfiehlt sich Echter Lavendel: Im Kübel reicht es, ihn an einen geschützten Ort zu stellen oder den Wurzelballen mit Mulch oder Zweigen abzudecken.

  • Blütezeit: Juli bis September
  • Nektar: 3/4
  • Pollen: 1/4
  • Boden: lehmig, kalkreich, trocken
  • Lage: Sonne bis Halbschatten
  • Ort: Garten oder Balkon

2. Echter Salbei – besonders wertvoll für Wildbienen

Viele Wildbienenarten spezialisieren sich auf bestimmte Pflanzen als Nahrungsquelle. Echter Salbei gehört zu den Pflanzen, die gezielt von solchen Spezialisten angeflogen werden. Er lässt sich als Teil einer Bienenweide im Garten oder in Töpfen auf dem Balkon anpflanzen und bevorzugt einen sonnigen Standort mit sandigem, kalkhaltigem Boden. Gießen solltest du ihn nur mäßig.

  • Blütezeit: Juni bis Juli
  • Nektar: 3/4
  • Pollen: 1/4
  • Boden: trocken, durchlässig
  • Lage: Sonne bis Halbschatten
  • Ort: Garten oder Balkon

3. Weide – eine der ersten Nahrungsquellen im Frühjahr

Als Frühblüher beginnen Weiden bereits im März zu blühen und sind damit eine der wenigen frühen Nahrungsquellen für Bienen. Besonders nektar- und pollenreich ist die Sal-Weide. Da sie zu den ersten Trachtpflanzen des Jahres zählt, ist das Schneiden ihrer Zweige von Anfang Februar bis Ende April verboten oder stark reglementiert – Sal-Weiden stehen unter Naturschutz.

Neueste Beiträge

Mehr zum Lesen

Neues aus der Redaktion
01Laubkompost selber machen – bei diesen Baumarten besser die Finger lassen02Koya-Tofu saugt Würze sechsmal besser auf als frischer Tofu – so funktioniert das03Das Feta-Wasser aus der Packung lässt sich in der Küche noch vielfältig verwenden
  • Blütezeit: März bis Mai
  • Nektar: 4/4
  • Pollen: 4/4
  • Boden: feucht bis nass, durchlässig
  • Lage: Sonne bis Halbschatten
  • Ort: Garten

4. Brombeere und Himbeere – Naschhecke für Mensch und Biene

Brombeer- und Himbeerhecken ziehen nicht nur Bienen und andere nützliche Insekten an, sondern bilden auch einen robusten Sichtschutz und tragen wohlschmeckende Beeren. Sie blühen bereits ab Mai und versorgen Bienen dank ihres hohen Nektaranteils zuverlässig. Himbeere erreicht dabei den Höchstwert von 4/4 beim Nektar, Brombeere kommt auf 3/4.

  • Blütezeit: Mai bis August
  • Nektar: 3/4 (Brombeere), 4/4 (Himbeere)
  • Pollen: 3/4
  • Boden: nährstoffreich
  • Lage: Sonne
  • Ort: Garten und Terrassen

5. Wilder Wein – bienenfreundlicher Sichtschutz

Wilder Wein ist nicht nur optisch ansprechend, sondern auch reich an Pollen und Nektar. Er eignet sich ideal zum Begrünen von Pergolen, Spalieren, Zäunen und Wänden. Die pflegeleichte Pflanze liebt tiefgründige Böden und ist daher eher für den Garten als für den Balkon geeignet.

  • Blütezeit: Juli bis September
  • Nektar: 3/4
  • Pollen: 3/4
  • Boden: humusreich, locker, nährstoffreich
  • Lage: Sonne, Halbschatten und Schatten
  • Ort: Garten und Terrassen

6. Mehrjährige Kräuter – ideal für Balkon und Terrasse

Mehrjährige Kräuter sind besonders für Balkon und Terrasse geeignet. Rosmarin blüht schon im Frühling, Oregano den ganzen Sommer über und Thymian bis in den Oktober hinein. Kapuzinerkresse spendet bis Ende September Nahrung für Bienen, und auch die essbare Gewürztagetes eignet sich für den Balkon. Ein nützlicher Nebeneffekt: Wohlriechende Kräuter vertreiben lästige Insekten wie Mücken.

Für die meisten mediterranen Kräuter gilt:

  • Blütezeit: je nach Sorte März bis Oktober
  • Nektar: 3/4 bis 4/4
  • Pollen: 1/4
  • Boden: trocken, lehmig
  • Lage: Sonne
  • Ort: Balkon und Terrasse

7. Apfelbaum – Höchstwerte bei Nektar und Pollen

Der Apfelbaum ist ein starker Bienenmagnet: Seine Blüten erreichen bei Nektar und Pollen jeweils den Höchstwert von 4/4. Zudem versorgt er seine Besitzerinnen und Besitzer mit gesunden Früchten. Es gibt Sorten mit Säulenwuchs, die sich für Kübel eignen. Wer einen Apfelbaum pflanzt, sollte ihn regelmäßig schneiden und sich vorab über die verschiedenen Sorten und ihre Eigenschaften informieren.

  • Blütezeit: April bis Mai
  • Nektar: 4/4
  • Pollen: 4/4
  • Boden: tiefgründig, nährstoffreich
  • Lage: Sonne
  • Ort: Garten; Säulensorten auch im Kübel

8. Klee – die Pollenschleuder im Garten

Klee ist besonders reich an Pollen und blüht von Anfang Mai bis in den Spätherbst. Zusätzlich bietet er einen hohen Nektaranteil. Wer möchte, kann im Garten statt eines Rasens eine Kleewiese anlegen und damit Bienen und Hummeln einen dauerhaften Lebensraum bieten.

  • Blütezeit: Mai bis September
  • Nektar: 4/4
  • Pollen: 3/4
  • Boden: nährstoff- und kalkreich, lehmig
  • Lage: Sonne und Halbschatten
  • Ort: Garten

9. Phacelia – auch bekannt als Bienenfreund

Phacelia wird in der Landwirtschaft zur Gründüngung eingesetzt und ist dank ihrer blauvioletten Blüten zugleich eine beliebte Zierpflanze. Sie wird auch als Bienenfreund, Büschelblume oder Bienenweide bezeichnet und gilt mit ihrem überdurchschnittlich hohen Nektar- und Pollengehalt als eine der bienenwirksamsten Pflanzen überhaupt. Leider ist sie nur einjährig – beim Verrottungsprozess gibt sie jedoch ihre gesammelten Nährstoffe an den Boden ab und wirkt als natürlicher Dünger.

  • Blütezeit: Juni bis September
  • Nektar: 4/4
  • Pollen: 3/4
  • Boden: frisch, lehmiger Sand
  • Lage: Sonne
  • Ort: Garten, auch Terrassen

10. Zwergmispel – dekorativ und bienenwirksam

Zwergmispeln gibt es als Bodendecker oder als Baumgewächs. Mit dichtem dunkelgrünem Blattwerk, aparten Blüten und leuchtenden Früchten sind sie beliebte Zierpflanzen – und dabei reich an Pollen und Nektar. Ihre lange Blütezeit von Mai bis Oktober macht sie zu einer besonders wertvollen Nahrungsquelle.

  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Nektar: 4/4
  • Pollen: 3/4
  • Boden: nährstoffreich, möglichst durchlässig
  • Lage: Sonne und Halbschatten
  • Ort: Garten

11. Löwenzahn – das bienenfreundliche „Unkraut“

Löwenzahn ist eine der wichtigsten Nahrungsquellen für Honigbienen, Wildbienen, Hummeln und Schmetterlinge – vor allem im zeitigen Frühjahr, wenn kaum andere Blumen blühen. Bei der Rasenpflege lohnt es sich daher, ihn zumindest stellenweise wachsen zu lassen. Da die gesamte Pflanze essbar ist, lässt sich aus ihm außerdem ein frischer Löwenzahnsalat oder lassen sich Löwenzahnkapern zubereiten.

  • Blütezeit: Mai bis Oktober
  • Nektar: 3/4
  • Pollen: 4/4
  • Boden: tiefgründig, durchlässig, humos
  • Lage: Sonne
  • Ort: Garten

Wer selbst aussäen möchte: Verwende nach Möglichkeit Bio-Saatgut, um den Eintrag chemisch-synthetischer Pestizide in deinen Garten zu vermeiden.

Artikel teilen

5 Min. Lesezeit

XRedditLinkedIn

Ihre Meinung hilft uns

War dieser Artikel lesenswert?

Das Gespräch geht weiter

Kommentare

Mitdiskutieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Mitdiskutieren

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Scroll to Top