Rote Paprika enthält fast dreimal so viel Vitamin C wie eine Zitrone – und das bei gerade einmal 37 Kilokalorien pro 100 Gramm. Wer täglich Paprika isst, profitiert von einer beachtlichen Nährstoffdichte, sollte aber auch einige Einschränkungen kennen.
Wie verbreitet ist Paprika in Deutschland?
In Deutschland ist Paprika das fünftbeliebteste Gemüse, mit einem Pro-Kopf-Verbrauch von 4,2 Kilogramm pro Jahr laut Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE). Das Gemüse ist ganzjährig im Handel erhältlich, wobei rund 82 Prozent aus Spanien und den Niederlanden importiert werden. Heimische Produktion findet von April bis November in Gewächshäusern oder Folientunneln statt, deckt aber lediglich vier Prozent des Bedarfs ab.
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Die Farbe der Paprika zeigt ihren Reifegrad: Grüne Früchte schmecken herber, rote, gelbe und orangefarbene sind reifer, süßer und aromatischer. Die süße Gemüsepaprika, wie sie heute bekannt ist, gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert – damals wurde das scharf machende Capsaicin herausgezüchtet.
Nährstoffe: Was steckt in Paprika?
Paprika besteht zu 90 Prozent aus Wasser und liefert auf 100 Gramm vier Gramm Ballaststoffe. Neben dem hohen Vitamin-C-Gehalt enthält sie B-Vitamine, Vitamin E und K sowie die Mineralstoffe Kalium, Calcium und Phosphor. Besonders hervorzuheben sind Carotinoide: Sie geben gelben, orangenen und roten Paprikas ihre kräftige Farbe und wirken antioxidativ und entzündungshemmend.
Wer möglichst viel Vitamin C aufnehmen möchte, sollte Paprika roh essen. Vitamin C ist hitzeempfindlich und wird beim Garen teilweise abgebaut.
Vorteile des täglichen Paprikakonsums
- Hohe Nährstoffdichte bei wenig Kalorien: Vitamin C, B-Vitamine, Vitamin E und K, Kalium, Calcium und Phosphor bei nur 37 kcal pro 100 g.
- Geringeres Risiko für bestimmte Erkrankungen: Carotinoide in roter Paprika können laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) das Risiko für Herz-Kreislauf-Krankheiten und altersbedingte Augenerkrankungen senken.
- Verdauungsförderung: Der verhältnismäßig hohe Ballaststoffanteil regt die Verdauung an.
- Vielseitigkeit: Verschiedene Sorten und Zubereitungsarten – roh, gegart, gehäutet – ermöglichen eine abwechslungsreiche Ernährung.
Risiken, die beim täglichen Verzehr auftreten können
- Verdauungsbeschwerden: Wer einen empfindlichen Magen hat, kann nach dem Verzehr Magenschmerzen, Sodbrennen, Blähungen oder Übelkeit erleiden. Gehäutete oder gegarte Paprika wird oft besser vertragen.
- Pestizidrückstände: Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) untersuchte 2023 insgesamt 119 Paprikaproben und fand in 85 Prozent der Proben Rückstände. Keine Probe überschritt die zugelassene Höchstgrenze, aber nur 18 Proben waren vollständig rückstandsfrei. Auch Bio-Paprika war betroffen: Von acht untersuchten Bio-Paprikas aus Spanien wiesen drei Proben Rückstände auf.
- CO₂-Fußabdruck: Paprika wird fast ausschließlich in Gewächshäusern oder Folientunneln angebaut. In den Wintermonaten müssen diese beheizt und beleuchtet werden. Laut Umweltbundesamt hat Paprika daher einen CO₂-Fußabdruck von 0,6 – dreimal so hoch wie Gemüse wie Kohlrabi, Kürbis, Porree, Kartoffeln, Blumenkohl, Aubergine oder frischer Spinat, die jeweils bei 0,2 liegen.
Menge, Saison und wer Paprika meiden sollte
Eine konkrete Tagesmenge für Paprika gibt es nicht. Grundsätzlich werden mindestens 400 Gramm Obst und Gemüse pro Tag empfohlen, gerne mehr und möglichst abwechslungsreich. Paprika lässt sich gut mit anderen Gemüsesorten, Hülsenfrüchten oder Stärkebeilagen kombinieren.
Wer einen empfindlichen Verdauungstrakt hat, sollte Paprika gehäutet oder gegart probieren, da sie so häufig verträglicher ist. Um den CO₂-Fußabdruck zu verringern, empfiehlt es sich, Paprika vor allem während der deutschen Saison von April bis November zu kaufen. Bio-Ware reduziert zudem das Risiko, Pestizidrückstände aufzunehmen – allerdings schließt das Rückstände nicht vollständig aus, wie die LAVES-Untersuchung zeigt.
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