Im Herbst ist das regionale Ernteangebot noch reichhaltig – aber längst nicht alles, was im Supermarkt liegt, kommt auch aus Deutschland. Wer klimafreundlicher einkaufen möchte, sollte bestimmte Produkte jetzt meiden und wissen, welche saisonalen Alternativen es gibt.
Warum regionale Saisonware besser für das Klima ist
Lebensmittel, die zur Erntezeit direkt verkauft werden, brauchen weder lange Transportwege noch energieintensive Lagerung. Das spart Treibhausgasemissionen. Bio-Produkte aus heimischem Anbau schonen zusätzlich Böden und Grundwasser. Herkunftsinformationen findest du auf der Ware selbst, auf dem Preisschild oder an der Obst- und Gemüsekiste.
Beeren, Trauben und Zitrusfrüchte: Drei Gruppen mit langen Lieferwegen
Heimische Beeren wie Blaubeeren, Brombeeren, Erdbeeren, Himbeeren und Johannisbeeren sind im Herbst nicht mehr in Deutschland geerntet. Stattdessen werden sie importiert – Blaubeeren stammen oft aus Peru. Wer nicht bis zum Frühling warten möchte, greift besser zu tiefgefrorenen Bio-Beeren, zum Beispiel im Müsli oder Smoothie.
Mehr zum Lesen
Clementinen, Mandarinen und Orangen wachsen in Deutschland grundsätzlich nicht. Wer sie kaufen möchte, wählt sie besser im späten Herbst oder Winter: Die Haupterntezeit in Südeuropa beginnt im November, erste Sorten reifen aber bereits im September und Oktober. Sommerorangen kommen dagegen meist aus Südafrika oder den USA, die Transportwege sind deutlich länger. Außerdem gehören konventionelle Mandarinen und Orangen zu den Obstsorten mit der höchsten Pestizidbelastung – Bio-Früchte sind hier die bessere Wahl, zumal sich dann auch die Schalen verwerten lassen.

Tafeltrauben haben in Deutschland ab September Saison, sind aber selbst dann in Discountern und Supermärkten kaum regional erhältlich – das Angebot besteht häufig aus Importen aus Indien oder Südafrika. Regionale Trauben findest du am ehesten im Bioladen, in der Gemüsehandlung, in einer Biokiste oder beim Wochenmarkt. Zumindest Bio-Früchte aus Italien sind im Herbst verfügbar. Da Trauben jetzt oft im Angebot und günstig sind, lohnt sich der gezielte Kauf – die Saison endet aber bald.
Welche Salatsorten jetzt regional erhältlich sind
Bei Salat kommt es auf die genaue Sorte an. Im Herbst gilt:
- Feldsalat braucht kühle Temperaturen und ist ab Oktober wieder aus Deutschland verfügbar.
- Chicorée hat von etwa Oktober bis März Saison und schmeckt auch gebraten gut.
- Endiviensalat ist bis einschließlich November regional erhältlich.
- Eisbergsalat hat noch bis November Saison; wer ihn im Winter kauft, bekommt mit großer Wahrscheinlichkeit Importware.
- Chinakohl lässt sich gut lagern und ist das ganze Jahr aus Deutschland erhältlich.
- Kopfsalat und Lollo Rosso haben von etwa Mai bis Oktober Saison und kommen im Winter nicht aus der Region.
Was im Herbst aus Deutschland zu kaufen ist
Das Angebot an heimischen Produkten ist in den Monaten September, Oktober und November noch groß:
- Äpfel und Birnen gibt es jetzt frisch aus deutscher Ernte.
- Quitten aus heimischem Anbau eignen sich für Gelee und Marmelade.
- Zwetschgen haben im August Hochsaison und sind im September und Oktober noch verfügbar.
- Kürbisse sind derzeit in großer Auswahl erhältlich.
- Karotten, Kartoffeln und Zwiebeln gibt es das ganze Jahr aus regionalem Bio-Anbau.
- Haselnüsse und Walnüsse sind jetzt in Deutschland reif und günstig.
- Pilze haben Hochsaison: Neben Champignons gibt es Pfifferlinge, Steinpilze und Maronenröhrlinge.
Wer das ganze Jahr den Überblick behalten möchte, welches Obst und Gemüse gerade Saison hat, kann einen Saisonkalender nutzen – als gedrucktes Poster, Wandkalender oder kostenlos als PDF zum Herunterladen.
Ihre Meinung hilft uns










Das Gespräch geht weiter
Kommentare