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Quitten im Herbst: Was das kaum bekannte Kernobst wirklich kann – und was beim Essen zu beachten ist

Quitten im Herbst: Was das kaum bekannte Kernobst wirklich kann – und was beim Essen zu beachten ist

Quitten haben eine kurze Saison von Ende September bis Anfang November und sind trotz ihrer langen Geschichte in Deutschland kaum noch im Handel zu finden. Dabei liefert das goldgelbe Kernobst Ballaststoffe, B-Vitamine und Kalium – und lässt sich vielseitiger verwenden, als viele vermuten.

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Was Quitten von anderen Herbstfrüchten unterscheidet

Die Quitte gehört zur Familie der Rosengewächse und ist mit Äpfeln und Birnen verwandt. Je nach Form unterscheidet man zwei Sorten: Birnen- und Apfelquitten. Die Früchte können bis zu einem Kilogramm schwer werden, haben eine harte, von filzigem Flaum überzogene Schale und verströmen einen aromatischen, zitronenartigen Duft.

Roh ist die Quitte wegen ihres herb-bitteren Geschmacks und des harten Fruchtfleischs nicht genießbar. Gekocht, gedämpft oder gebacken wird sie weich, saftig und milder im Geschmack. Vor der Verarbeitung reibt man den Flaum mit einem Tuch ab, entfernt das Kerngehäuse und schält die Frucht – ähnlich wie bei Äpfeln oder Birnen.

Welche Nährstoffe Quitten liefern

Quitten bestehen zu über 80 Prozent aus Wasser und sind deshalb kalorienarm. Laut dem Bundeszentrum für Ernährung enthalten sie zwar mehr Vitamin C als Äpfel, doch da die Früchte erhitzt werden müssen, wird ein großer Teil dieses hitzeempfindlichen Vitamins dabei zerstört. Erhalten bleiben dagegen B-Vitamine, der Mineralstoff Kalium und ein nennenswerter Anteil an Ballaststoffen. Wie kalorienreich das Endprodukt ausfällt, hängt stark von der Zubereitung ab: Stark gesüßtes Quittengelee enthält deutlich mehr Zucker als ein wenig gesüßtes Kompott.

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Wie Quitten in der Küche verwendet werden können

Klassische Zubereitungen sind Quittengelee, Kompott, Marmelade, Konfitüre, Mus, Saft und Quittenbrot. Das Aroma passt aber auch zu Herzhaftem: Als Chutney zu Käse oder als Beilage zu Schmorgerichten harmoniert es gut. Laut Quellenangaben passen Kräuter wie Thymian, Zitronenmelisse oder Lavendel besonders gut zu Quitten.

Was die Volksheilkunde und aktuelle Forschung über Quitten sagen

Quitten wurden seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde genutzt und galten als „Apotheke für arm und reich“. Quittentee – aus Samen, frischen oder getrockneten Blättern oder Teilen der Frucht zubereitet – wurde traditionell bei Beschwerden wie Halsschmerzen, Husten, Magenproblemen, Durchfall und Schlaflosigkeit eingesetzt. Der Tee lässt sich sowohl trinken als auch äußerlich wie eine Salbe anwenden.

Kocht man die Quittensamen länger als fünf Minuten, entsteht ein schleimiger Extrakt, der als Hausmittel auf schlecht heilende Wunden aufgetragen wird. Eine Studie an Kaninchen kam zu dem Ergebnis, dass dieser Quittenschleim die Wundheilung beschleunigen konnte. Ein wissenschaftlicher Artikel aus dem Jahr 2024 beschreibt zudem, dass Quittensamenschleim möglicherweise antibakterielle Eigenschaften besitzt und sich für medizinische Anwendungen eignen könnte. Ob diese Wirkungen auch beim Menschen eintreten, ist bislang nicht ausreichend untersucht.

Eine Übersichtsarbeit aus dem Jahr 2023 beschreibt für die Quitte potenziell gesundheitsfördernde Eigenschaften, darunter antioxidative, entzündungshemmende, antimikrobielle, antiallergische, blutzuckersenkende und magenschützende Wirkungen. Eine iranische Studie an Kaninchen zeigte außerdem, dass Quittenblattextrakt das Fortschreiten von Arteriosklerose in den Herzkranzgefäßen verringern und verschiedene Blutfettwerte – darunter Gesamtcholesterin, Triglyceride und LDL-Cholesterin – senken konnte. Da diese Studien nicht am Menschen durchgeführt wurden, ist ihre Aussagekraft begrenzt.

Wo man Quitten findet und worauf beim Kauf zu achten ist

Im Supermarkt sind frische Quitten selten. Auf Wochenmärkten oder in Hofläden hat man mehr Glück. Wer regional pflücken möchte, findet über Online-Portale wie Mundraub Hinweise auf öffentlich zugängliche Quittenquellen auf Streuobstwiesen und in alten Obstgärten. Die Haupterntezeit liegt im Oktober und November. Laut der Bayerischen Landesanstalt für Wein- und Gartenbau werden nicht regionale Quitten überwiegend aus der Türkei oder aus China importiert. In Deutschland wurden 2017 deutschlandweit auf gerade einmal 90 Hektar Quitten angebaut – der Anbau ist seit dem Zweiten Weltkrieg und der Wiedervereinigung deutlich zurückgegangen.

Achtung: Quittenkerne sind giftig, wenn sie beschädigt werden

Vor dem Essen müssen die Kerne sorgfältig und vollständig entfernt werden. Werden sie gekaut, zerdrückt oder anderweitig beschädigt, kann giftige Blausäure freigesetzt werden. Laut der Verbraucherzentrale kann Blausäure zu Vergiftungserscheinungen wie Atemnot, Pupillenerweiterung und Krämpfen führen – im schlimmsten Fall auch zum Tod. Bei Vergiftungsverdacht sollte sofort ärztlicher Rat eingeholt oder die Giftnotruf-Zentrale kontaktiert werden. Dasselbe gilt für die Verwendung der Samen zur Quittenschleim-Herstellung: Die Kerne dürfen dabei nicht zerkleinert oder zerdrückt werden.

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