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Zitronengras selbst anbauen – so pflanzt, pflegst und erntest du das Küchenkraut richtig

Zitronengras selbst anbauen – so pflanzt, pflegst und erntest du das Küchenkraut richtig

Wer Zitronengras selbst anbaut, spart lange Transportwege und hat jederzeit frisches Würzkraut zur Hand. Die mehrjährige Pflanze lässt sich im Topf oder an einer südlich ausgerichteten Hauswand kultivieren – auch in Deutschland, wenn man ein paar grundlegende Dinge beachtet.

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Standort und Boden richtig wählen

Zitronengras bildet kräftige Stängel mit bis zu 90 Zentimeter langen, graugrünen Blättern und stammt ursprünglich aus dem tropischen Asien. Die Gattung umfasst etwa 55 Arten; besonders verbreitet sind das ostindische und das westindische Zitronengras. Den intensiven Duft verdankt die Pflanze ihren ätherischen Ölen.

Für einen guten Wuchs braucht Zitronengras:

  • einen hellen, windgeschützten Platz mit viel Sonnenlicht
  • nährstoffreichen, lockeren und gut durchlässigen Boden
  • reifer Kompost liefert Nährstoffe; Sand oder Kies verbessert die Durchlässigkeit

Die Pflanze ist nicht winterfest und verträgt keine Temperaturen unter sieben Grad. Ein Topf ist daher die praktischste Lösung, weil du sie im Herbst einfach nach drinnen holen kannst.

Aussaat und Vermehrung

Zitronengras ist ein Warmkeimer und keimt nur bei einer konstanten Temperatur von mindestens 20 Grad zuverlässig.

  • Drücke die Samen leicht in die Erde und besprühe sie mit wenig Wasser.
  • Lüfte regelmäßig, um Fäulnis und Schimmel zu verhindern.
  • Alternativ kannst du frische Stiele aus dem Asiasupermarkt kaufen und sie ein bis zwei Wochen in drei Zentimeter tiefes Wasser stellen, bis Wurzeln entstehen. Wechsle das Wasser dabei regelmäßig.
  • Da Zitronengras nicht blüht, funktioniert diese Wassermethode auch zur späteren Vermehrung etablierter Pflanzen.

Pflege im Jahresverlauf

In den warmen Monaten kannst du die Pflanze ins Freie stellen oder ins Freiland setzen – das ist auch der richtige Zeitpunkt für einen größeren Topf.

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  • Sommer (Juni bis August): Hauptwachstumsphase. Gieße zwei- bis dreimal pro Woche, damit der Boden gleichmäßig feucht bleibt. Alle ein bis zwei Monate ist organischer Dünger sinnvoll; zu Beginn der Wachstumsphase eignen sich Hornspäne besonders gut.
  • Winter: Stelle die Pflanze rechtzeitig an einen warmen, sonnigen Innenplatz. Im Winter reicht es, alle zwei Wochen zu gießen.

Entferne regelmäßig gelb verfärbte Blätter, weil sie der Pflanze unnötig Energie entziehen und das Wachstum bremsen.

Ernten ohne die Pflanze zu schädigen

In den Sommermonaten kannst du Zitronengras regelmäßig schneiden – der Schnitt fördert ein gesundes, buschiges Wachstum.

  • In der Küche werden nur die hellen, unteren Stiele verwendet; die grünen Blätter sind zu faserig.
  • Schneide die festen Stiele mit einem scharfen Messer direkt über der Wurzel ab.
  • Den grünen Teil kannst du kompostieren.
  • Vermeide es, die Knolle dabei zu verletzen oder zu quetschen.

Zitronengras als Heilpflanze und Tee

Im asiatischen Raum wird Zitronengras traditionell bei Verdauungsproblemen sowie gegen Stress und Nervosität eingesetzt. Das Journal of Advanced Pharmaceutical Technology and Research wies 2011 folgende Eigenschaften nach:

  • antibakteriell
  • antifungal
  • entzündungshemmend
  • antioxidativ
  • cholesterinsenkend
  • beruhigend

Zitronengras wird auch eine mückenabweisende Wirkung zugeschrieben, die jedoch wissenschaftlich nicht belegt ist.

Als Tee lässt sich die Heilwirkung einfach nutzen: Für einen Liter Tee brauchst du zwei Stangen Zitronengras.

  1. Teile die Stiele in der Hälfte, damit sich die ätherischen Öle besser lösen.
  2. Übergieße sie mit kochendem Wasser.
  3. Lasse den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen und entferne dann die Pflanzenteile.

Kalt getrunken eignet sich Zitronengrastee auch als Erfrischungsgetränk.

Kochen mit Zitronengras

Frisches Zitronengras gibt den besten Geschmack; beim Trocknen verlieren die Stiele deutlich an Aroma. Im Kühlschrank, in ein Küchentuch gewickelt, hält sich frisch geerntetes Zitronengras etwa zwei Wochen.

So bereitest du es in der Küche vor:

  • Wasche die Stiele gründlich und entferne die äußerste Schicht.
  • Hacke das Kraut fein, weil es auch nach dem Kochen faserig bleibt.
  • Alternativ kannst du halbierte Stiele mitkochen und vor dem Servieren wieder herausnehmen.
  • Gib das Zitronengras bereits zu Beginn des Kochens dazu, damit sich das Aroma voll entfaltet.

Zitronengras passt zu asiatischen Suppen, Currygerichten und Gemüsepfannen sowie zu Soßen und Salaten. Auch klassische europäische Gerichte wie Kürbissuppe lassen sich damit aromatisch aufwerten.

Haltbar machen: Einfrieren oder Trocknen

Wer im Sommer reichlich erntet, kann Zitronengras konservieren und das ganze Jahr darauf zurückgreifen. Dafür gibt es zwei Methoden:

  • Einfrieren: Das erhält das Aroma am besten. Schneide die Stiele in handliche Portionen, wickle sie in Frischhaltefolie und lege sie in einen Gefrierbeutel. Im Tiefkühler sind sie bis zu sechs Monate haltbar. Die Stiele können direkt aus dem Gefrierfach in den Topf – auftauen ist nicht nötig.
  • Trocknen: Binde die Stiele zu kleinen Bündeln und hänge sie an einem warmen, gut belüfteten Ort ohne direkte Sonne auf. Nach ein bis zwei Wochen sind sie vollständig trocken: Sie fühlen sich spröde an und brechen beim Biegen. In einem luftdichten Glas an einem dunklen Ort halten sie sich bis zu einem Jahr. Achtung: Getrocknetes Zitronengras ist konzentrierter – du brauchst etwa ein Drittel weniger als frisches.

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