Weißes Toastbrot, vegane Nuggets, Proteinriegel und Aufschnitt stehen auf der Liste einer Ernährungsexpertin dauerhaft nicht auf dem Speiseplan. Hier sind die acht Produkte, auf die sie verzichtet – und was sie stattdessen isst.
Weißes Toastbrot: kaum Nährstoffe, dafür viele Zusatzstoffe
Weißes Toastbrot sättigt kaum und enthält wenig Ballaststoffe und Nährstoffe. Als stark verarbeitetes Produkt enthält es neben Fett und Zucker häufig auch Milch, Soja sowie zahlreiche Zusatzstoffe – darunter Säureregulatoren, Emulgatoren, Stabilisatoren, Konservierungsstoffe und Enzyme.
Ökotest stellte 2025 fest, dass manchen Toastbroten Zucker, Invertzuckersirup oder Malzextrakte zugesetzt werden, um den Teig fluffiger zu machen. Konventionelle Produkte können zudem Pestizidrückstände enthalten. Als Alternative greift die Expertin zu handwerklich hergestellten Bio-Broten oder backt gelegentlich selbst.
Vegane Nuggets: bedenkliche Inhaltsstoffe trotz pflanzlicher Basis
Vegane Nuggets gehören zu den hochverarbeiteten Lebensmitteln – unabhängig davon, ob sie Fleisch enthalten oder nicht. Eine systematische Literaturrecherche der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) und des Max-Rubner-Instituts aus dem Jahr 2023 zeigt: Wer häufig hochverarbeitete Lebensmittel isst, hat ein höheres Risiko für Übergewicht, Adipositas, Bluthochdruck, Typ-2-Diabetes, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und ein erhöhtes Sterberisiko.
Eine Ökotest-Untersuchung aus dem Jahr 2023 fand in veganen Nuggets Mineralöle, Perchlorat und Aromastoffe. Die Expertin wählt deshalb weniger verarbeitete Fleischalternativen mit möglichst kurzen Zutatenlisten.
Light-Produkte: was der Hersteller wegnimmt, kommt anderswo wieder rein
„Fettreduziert“, „ohne Zucker“ oder „kalorienarm“ klingt gesünder, als es oft ist. Häufig wird ein reduzierter Nährstoff durch einen anderen ersetzt, der ebenfalls wenig gesund ist – und die Kaloriengehalte unterscheiden sich manchmal kaum vom Original. Damit die Produkte trotzdem schmecken, kommen Geschmacksverstärker, Aromen und teils umstrittene Süßstoffe hinzu.
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Statt Diätprodukten setzt die Expertin auf natürliche Alternativen: Gemüse, Obst, Nüsse, Hülsenfrüchte, Milchprodukte ohne Aroma und Wasser mit natürlichem Geschmack.
Aufschnitt – ob Fleisch oder vegan
Beide Varianten von Aufschnitt zählen zu den hochverarbeiteten Lebensmitteln und bringen damit dieselben Risiken mit sich wie andere stark verarbeitete Produkte. Bei verarbeitetem Fleisch kommt ein zusätzliches Problem hinzu: Die Internationale Krebsforschungsbehörde (IARC) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft es als krebserregend ein. Studien konnten einen Zusammenhang zwischen dem Verzehr von verarbeitetem Fleisch und Darmkrebs herstellen.
Anstelle von Aufschnitt greift die Expertin zu Aufstrichen – manchmal auch selbst gemachten.
Konventionell angebautes Obst und Gemüse
Rund 90 Prozent der Lebensmittel in ihrer Küche stammen aus ökologischer Landwirtschaft. Gerade bei Obst und Gemüse ist das ihr wichtig: Bio-Produkte sind seltener mit Pestiziden belastet. Ökologische Landwirtschaft schont außerdem Böden, Artenvielfalt, Gewässer und Klima, weil Bio-Betriebe Bodennutzung und Viehhaltung dem jeweiligen Standort anpassen und auf Kreislaufwirtschaft setzen.
Am liebsten kauft die Expertin auf dem Wochenmarkt oder direkt beim Bio-Bauernhof, wo die Produkte frisch und saisonal sind.
Proteinriegel: zu süß, zu teuer, zu verarbeitet
Proteinriegel sind ihr zu süß, zu stark verarbeitet, enthalten zu viele Zusatzstoffe und sind zu teuer. Den täglichen Proteinbedarf von 0,8 Gramm pro Kilogramm Körpergewicht – die Empfehlung der DGE – deckt sie stattdessen über natürliche Quellen: Vollkornbrot, Hülsenfrüchte, Tofu, Nüsse, Saaten sowie teilweise Joghurt oder Käse.
Döner mit Fleisch und Süßigkeiten
Fleisch-Döner meidet die Expertin aus zwei Gründen: Das verwendete Fleisch stammt vermutlich aus Massentierhaltung, die mit Tierleid und hohen Treibhausgasemissionen verbunden ist. Zudem zeigt eine Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), dass Fastfood die Immunabwehr schwächen kann. Weitere Untersuchungen deuten darauf hin, dass Fleischverzehr das Risiko für Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schlaganfälle, Diabetes und Demenz erhöht.
Süßigkeiten kauft sie schlicht nicht ein – nach dem Prinzip „aus den Augen, aus dem Sinn“. Als hochverarbeitete Produkte enthalten sie viel Zucker und teilweise ungesunde Fette.
Niemand isst immer perfekt
Auch die Expertin selbst greift bei wenig Zeit und viel Stress eher zu süßen oder fettigen Lebensmitteln. Eine Studie aus dem Jahr 2024 an Jugendlichen bestätigt dieses Muster: Bei Stress oder negativen Emotionen greifen Menschen häufiger zu ungesunden Produkten. Die Wissenschaftlerin Dr. Antje Hebestreit erklärte gegenüber dem Thieme Verlag: „Der Verzehr von ungesunden Lebensmitteln wie süßen oder fetthaltigen Lebensmitteln als Reaktion auf negative Emotionen, ist eine oft unregulierte Strategie unseres Körpers mit negativen Emotionen umzugehen, wie zum Beispiel Angst, Wut, Frust, Stress oder Trauer.“
Wer sich ständig Gedanken über Kalorien, Proteine, Fett und Zucker macht, riskiert, die Freude am Essen zu verlieren – oder sogar das Risiko einer Essstörung zu erhöhen. Gelegentlich zu naschen, eine Pizza zu bestellen oder eine Limo zu trinken, ist auch bei einer ausgewogenen Ernährung vertretbar: Die Dosis macht das Gift.
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