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Mülltrennung Fehler: 7 Alltagsgegenstände, die du seit Jahren falsch entsorgst

Mülltrennung Fehler: 7 Alltagsgegenstände, die du seit Jahren falsch entsorgst

Der Kassenzettel vom Wocheneinkauf, der leere Pizzakarton vom Freitagabend, die ausgepresste Zitronenpresse aus Plastik — täglich landen Dutzende Gegenstände im Hausmüll. Und täglich landen viele davon in der falschen Tonne. Nicht aus Gleichgültigkeit, sondern weil das deutsche Trennungssystem tückischer ist, als es auf den ersten Blick wirkt.

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Besonders Mischwerkstoffe und Materialien, die an vertraute Stoffe erinnern, ohne es wirklich zu sein, sorgen für anhaltende Verwirrung. Welche 7 Gegenstände fast jeder falsch entsorgt — und wo sie wirklich hingehören — erfährst du hier.

Brottüten mit Sichtfenster: Trennen lohnt sich mehr als du denkst

An der Backstation im Supermarkt greift man schnell zur praktischen Papiertüte mit dem kleinen Kunststoff-Sichtfenster. Das Problem: Diese Tüte besteht aus zwei völlig verschiedenen Materialien, die eigentlich getrennt recycelt werden müssten.

Grundsätzlich kannst du eine solche Brottüte komplett in die Papiertonne werfen — das ist erlaubt. Besser ist es aber, das Sichtfenster herauszutrennen und separat in die Gelbe Tonne zu geben, den Papieranteil in die Papiertonne. So geht der Kunststoff nicht fürs Recycling verloren. Dasselbe Prinzip gilt für Briefumschläge mit Sichtfenster: kurz das Plastikfenster herausreißen, getrennt entsorgen, fertig.

Pizzakarton im Papiermüll: Nur wenn er wirklich sauber ist

Pizzakartons gehören grundsätzlich in die blaue Papiertonne — wie alle anderen Verpackungen aus Pappe oder Karton. Die entscheidende Einschränkung: nur, wenn sie sauber sind. Wer den Karton mit eingetrockneter Käsekruste oder Soßenresten einfach in den Papiermüll wirft, schadet der gesamten Papiercharge.

Stark verschmutzte Kartons müssen in den Restmüll. Doch es gibt einen besseren Weg: Kratze Essensreste in die Biotonne, wische den Karton trocken — und wirf ihn dann doch noch in die Papiertonne. Im Restmüll landet alles in der Verbrennungsanlage; in der Papiertonne wird der Rohstoff tatsächlich wiederverwertet.

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Kassenzettel und Fahrkarten: Thermopapier gehört in den Restmüll

Hier irren sich erschreckend viele Menschen. Kassenbons, Kontoauszüge aus dem Automaten und Fahrkarten aus Ticketmaschinen sehen aus wie Papier — sind es aber nicht. Sie bestehen aus sogenanntem Thermopapier, das mit einer speziellen Beschichtung versehen ist und sich deshalb nicht recyceln lässt.

Alle diese Belege gehören in den Restmüll. Eine Ausnahme bilden die neueren, blaugrau gefärbten Kassenbons aus echtem Papier, die manche Supermärkte bereits anbieten — diese dürfen problemlos in die Papiertonne. Im Zweifelsfall gilt: sieht es glänzend oder wachsartig aus, dann Restmüll.

Backpapier, Küchenrolle, Taschentücher: Kein Altpapier, trotz des Namens

Das Wort „Papier“ im Namen trügt gewaltig. Backpapier ist silikonbeschichtet und gehört deshalb in den Restmüll — nicht in die Papiertonne. Gleiches gilt für Küchenrolle und Taschentücher, die aus Zellstoff bestehen und nach Benutzung organisch belastet sind. Auch Tapetenreste haben im Altpapier nichts zu suchen.

Ein kleiner Umwelttipp am Rande: Backpapier lässt sich problemlos 3 bis 5 Mal wiederverwenden, solange es nicht einreißt oder stark verfärbt ist. Wer es ganz vermeiden möchte, greift zu einer Backunterlage aus Silikon — langlebig, spülmaschinenfest, kein Einwegabfall.

Korken: Nicht ins Altglas, sondern zur Sammelstelle

Die leere Weinflasche kommt in den Glascontainer — das wissen die meisten. Den Korken gleich dazuwerfen ist naheliegend, aber falsch. Naturkork ist ein wertvoller, nachwachsender Rohstoff, der aus der Rinde der Korkeiche gewonnen wird, ohne den Baum zu fällen. Im normalen Hausmüll geht dieser Rohstoff unwiederbringlich verloren.

Für Naturkorken gibt es spezielle Sammelstellen, etwa an Wertstoffhöfen, in manchen Supermärkten oder Weinhandlungen. Auf der Website des NABU lässt sich per Postleitzahl die nächstgelegene Abgabestelle finden. Kunststoffkorken hingegen kommen in die Gelbe Tonne.

Energiesparlampen und LEDs: Niemals in den Hausmüll

Bei Glühlampen ist die Lage einfach: herkömmliche und Halogen-Glühbirnen dürfen in den Restmüll. Doch dabei hört die Einfachheit auf. Energiesparlampen enthalten giftiges Quecksilber sowie wertvolle Rohstoffe wie Kupfer — sie dürfen auf keinen Fall in Restmüll, Altglas oder Gelbe Tonne.

Auch LED-Lampen gehören nicht in den normalen Hausmüll, obwohl sie kein Quecksilber enthalten. Sie beinhalten nützliche Metalle, die im Restmüll verloren gingen. Sowohl Energiesparlampen als auch LEDs kannst du kostenlos abgeben:

  • An Wertstoffhöfen in deiner Gemeinde
  • In Elektrofachmärkten und Geschäften, die Leuchtmittel verkaufen (gesetzlich verpflichtete Rücknahme)
  • Bei manchen Supermärkten mit Elektroschrottsammlung

Die Rückgabe ist in allen diesen Fällen gratis und durch das Elektrogesetz (ElektroG) geregelt.

Gießkannen und Spielzeug: Gelbe Tonne ist nicht für jedes Plastik zuständig

Der verbreitete Irrtum lautet: Alles aus Plastik kommt in die Gelbe Tonne. Das stimmt nicht. Die Gelbe Tonne ist ausschließlich für Verpackungen aus Kunststoff, Aluminium und Weißblech — also Joghurtbecher, Konservendosen, Getränkekartons, Plastikflaschen.

Eine Gießkanne aus Plastik ist aber keine Verpackung, sondern ein Gebrauchsgegenstand. Sie gehört — ebenso wie Spielzeug aus Metall oder Kunststoff — in die Wertstofftonne, sofern es eine gibt. Existiert in deiner Region keine Wertstofftonne, musst du diese Gegenstände zum Wertstoffhof bringen. Wichtig: In einigen Kommunen, etwa in Berlin, wurde die Gelbe Tonne bereits durch eine Wertstofftonne ersetzt, die beides annimmt. Ein kurzer Blick auf die Website deines Entsorgungsbetriebs klärt, welche Regel bei dir gilt.

Wer einmal verstanden hat, dass die Tonne nicht nach Material, sondern nach Funktion des Gegenstands unterscheidet, macht beim nächsten Frühjahrsputz deutlich weniger Fehler.

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