Blutwurz anbauen, ernten und als Tee nutzen – so geht es Schritt für Schritt

Blutwurz anbauen, ernten und als Tee nutzen – so geht es Schritt für Schritt

Die Blutwurz ist eine pflegeleichte Heilpflanze, die bei Durchfall und Entzündungen der Mund- und Rachenschleimhaut helfen kann. Ihr Wurzelstock enthält große Mengen des Gerbstoffs Agrimoniin, dem Studien eine entzündungshemmende Wirkung nachweisen.

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Was Blutwurz im Körper bewirkt

Der Name der Pflanze geht vermutlich auf den blutroten Farbstoff ihres Wurzelstocks zurück, den Färber früher zum Einfärben von Textilien nutzten. Das Bundesinstitut für Risikobewertung stuft Blutwurz als unbedenklich ein, und das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) bewertet ihre Heilwirkung positiv.

Der enthaltene Gerbstoff Agrimoniin legt sich wie eine Schutzschicht über verletzte oder entzündete Schleimhaut und hält Keime fern. Bei Durchfall bewirkt diese Schicht außerdem, dass weniger Wasser in den Darm austritt.

Wirksamkeit bei Durchfall und Mundschleimhaut-Entzündungen

Eine Studie aus dem Jahr 2003 untersuchte, wie sich Blutwurzelextrakt auf Kinder mit Durchfall auswirkt: Die Forscher stellten fest, dass sich die Dauer des Durchfalls verkürzte und die Kinder weniger Flüssigkeit verloren. Eine Studie von 2017 und eine Review von 2021 bestätigen diese Ergebnisse. Aktuelle Studien belegen zudem den anti-entzündlichen Effekt der Pflanze.

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Neben Magen-Darm-Beschwerden lässt sich Blutwurz auch äußerlich einsetzen: Als Mundspülung kann sie leichte Entzündungen im Mund- und Rachenraum lindern.

Blutwurz als Tee oder Mundspülung zubereiten

Aus pulverisierter oder kleingeschnittener Blutwurz lässt sich ein Tee kochen. So geht es:

  1. Rühre zwei bis drei Gramm Pulver – das entspricht etwa einem gestrichenen Teelöffel – in 150 Milliliter kochendes Wasser ein, oder übergieße damit eine entsprechende Menge Wurzelstücke.
  2. Lass den Tee zehn Minuten ziehen, damit die Wirkstoffe ins Wasser übergehen können.

Bei Magen-Darm-Beschwerden trinkst du den Tee am besten zwischen den Mahlzeiten, vorsichtig und in kleinen Schlucken. Laut dem Medizinportal Netdoktor sind drei bis vier Tassen täglich möglich. Bei Entzündungen im Mund- oder Rachenraum nimmst du einen Schluck und gurgelst damit ein bis zwei Minuten, bevor du ihn wieder ausspuckst.

Die empfohlene mittlere Tagesdosis beträgt laut Netdoktor sechs Gramm. Da Gerbstoffe in größeren Mengen die Schleimhäute überfordern und Magen-Darm-Beschwerden verstärken können, solltest du Blutwurz nur in Maßen verwenden. Eine Behandlung sollte insgesamt nicht länger als zwei Wochen dauern.

Blutwurz im eigenen Garten anpflanzen

Als Wildpflanze ist Blutwurz pflegeleicht und stellt kaum Ansprüche. So pflanzt du sie an:

  1. Wähle einen Standort im Halbschatten – die Pflanze kommt aber auch mit einer sonnigeren Lage zurecht. Ideal ist ein trockener, sandiger Boden.
  2. Säe die Samen entweder im Spätherbst ab September oder im beginnenden Frühjahr bis Mitte März aus. Blutwurz ist ein sogenannter Kaltkeimer: Sie braucht Kälte, um keimen zu können.
  3. Halte zwischen den Reihen einen Abstand von etwa 25 Zentimetern, damit die Pflanzen genug Platz zum Wachsen haben.
  4. Bedecke die Samen nach dem Aussäen nur leicht mit Erde.

Düngen ist nicht nötig, und gegossen wird nur gelegentlich – etwa an sehr heißen, trockenen Tagen. Insgesamt kommt die Blutwurz mit wenig Wasser aus.

Wurzeln ernten, trocknen und lagern

Die Blutwurz blüht von Mai bis September. Heilkräftig ist ausschließlich die Wurzel, nicht die leuchtendgelben Blüten. Geerntet werden kann erst nach der Blütezeit, ab Oktober.

  1. Grabe vorsichtig den gesamten Wurzelstock aus – die Blutwurz sitzt eher locker in der Erde.
  2. Wasche die Wurzeln gründlich, um Erdreste zu entfernen.
  3. Entferne die Wurzelfäden mit einem Messer.

Vor der Verwendung als Tee müssen die Wurzeln getrocknet werden:

  1. Schneide die Blutwurz mit einem scharfen Messer in Scheiben.
  2. Lege die Scheiben an einem warmen, trockenen Ort aus – etwa in der Nähe eines Heizkörpers. Eine zu hohe Luftfeuchtigkeit lässt die Scheiben leicht schimmeln.
  3. Warte ein bis zwei Wochen, bis die Blutwurz vollständig getrocknet ist.
  4. Schneide die getrockneten Scheiben klein oder mahle sie zu Pulver, zum Beispiel mit einem Mörser oder einer Gewürzmühle.
  5. Fülle das Pulver oder die Stücke in Schraubgläser um und lagere sie dunkel und trocken, damit die Wirkstoffe möglichst lange erhalten bleiben.

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