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Wärmepumpe statt Gasheizung: Was die Anlage kostet – und wie viel sie in 20 Jahren spart

Wärmepumpe statt Gasheizung: Was die Anlage kostet – und wie viel sie in 20 Jahren spart

Eine Wärmepumpe kostet deutlich mehr als eine neue Gasheizung, spart laut einer Studie des Fraunhofer Instituts im günstigsten Fall aber rund 49.000 Euro an Heizkosten über 20 Jahre – und staatliche Förderung senkt die Anfangsinvestition erheblich.

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Anschaffungskosten je nach Wärmepumpentyp

Wie viel eine Wärmepumpe kostet, hängt stark von Leistungsklasse, Hersteller, Größe und Typ ab – präzise Pauschalpreise sind laut Bundesverband Wärmepumpe (BWP) nicht möglich. Wer genaue Zahlen braucht, sollte Angebote bei Fachhandwerkern einholen oder vorab eine Energieberatung nutzen.

Als grobe Richtwerte für ein Einfamilienhaus mit rund 130 Quadratmetern beheizter Fläche nennt der BWP folgende Gesamtkosten inklusive Installation:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: ca. 30.000 Euro
  • Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Kollektoren: ca. 35.000 Euro
  • Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde: ca. 40.000 Euro
  • Grundwasser-Wärmepumpe: ca. 45.000 Euro

Zum Vergleich: Eine Gas-Brennwert-Anlage kostet bei einem solchen Gebäude laut BWP rund 10.000 Euro. Bei erdgekoppelten Systemen kommen etwa 10.000 Euro Erschließungskosten hinzu, bei Grundwasser-Wärmepumpen sind es mindestens 15.000 Euro. Diese Typen arbeiten im Betrieb allerdings effizienter als Luft-Wasser-Wärmepumpen. Der BWP rechnet damit, dass das Preisniveau mittelfristig in etwa stabil bleibt.

Wie viel Förderung es aktuell gibt

Seit Juli 2026 gelten im Rahmen des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) neue Förderregeln. Die Grundförderung beträgt weiterhin 30 Prozent der Investitionskosten. Hinzu kommt derzeit ein Geschwindigkeitsbonus von 16 Prozent, der ab dem 1. August 2028 entfällt und halbjährlich um vier Prozent sinkt.

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Abhängig vom Haushaltseinkommen gibt es zusätzliche Boni:

  • Bis 30.000 Euro Jahreseinkommen: 40 Prozent zusätzlich
  • 30.000 bis 40.000 Euro: 30 Prozent zusätzlich
  • 40.000 bis 50.000 Euro: 10 Prozent zusätzlich

Wer mindestens ein minderjähriges Kind hat, bekommt 10.000 Euro vom Haushaltseinkommen abgezogen. Die Förderung ist auf maximal 80 Prozent gedeckelt; berücksichtigt werden Investitionskosten von höchstens 28.000 Euro, sodass der maximale Zuschuss 22.400 Euro beträgt. Ab dem 1. Februar 2027 sinken die förderfähigen Investitionskosten halbjährlich um 750 Euro.

Nach Abzug von Grundförderung und Geschwindigkeitsbonus – und je nach einkommensabhängigem Bonus – verbleiben derzeit in etwa diese Eigenanteile:

  • Luft-Wasser-Wärmepumpe: ca. 7.600 bis 17.120 Euro
  • Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Kollektoren: ca. 12.600 bis 22.120 Euro
  • Erd-Wasser-Wärmepumpe mit Erdsonde: ca. 17.600 bis 27.120 Euro
  • Grundwasser-Wärmepumpe: ca. 22.600 bis 32.120 Euro

Wichtig: Diese Werte gelten nur bis zum 1. Februar 2027. Danach sinken sowohl die förderfähigen Investitionskosten als auch der Geschwindigkeitsbonus weiter.

Warum die Wärmepumpe nach 20 Jahren günstiger ist als eine Gasheizung

Eine Studie des Fraunhofer Instituts im Auftrag von MVV Energie (Juni 2026) vergleicht die Heizkosten eines 150-Quadratmeter-Hauses über 20 Jahre. Das Ergebnis: Im günstigsten Fall liegen die Gesamtkosten einer Gasheizung 60 Prozent über denen einer Wärmepumpe – in dem Rechenbeispiel entspricht das einer Ersparnis von rund 49.000 Euro zugunsten der Wärmepumpe.

Ein wesentlicher Kostentreiber für Gasheizungen ist die sogenannte Bio-Treppe des GModG. Neue Gasheizungen müssen ab 2029 eine Grüngas-Quote erfüllen, die bis 2040 auf 60 Prozent steigt. Biogas ist laut dem Institut rund 3 Cent pro Kilowattstunde teurer als Erdgas, was die laufenden Kosten von Gasheizungen über die Jahre deutlich erhöht.

Sowohl Gasheizungen als auch Wärmepumpen haben in der Regel eine Lebensdauer von mindestens 15, oft mehr als 20 Jahren. Auf diesen Zeitraum gerechnet ist die Wärmepumpe laut der Studie die finanziell sinnvollere Entscheidung.

Wann eine Wärmepumpe an ihre Grenzen stößt

Bei extrem schlecht gedämmten Gebäuden kann eine Wärmepumpe an ihre Grenzen geraten. Ob das eigene Haus geeignet ist, lässt sich mit einem einfachen Test ermitteln. Wer sich unsicher ist, sollte außerdem eine Energieberatung in Anspruch nehmen, bevor er eine Entscheidung trifft.

Nach aktuellem Stand gibt es noch bis Februar 2027 mindestens 46 Prozent Förderung für den Heizungstausch – danach sinkt der Geschwindigkeitsbonus schrittweise weiter ab.

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