Du brauchst kein spezielles Minimal-Smartphone und keine zusätzliche App: Android ermöglicht es dir, auf deinem vorhandenen Gerät ein zweites, bewusst abgespecktes Nutzerprofil anzulegen – dein persönliches Minimal-Phone. Wenn du Ruhe willst, wechselst du einfach dorthin.
Zweites Nutzerprofil anlegen – so geht es Schritt für Schritt
Der Aufbau dauert nur wenige Minuten. Gehe dabei so vor:
- Öffne die Einstellungen deines Android-Smartphones.
- Tippe auf „System“.
- Wähle „Mehrere Nutzer“ oder „Benutzer“.
- Erstelle einen neuen Nutzer – nenn ihn zum Beispiel „Minimal“ oder „Fokus“.
- Wechsle in das neue Profil.
Du startest damit auf einem „frischen“ Smartphone: ohne deine bisherigen Apps, Accounts und Ablenkungen.
Wie du das Minimal-Profil sinnvoll einrichtest
Entscheide bewusst, welche Apps und Benachrichtigungen in diesem Profil einen Platz haben:
Mehr zum Lesen
- Welche Apps sind wirklich notwendig? Ist ein Messenger wie WhatsApp für dich eher Ablenkung, und würden Anrufe reichen? Bieten Hörbuch- oder Musik-Apps echte Entspannung, oder lenken sie dich ab?
- Welche Benachrichtigungen erlaubst du? Vielleicht installierst du einen Messenger, schaltest aber alle Benachrichtigungen aus – damit du Nachrichten nur dann liest, wenn du die App bewusst öffnest.
Vorteile der Zwei-Profil-Methode gegenüber App-Timern
Im Gegensatz zu App-Timern oder Fokusmodi gibt es hier kein beiläufiges „nur kurz Instagram checken“. Um ablenkende Apps zu nutzen, musst du aktiv in die Einstellungen gehen und das Profil wechseln – genau diese Hürde macht den Unterschied.
Anfangs kann sich der Minimal-Modus ungewohnt anfühlen. Doch mit etwas Abstand entfallen Dauervergleiche, News-Overload und ständige App-Benachrichtigungen. Hinzu kommt ein Nebeneffekt für den Stromverbrauch: Apps, die im Minimal-Profil gar nicht installiert sind, können dort auch keinen Strom ziehen. Wer insgesamt weniger scrollt und streamt, verbraucht langfristig weniger Energie.
Ein Nachteil besteht darin, dass zwei aktive Nutzerprofile die Gesamtleistung des Geräts einschränken können, weil jedes Profil eigene Apps mitbringt. Je schlanker das Zweit-Profil bleibt, desto geringer ist dieser Effekt. Außerdem gibt es keinen automatischen Timer: Du musst jedes Mal bewusst in den Minimal-Modus wechseln.
Alternative für Samsung und bestimmte Xiaomi-Modelle: der Fokusmodus
Auf dem Samsung Galaxy und einigen anderen Android-Geräten, etwa bestimmten Xiaomi-Modellen, lassen sich keine separaten Benutzerprofile anlegen. Die sinnvollste Alternative ist dort der Fokusmodus:
- Öffne Einstellungen → Digitales Wohlbefinden und Kindersicherung (die Bezeichnung kann je nach Gerät leicht abweichen).
- Tippe auf Fokusmodus.
- Lege einen Modus an – zum Beispiel „Minimal“, „Offline“ oder „Abendruhe“.
- Wähle die Apps, die pausiert werden sollen, etwa Instagram, TikTok, YouTube, Browser, News-Apps oder Spiele.
- Optional: Plane feste Zeiten oder verknüpfe den Modus mit deinen Routinen, etwa automatisch während der Arbeitszeit, abends oder am Wochenende.
Der Fokusmodus ist weniger strikt als ein eigenes Profil, weil die Apps weiterhin auf dem Gerät vorhanden bleiben und der Modus jederzeit abschaltbar ist. Effektiver wird er in Kombination mit diesen zusätzlichen Einstellungen:
- Startbildschirm ausmisten: Behalte dort nur Telefon, Nachrichten, Kamera, Kalender, Karten und eventuell Musik – Social-Media-, Shopping- und News-Apps wandern weg.
- Benachrichtigungen reduzieren: Einstellungen → Benachrichtigungen → App-Benachrichtigungen deaktivieren oder zeitlich einschränken.
- Graustufen aktivieren: Die Option findest du in Digital Wellbeing; weniger Farbe macht viele Apps subjektiv weniger anziehend.
- Routine anlegen: Kombiniere Stummschalten, Graustufen und Fokusmodus zu einer automatisierten Abend- oder Arbeitsroutine.
Wer den Minimal-Modus konsequent nutzt, merkt möglicherweise, dass er das Smartphone ohnehin öfter weglegt oder ausschaltet – auch das ist ein wirksamer Weg, die Bildschirmzeit zu reduzieren.
Ihre Meinung hilft uns










Das Gespräch geht weiter
Kommentare