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Kirschlorbeer im eigenen Garten: Warum er ökologisch kaum etwas leistet – und welche 10 heimischen Sträucher ihn ersetzen

Kirschlorbeer im eigenen Garten: Warum er ökologisch kaum etwas leistet – und welche 10 heimischen Sträucher ihn ersetzen

Kirschlorbeer (Prunus laurocerasus) gilt als pflegeleichte Heckenpflanze, ist aber ökologisch nahezu wertlos, giftig und breitet sich invasiv aus. Wer im Herbst neu pflanzen möchte, findet unter heimischen Sträuchern deutlich bessere Alternativen – für Insekten, Vögel und das eigene Gewissen.

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Warum Kirschlorbeer im Garten problematisch ist

Der NABU Berlin stellt fest, dass Kirschlorbeer „bestenfalls als Unterschlupf für Vögel fungieren kann“, Blütenstände und Früchte jedoch „für die meisten Vögel und Insekten wertlos“ sind. Corinna Hölzel, Pestizid- und Gartenexpertin beim BUND, ergänzt: „Er liefert kaum Nektar oder Pollen für Wildbienen und Schmetterlinge, seine Blätter sind für Raupen oft ungenießbar. Damit leistet er keinen Beitrag gegen das Insektensterben.“

Hinzu kommt seine Eigenschaft als invasive Art. Mit dichten Blättern entzieht er anderen Pflanzen das Licht, verändert die Bodenchemie und verdrängt heimische Sträucher und Kräuter. Da seine giftigen Blätter und Beeren von Tieren gemieden werden, hat er kaum natürliche Gegenspieler. Auch achtlos in der Natur entsorgter Heckenschnitt fördert seine weitere Ausbreitung.

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Alle Pflanzenteile enthalten cyanogene Glykoside (Blausäure). Besonders Beeren sind für Kinder und Haustiere gefährlich. Schnittreste dürfen wegen der Blausäure nicht auf den Kompost – sie gehören in die Biotonne oder zum kommunalen Wertstoffhof.

10 heimische Sträucher als Alternativen

  1. Liguster (Ligustrum vulgare) – halbimmergrün, schnittverträglich, Blüten für Insekten, Beeren für Vögel; vielseitiger Sichtschutz
  2. Hainbuche (Carpinus betulus) – winterhart, dichte Hecke, Lebensraum für Vögel und Insekten
  3. Berberitze (Berberis vulgaris) – dornenbewehrt, anspruchslos, Nistplätze für Vögel, schönes Herbstlaub
  4. Weißdorn (Crataegus monogyna) – Frühblüher, Nektar- und Pollenlieferant, Beeren für Vögel, gut für Hecken
  5. Feldahorn (Acer campestre) – schnittverträglich, robust, Nahrung für Insekten, Deckung für Kleintiere
  6. Roter Hartriegel (Cornus sanguinea) – rote Zweige, weiße Blüten, dunkle Beeren, sehr dekorativ und ökologisch wertvoll
  7. Schlehe (Prunus spinosa) – Frühblüher, Früchte für Wildtiere, Nektar für Bienen, Vogelschutz durch Dornen
  8. Holunder (Sambucus nigra) – schnellwachsend, Früchte für Vögel, Nektar für Insekten, Blüten auch in der Küche verwendbar
  9. Heckenrose (Rosa spp.) – pflegeleicht, Nist- und Schutzplätze für Vögel, Früchte für Wildtiere, dekorativ
  10. Weide (Salix-Arten) – schnellwachsend, frosthart, Frühblüher für Bienen, ideal für Feuchtbereiche und naturnahe Gärten

Als weitere Alternativen kommen Beerensträucher wie Heidelbeere, Johannisbeere, Brombeere und Himbeere in Betracht, außerdem Glanzmispel (Photinia spp., heimische Arten) und Felsenbirne (Amelanchier spp.). Corinna Hölzel fasst zusammen: „Wer einen Beitrag zur Artenvielfalt leisten möchte, setzt auf heimische Gehölze und Pflanzen, die Insekten, Vögeln und unserem Ökosystem echten Nutzen bringen.“

Was die Rechtslage sagt

In der Schweiz ist Kirschlorbeer seit September 2024 verboten – Verkauf, Import, Verschenken und Tausch sind untersagt. Wer die Pflanze bereits besitzt, darf sie stehen lassen. Das Verbot gilt auch für weitere invasive Arten wie den Schmetterlingsstrauch, das Afrikanische Lampenputzergras, den Goldenen Bambus und den Blauglockenbaum.

In Deutschland besteht bisher kein Verbot. Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) führt Kirschlorbeer jedoch auf seiner Beobachtungsliste potenziell invasiver Pflanzen und empfiehlt, eine Ausbreitung in die Natur kritisch zu prüfen. Bei Gefährdung geschützter Lebensräume rät das BfN zu gezielten Beseitigungsmaßnahmen. Auf EU-Ebene ist die Pflanze bislang nicht gelistet.

Was tun, wenn Kirschlorbeer bereits im Garten steht?

Der NABU Berlin rät, nicht sofort zur Motorsäge zu greifen: „Ein Strauch ist ein Strauch und auch wenn es ökologisch wertvollere Wildsträucher gibt, muss man nicht gleich aktiv werden.“ Als Nahrungsquelle sei er immer noch besser als Forsythie, Rhododendron oder Zierkirsche; Silvia Teich weist darauf hin, dass einige Insekten die Blüten durchaus mögen. Corinna Hölzel empfiehlt stattdessen ein „schrittweises Ersetzen von Kirschlorbeer durch heimische Pflanzen“.

Wer Kirschlorbeer im Garten hat oder entfernen möchte, sollte diese Punkte beachten:

  • Schnittreste nicht in der Natur entsorgen, sondern in die Biotonne oder zum Wertstoffhof bringen.
  • Beeren vor der Samenreife abschneiden, um unkontrollierte Ausbreitung zu verhindern.
  • Rückschnitt und Entfernung nur außerhalb der Brut- und Nistzeit: Hecken dürfen zwischen dem 1. März und dem 30. September nicht stark zurückgeschnitten oder entfernt werden.
  • Kirschlorbeer ist hochgiftig – Blätter und Beeren gehören nicht auf den Kompost und müssen für Haustiere unzugänglich sein.

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