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Morgens Kaffee trinken senkt laut Studie das Herzrisiko – aber nur bei diesem Muster

Morgens Kaffee trinken senkt laut Studie das Herzrisiko – aber nur bei diesem Muster

Wer seinen Kaffee auf den Vormittag beschränkt, hat laut einer 2025 veröffentlichten Studie ein um 16 Prozent geringeres Gesamtsterberisiko und ein um 31 Prozent niedrigeres Risiko, an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu sterben – verglichen mit Menschen, die gar keinen Kaffee trinken. Wer hingegen den ganzen Tag über Kaffee trinkt, profitiert von diesen Vorteilen nicht.

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Was die Studie untersucht hat

Forschende unter anderem von der Harvard-Universität haben für die Studie aus dem Jahr 2025 mehr als 40.000 US-amerikanische Erwachsene untersucht. Ziel war es herauszufinden, ob der Zeitpunkt des Kaffeetrinkens die Sterblichkeit beeinflusst. Dabei identifizierten sie zwei unterschiedliche Trinkmuster:

  • Morgentyp: trinkt Kaffee ausschließlich am Vormittag, nach dem Mittag nicht mehr.
  • Ganztagestyp: trinkt Kaffee morgens, mittags, nachmittags und abends.

Die gesundheitlichen Vorteile zeigten sich ausschließlich beim Morgentyp – unabhängig davon, ob die Person zwei bis drei Tassen täglich trank oder mehr als drei. Wer im Schnitt weniger als eine Tasse am Morgen trank, profitierte dem Befund nach in geringerem Ausmaß.

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Warum der Zeitpunkt eine Rolle spielen könnte

Als mögliche Erklärung sehen die Forschenden den Einfluss des Kaffeetrinkens auf den Biorhythmus. Insbesondere Hormone wie Melatonin, die den Schlaf-Wach-Rhythmus regulieren, werden durch den Zeitpunkt des Konsums beeinflusst. Wer nachmittags oder abends noch Kaffee trinkt, schläft den Forschenden zufolge tendenziell schlechter, was wiederum kardiovaskuläre Risikofaktoren wie Entzündungen und Bluthochdruck begünstigen kann.

Studienleiter Lu Qi von der Tulane University kommentierte die Ergebnisse in einer Pressemitteilung: „Dies ist die erste Studie, die Kaffeetrink-Muster und Gesundheitsauswirkungen untersucht. Unsere Ergebnisse deuten darauf hin, dass es nicht nur darum geht, ob Sie Kaffee trinken oder wie viel Sie trinken, sondern dass auch die Tageszeit, zu der Sie Kaffee trinken, wichtig ist. Wir geben normalerweise keine Ratschläge zum Timing in unserer Ernährungsberatung, aber vielleicht sollten wir in Zukunft darüber nachdenken.“

Was vom Cortisol-Argument zu halten ist

In vielen Onlineartikeln wird empfohlen, den ersten Kaffee erst eine bis eineinhalb Stunden nach dem Aufstehen zu trinken. Diese Empfehlung geht auf einen Blogbeitrag des amerikanischen Neurowissenschaftlers Steven Miller zurück, der sich auf eine britische Studie von 2009 zur Cortisolschwankung im Tagesverlauf stützt.

Diese Studie hat jedoch die Wechselwirkung zwischen Kaffee und Cortisol gar nicht untersucht. Millers Schlussfolgerung – bei hohem Cortisolspiegel direkt nach dem Aufstehen auf Kaffee zu verzichten – ist damit nicht durch die zitierte Forschung belegt. Die Stichprobe der Studie war zudem klein, und Millers Originalbeitrag ist online nicht mehr verfügbar. Eine eindeutige Empfehlung zum genauen Zeitpunkt innerhalb des Vormittags lässt sich daraus nicht ableiten.

Was Experten empfehlen

Der Schweizer Kardiologe Thomas F. Lüscher kommentierte die Tulane-Studie von 2025 in deren Pressemitteilung: „Insgesamt müssen wir die jetzt substanziellen Beweise dafür akzeptieren, dass Kaffeetrinken, besonders in den Morgenstunden, wahrscheinlich gesund ist.“ Sein Rat lautet knapp: „Trink deinen Kaffee, aber tu es am Morgen!“

Die Forschenden selbst räumen ein, dass weitere Studien nötig sind, um die Ergebnisse zu bestätigen und die genauen Zusammenhänge besser zu verstehen.

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