Wer seinen Energieverbrauch kennt, kann gezielt Strom und Heizenergie einsparen. Zwei einfache Rechenwege reichen dafür aus: eine Formel für den Stromverbrauch im Haushalt und separate Formeln für Gas, Heizöl oder Holz.
So berechnest du den Stromverbrauch deines Haushalts
Der Bund der Energieverbraucher hat eine Formel zusammengestellt, mit der du einen Richtwert für deinen jährlichen Stromverbrauch ermittelst. Dafür brauchst du drei Angaben:
- Wohnfläche in Quadratmetern
- Anzahl der Personen im Haushalt
- Anzahl der großen Elektrogeräte – dazu zählen Herd, Mikrowelle, Fernseher, Waschmaschine, Geschirrspüler, Kühlschrank, Gefrierschrank, Computer und Stereoanlage
Die Berechnung läuft in drei Schritten:
- Quadratmeter der Wohnfläche mit 9 multiplizieren – das Ergebnis ist ein Teilwert in kWh.
- Anzahl der Personen mit 200 kWh multiplizieren. Wird Wasser elektrisch erhitzt, setzt du stattdessen 550 kWh an.
- Anzahl der Elektrogeräte mit 200 kWh multiplizieren.
Die drei Ergebnisse addiert ergeben deinen Richtwert. CO2online zeigt das anhand eines Beispiels für einen Zwei-Personen-Haushalt mit 70 Quadratmetern und acht Geräten:
- 70 m² × 9 kWh = 630 kWh
- 2 Personen × 200 kWh = 400 kWh
- 8 Geräte × 200 kWh = 1.600 kWh
- Summe: 2.630 kWh pro Jahr
Was der Vergleich mit deiner Jahresabrechnung verrät
Stelle den errechneten Richtwert dem tatsächlichen Verbrauch in kWh auf deiner Jahresabrechnung gegenüber. Daraus lässt sich ablesen, wie sparsam dein Haushalt bereits wirtschaftet:
- Liegt dein Verbrauch mehr als 50 Prozent über dem Richtwert, lohnt eine genaue Prüfung der Elektrogeräte auf Stromfresser.
- Bist du etwa 30 Prozent unter dem Richtwert, gehörst du zum sparsamsten Viertel der Bevölkerung.
- Wer mehr als 50 Prozent unter dem Durchschnittswert bleibt, zählt zu den fünf Prozent mit besonders niedrigem Verbrauch.
Um einzelne Geräte zu überprüfen, hilft eine weitere Formel: Leistung in Watt multipliziert mit der Nutzungsdauer in Stunden, geteilt durch 1.000, ergibt den Verbrauch in kWh. Ein Fernseher mit 100 Watt, der täglich vier Stunden läuft, verbraucht demnach 0,4 kWh pro Tag.
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Energieverbrauch der Heizung berechnen – Gas, Heizöl und Holz
Für den Wärmeanteil am Gesamtenergieverbrauch gibt es je nach Energieträger eine eigene Formel.
Gas: Für die Berechnung benötigst du den Verbrauch in Kubikmetern sowie zwei Werte von deiner Gasrechnung oder beim Anbieter – den Brennwert und die Zustandszahl. Der Brennwert gibt an, wie viel Energie ein Kubikmeter Gas liefert; er schwankt je nach Gasart (L-Gas, H-Gas oder Biogas) und Förderort. Die Zustandszahl berücksichtigt temperaturbedingten Schwankungen am Gaszähler.
Formel: m³ × Brennwert × Zustandszahl = Gasverbrauch in kWh
Heizöl: Hier multiplizierst du den Verbrauch in Litern mit dem Faktor 10 und teilst das Ergebnis durch die beheizte Wohnfläche in Quadratmetern.
Formel: Literverbrauch × 10 ÷ m² beheizter Wohnfläche = Energieverbrauch in kWh
Holz: Das Prinzip ist dasselbe – du nimmst die verbrauchten Kilogramm Holz, multiplizierst mit 10 und teilst durch die zu beheizende Fläche in Quadratmetern.
Formel: Kilogramm Holz × 10 ÷ m² beheizter Wohnfläche = Energieverbrauch in kWh
Strommessgeräte als einfache Alternative zur Handrechnung
Wer einzelne Geräte nicht selbst ausrechnen möchte, kann ein Strommessgerät nutzen. Es funktioniert wie ein Zwischenstecker: Das Messgerät kommt in die Steckdose, der Gerätestecker in das Messgerät. Eine digitale Anzeige gibt den Verbrauch in kWh aus; manche Geräte zeigen nach Eingabe des Strompreises auch die Kosten direkt an.
Zu den Beschaffungsmöglichkeiten:
- Ausleihen: Verbraucherzentralen verleihen Strommessgeräte kostenlos. Mitunter bieten auch Stadtwerke und Energieversorger diesen Service an.
- Kaufen: Einfache Geräte sind bereits ab 9 Euro erhältlich. Die Stiftung Warentest hat 2022 einen Testbericht mit 15 Modellen veröffentlicht.
Stromfresser beseitigen und Heizenergie senken
Sobald du weißt, welche Geräte besonders viel Strom ziehen, kannst du gezielt gegensteuern:
- Alte Geräte ersetzen: Ältere Kühlschränke, Waschmaschinen oder Gefrierschränke verbrauchen deutlich mehr Strom als aktuelle Modelle. Ein Austausch durch ein energieeffizienteres Gerät lohnt sich in vielen Fällen.
- Standby abschalten: Viele Geräte lassen sich komplett abschalten oder aus der Steckdose ziehen, wenn sie nicht genutzt werden.
- Versteckte Verbraucher aufspüren: Trafos und Netzteile ziehen auch im ausgeschalteten Zustand Strom. Wärme, Geräusche oder leuchtende Anzeigen sind Hinweise darauf.
Für die Heizung empfiehlt die Verbraucherzentrale: Im Wohnzimmer reichen 20 Grad Celsius (Thermostat-Stufe 3), im Schlafzimmer oft 18 Grad. Zusätzlich hilft es, die Heizung bei Abwesenheit herunterzuregeln, Heizkörper regelmäßig zu entlüften, sie nicht zu verstellen und Heizkörpernischen zu dämmen – auch in Mietwohnungen ist das möglich.
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