Ein Öko-Test mit 21 Erdbeerchips zeigt erhebliche Mängel: In einem einzigen Produkt wies das Labor 34 verschiedene Pestizidrückstände nach. Kein Produkt erreichte das Urteil „sehr gut“, acht fallen durch.
Öko-Test ließ 21 Erdbeerchips untersuchen, darunter 14 Bio-Produkte. Die kleinen Packungen à zwölf Gramm kosteten zwischen 1,20 und 2,99 Euro. Getestet wurde auf mehr als 500 Pestizide sowie auf die Schwermetalle Blei und Cadmium. Zusätzlich flossen Zuckergehalt, Vitamin C und die Verpackungsgestaltung in die Bewertung ein. Die Erdbeeren stammten aus der Türkei, Ägypten, Marokko und China.
Welche Produkte bestehen den Test
Fünf Erdbeerchips bewertet Öko-Test mit „gut“. Zu den empfehlenswerten Produkten gehören:
- Lidl Lupilu Bio Erdbeer-Fruchtchips – 1,65 Euro pro zwölf Gramm
- Kaufland Bio-Erdbeer-Fruchtchips – 1,65 Euro pro zwölf Gramm
- Edeka Bio Fruchtchips Erdbeere – 1,75 Euro pro zwölf Gramm
Dass es sich dabei um günstige Handelsmarken handelt, zeigt: Ein Bio-Siegel ist keine Erfolgsgarantie. Auch Bio-Produkte enthielten teilweise mehrere Pestizidrückstände.
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34 Pestizidspuren in den „Koro Erdbeerscheiben“
Das auffälligste Ergebnis lieferten die „Koro Erdbeerscheiben gefriergetrocknet“ mit 34 nachgewiesenen Pestizidrückständen. Über die Hälfte aller getesteten Produkte enthielt Mehrfachrückstände. Laut Öko-Test sind die gemessenen Mengen zwar sehr gering und werden nicht als akut giftig eingestuft. Wie sich solche Kombinationen aus vielen verschiedenen Stoffen langfristig auf die Gesundheit auswirken, ist jedoch nicht ausreichend geklärt.
Bestimmte Pestizide stuft Öko-Test als besonders bedenklich ein: Captan gilt als krebsverdächtig, Cyprodinil steht im Verdacht, das Hormonsystem zu stören, und 2,4-D wurde als vermutlich krebserregend bewertet.
„Ungenügend“ für Rewe und Seeberger
Sechs Produkte erhielten das Gesamturteil „ungenügend“, darunter die „Rewe Beste Wahl gefriergetrocknete Erdbeeren“ und die „Seeberger gefriergetrockneten Erdbeeren“. In beiden Produkten wurden je 23 Pestizidspuren nachgewiesen.
Wichtig zur Einordnung: Alle getesteten Produkte halten laut Öko-Test die gesetzlichen Grenzwerte ein. Da beim Gefriertrocknen Wasser entzogen wird, konzentrieren sich Pestizidrückstände im Endprodukt. Für die Grenzwertprüfung rechnete das Labor die gemessenen Werte daher mit einem Trocknungsfaktor von zehn auf frische Erdbeeren zurück. Für die Bewertung der Mehrfachrückstände wurde dieser Umrechnungsfaktor nicht angewendet – dort zählte die Anzahl der im fertigen Produkt nachweisbaren Stoffe.
Cadmium belastet vor allem Bio-Produkte
In fünf Produkten stellte das Labor erhöhte Cadmiumgehalte fest. Die Abwertung betraf ausschließlich Bio-Produkte; die konventionellen Produkte lagen unterhalb der festgelegten Abwertungsgrenzen. Cadmium ist ein giftiges Schwermetall, das Erdbeeren aus belasteten Böden aufnehmen können. Es reichert sich im Körper an und kann bei langfristig hoher Aufnahme Nieren und Knochen schädigen.
Bis zu 60 Gramm Zucker pro 100 Gramm – kein Ersatz für frisches Obst
Durch das Gefriertrocknen verlieren Erdbeeren Wasser, wodurch sich alle Inhaltsstoffe konzentrieren – auch der natürliche Zucker. Die getesteten Erdbeerchips enthielten laut Öko-Test im Durchschnitt etwa 50 Gramm Zucker pro 100 Gramm, in einzelnen Produkten waren es bis zu 60 Gramm. Dabei handelt es sich nicht um zugesetzten Zucker, sondern um den natürlichen Fruchtzucker der Erdbeeren, der sich durch den Wasserentzug stark konzentriert.
Bei neun Anbietern maß das Labor außerdem mehr Zucker als auf der Verpackung angegeben. Weniger als deklariert wurde in keinem Produkt festgestellt.
Öko-Test empfiehlt, Erdbeerchips – besonders bei Kindern – eher als süßen Snack einzuordnen und nicht als vollwertige Obstportion. Als Ersatz für frische Erdbeeren sind sie nicht geeignet.
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