Für Apfelgelee braucht es nur drei Zutaten, aber die Wahl der Apfelsorte entscheidet darüber, ob das Gelee fest wird oder flüssig bleibt. Die beste Zeit für die Zubereitung ist von August bis November, wenn deutsche Äpfel Saison haben.
Diese Äpfel eignen sich – und diese nicht
Feste, säuerliche Sorten mit hohem natürlichem Pektingehalt liefern die besten Ergebnisse. Besonders bewährt haben sich Boskop, Cox Orange und Gravensteiner: Sie geben dem Gelee eine kräftige Farbe und ein ausgeprägtes Aroma. Klaräpfel, die früh im Sommer reifen, funktionieren ebenfalls gut, sollten aber möglichst frisch verarbeitet werden, da sie weniger lagerfähig sind. Leicht unreife Äpfel sind übrigens kein Problem – ihr Pektingehalt ist sogar etwas höher.
Weniger geeignet sind weiche, mehlige Sorten wie Golden Delicious oder Gala. Ihr Pektingehalt ist geringer, weshalb das Gelee schlechter fest wird. Wer Fallobst verwenden möchte, kann das bedenkenlos tun – alle braunen, faulen oder beschädigten Stellen müssen jedoch großzügig herausgeschnitten werden.
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Zutaten für etwa fünf Gläser à 300 ml
- 1,5 kg Äpfel (feste, säuerliche Sorte)
- 500 g Gelierzucker 2:1
- 1 Bio-Zitrone
- 1 Liter Wasser
- Sterilisierte Schraubgläser
- Sauberes Baumwolltuch und Küchensieb
Schritt-für-Schritt-Zubereitung (ca. 45 Minuten plus Abtropfzeit)
- Äpfel waschen und entkernen, dann in mundgerechte Stücke schneiden. Schalen und Kerngehäuse müssen nicht entfernt werden.
- Apfelstücke mit 1 Liter Wasser in einen Topf geben und aufkochen. Anschließend etwa 15 Minuten köcheln lassen, bis die Stücke weich sind.
- Ein sauberes Baumwolltuch in ein Küchensieb legen. Die Apfelmasse hineingeben und über einer Schüssel abtropfen lassen – am besten über Nacht. Bei Bedarf leicht ausdrücken.
- Die Bio-Zitrone abreiben und auspressen. Den abgetropften Apfelsaft in einen Topf geben und mit dem Zitronenabrieb sowie zwei Esslöffeln Zitronensaft vermengen.
- Gelierzucker hinzufügen und die Mischung unter regelmäßigem Rühren aufkochen. Das Gelee dann vier Minuten lang sprudelnd kochen lassen.
- Eine Gelierprobe durchführen: Etwas Gelee auf einen kalten Teller geben. Stockt es nicht, das Gelee weitere Minuten kochen und erneut testen.
- Das heiße Gelee sofort in sterilisierte Schraubgläser füllen und diese verschließen. An einem dunklen, kühlen Ort hält sich das Gelee etwa ein Jahr.
Tipp: Die übrigen Apfelstücke aus dem Sieb müssen nicht in den Kompost. Mit etwas Zimt und einer Prise Rohrzucker ergibt sich daraus ein schnelles Apfelkompott.
Variationen und Geschmacksideen
Das Grundrezept lässt sich auf viele Arten abwandeln:
- Mit Kräutern: Rosmarin, Basilikum oder Thymian in den heißen Saft geben und vor dem Abfüllen wieder entfernen.
- Weihnachtlich: Zimt, Gewürznelken oder den Abrieb einer Bio-Orange hinzufügen – eignet sich auch als Mitbringsel.
- Mit Apfelwein: Einen Teil des Apfelsaftes durch Apfelwein ersetzen.
- Würzig: Vanille, Minze oder Ingwer ins Gelee rühren.
- Mit Schuss: Ein Schuss Amaretto sorgt für ein besonderes Aroma.
- Schnelle Variante: Einen Liter fertigen Apfelsaft verwenden und direkt bei Schritt 4 (Zitrone und Gelierzucker) einsteigen.
Wer weniger Zucker möchte, kann den Gelierzucker durch reines Pektin und ein Süßungsmittel nach Wahl ersetzen. Als Richtwert gilt: etwa 15 bis 20 Gramm Pektin pro Kilo Früchte. Pektin lässt sich auch selbst aus Äpfeln herstellen. Zum Süßen eignen sich zum Beispiel Trockenobst oder Sirup.
Apfelgelee verwenden: mehr als nur Frühstücksbrot
Apfelgelee passt überraschend gut zu kräftigem Bergkäse oder würzigem Blauschimmelkäse, weil die Süße die Schärfe ausbalanciert. Es lässt sich außerdem als Glasur für Fleisch oder als Zutat in Salatdressings einsetzen.
Beim Einkauf empfiehlt sich der Griff zu Äpfeln von regionalen Anbietern in Bio-Qualität – erkennbar an Siegeln wie Naturland, Bioland oder Demeter. Wer einen Apfelbaum im Garten hat, kann die Ernte nach der Saison einlagern und so auch im Winter auf regionales Obst zurückgreifen.
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