Wer die Zutatenliste im Hundefutter genauer liest, stößt mitunter auf Inhaltsstoffe, die bestimmten Hunden schaden können – von Geschmacksverstärkern bis hin zu Zucker und minderwertigen Füllstoffen. Ein gezielter Blick auf die Packung hilft, solche Stoffe zu erkennen und zu umgehen.
Was die Futtermittelverkehrsverordnung regelt – und wo Spielraum bleibt

In Deutschland schreibt die Futtermittelverkehrsverordnung vor, dass Inhaltsstoffe in absteigender Reihenfolge nach Gewicht aufgelistet werden müssen. Der mengenmäßig größte Bestandteil steht also ganz vorn. Außerdem dürfen bestimmte Inhaltsstoffe – etwa Natrium – festgelegte Höchstwerte nicht überschreiten, um eine Überdosierung zu verhindern.
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Trotz dieser Vorgaben bleibt Herstellern erheblicher Spielraum. Manche setzen minderwertige Füllstoffe ein, um Kosten zu senken. Das Bayerische Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit hat bei Hundefutter mit Zusatzmitteln festgestellt, dass solche Produkte häufig zu wenige oder zu viele Mineralstoffe und Vitamine enthalten, was eine optimale Versorgung des Tieres verhindert.
Warum manche Inhaltsstoffe problematisch sind
Füllstoffe und Zusatzstoffe liefern dem Hund keine Nährstoffe, geben dem Futter aber Volumen. Damit der Hund es trotzdem frisst, werden teils Geschmacksverstärker zugesetzt. Einige dieser Stoffe können Allergien auslösen, andere führen zu Magen-Darm-Problemen – ein besonders empfindlicher Bereich beim Hund. Laut ZDFheute sind Hühnchen und Rind die häufigsten Auslöser von Futtermittelallergien bei Hunden.
Diese Inhaltsstoffe solltest du in der Zutatenliste meiden

- Geschmacksverstärker E 620, E 631 und E 627: Die Tierheilpraxis Saarpfalz warnt vor diesen E-Nummern, da sie allergische Reaktionen oder Magen-Darm-Probleme auslösen können.
- Farbstoffe (Blue 2, Red 40, Yellow 5 und 6): Sie dienen ausschließlich dem optischen Eindruck, liefern weder Nährstoffe noch Geschmack und stehen im Verdacht, Unverträglichkeiten und Allergien zu begünstigen.
- Soja: Obwohl Soja ein proteinreiches Lebensmittel ist, kann es bei manchen Hunden Blähungen und andere Darmprobleme verursachen oder Allergien auslösen.
- Zu viel Weizen: Getreide wird häufig als günstiges Füll- und Bindemittel eingesetzt. Hunde können Weizen zwar verstoffwechseln, manche reagieren jedoch allergisch mit Magen-Darm-Problemen. Auch die Tierkrankenversicherung Figo warnt davor. Generell empfiehlt es sich, Kohlenhydrate im Hundefutter eher sparsam zu halten.
- Zucker, Melasse, Fructose oder Glucose: Auch Bezeichnungen wie „Bäckereierzeugnisse“ oder „Molkereierzeugnisse“ können auf Zucker hinweisen. Hunde brauchen diese Süßungsmittel nicht. Überschüssige Kohlenhydrate werden als Fett gespeichert, und durch den abfallenden Blutzuckerspiegel bekommt der Hund schnell wieder Hunger – wie die Tierärztin Charlotte Kolodzey erläutert.
Besser füttern: Worauf du beim Kauf achten kannst

Hundefutter ohne Farb- und Aromastoffe und mit möglichst wenigen E-Nummern ist die erste Wahl. Hochwertiges, getreidefreies Futter mit einem hohen Fleischanteil benötigt keine synthetischen Geschmacksverstärker. Je natürlicher und weniger verarbeitet das Futter ist, desto besser ist es für die Ernährung des Hundes.
Hundefutter in Bio-Qualität kann eine sinnvolle Option sein, da viele Sorten ohne künstliche Zusätze und glutenfrei sind.
- Bei Unsicherheiten zu einzelnen Inhaltsstoffen empfiehlt sich die Rücksprache mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt, die das passende Futter für den jeweiligen Hund empfehlen können.
- Wer das Futter wechseln möchte, sollte das schrittweise tun: Die Tierschutzliga empfiehlt eine Umstellungsdauer von zehn Tagen, um Verdauungsprobleme zu vermeiden.
- Eine weitere Alternative ist BARF (Biologisches Artgerechtes Rohes Futter), bei dem Hunde mit rohem Fleisch und Gemüse nach dem Vorbild des Wolfs gefüttert werden.
Wer die Zutatenliste konsequent liest und auf die genannten kritischen Stoffe achtet, kann das Futter seines Hundes gezielt auswählen – und bei anhaltenden Beschwerden wie Verdauungsproblemen oder Hautreaktionen einen tierärztlichen Rat einholen.
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