Was du abends trinkst, kann beeinflussen, wie stabil dein Blutzucker durch die Nacht kommt – und damit, wie erholt du am Morgen aufwachst. Drei Heißgetränke werden häufig empfohlen, doch ihre tatsächliche Wirkung auf den Blutzucker fällt unterschiedlich aus. Und ein viertes, populäres Getränk hält nicht, was es verspricht.
Für erholsamen Schlaf braucht der Körper Entspannung. Alkohol, Koffein und schwere Mahlzeiten am Abend stören diese Erholung laut dem Medizinportal Netdoktor. Zuckerhaltige oder kohlenhydratreiche Getränke können Blutzuckerspitzen auslösen, die die Schlafqualität beeinträchtigen.
Kamillentee: Kaum Kohlenhydrate, erste Hinweise auf Blutzuckerwirkung

Ungesüßter Kamillentee enthält so gut wie keine Kohlenhydrate und belastet den Körper abends kaum. Er gilt als entspannend und magenschonend. Eine Metastudie fand zudem Hinweise darauf, dass Kamille einen positiven Einfluss auf den Blutzucker haben könnte – die Autor:innen weisen jedoch darauf hin, dass künftige Studien die bisherigen Ergebnisse erst wissenschaftlich sichern müssen.
Für eine Tasse brauchst du:
- 1 bis 2 Teelöffel getrocknete Kamillenblüten
- heißes Wasser
Lass den Tee fünf bis zehn Minuten ziehen. Für mehr Geschmack kannst du Zitronenschale oder etwas Ingwer hinzufügen. Wer Verpackungsmüll vermeiden möchte, greift zu losen Kamillenblüten in Bioqualität statt zu Teebeuteln.
Zimttee: Von Natur aus süßlich, aber Studienergebnisse nur bedingt übertragbar

Zimt schmeckt von Natur aus süßlich und würzig, weshalb Zimttee ohne Zuckerzusatz auskommt. Studien zeigten einen positiven Effekt auf den Blutzuckergehalt – allerdings erhielten die Proband:innen dabei 500 Milligramm Zimtextrakt, eine deutlich höhere Konzentration als in einer normalen Tasse Zimttee. Die Ergebnisse lassen sich daher nicht direkt auf das Alltagsgetränk übertragen.
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Für eine Tasse Zimttee brauchst du:
- eine Ceylon-Zimtstange
- heißes Wasser
Zehn Minuten ziehen lassen. Ceylon-Zimt ist dabei die bessere Wahl: Er enthält weniger Cumarin als Cassia-Zimt. Laut dem Bayerischen Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit kann Cumarin in höherer Dosierung zu Leberschäden führen. Der Tee lässt sich außerdem mit Ingwer oder Kardamom kombinieren. Beim Kauf empfiehlt sich Bioqualität mit einem Fairtrade-Siegel.
Goldene Milch: Kurkuma mit Potenzial, Milch mit Einschränkungen

Goldene Milch ist ein aromatisches Heißgetränk aus der ayurvedischen Ernährung. Die gelb-goldene Farbe stammt vom Kurkumapulver. Was den Blutzucker betrifft, ist die Basis des Getränks allerdings nicht ideal:
- Kuhmilch enthält natürlichen Milchzucker.
- Ungesüßte Pflanzendrinks können in geringen Mengen Kohlenhydrate enthalten.
Der enthaltene Kurkuma könnte dennoch positiv wirken: Studien stellen einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Kurkuma und gesunden Blutzuckerwerten her. Dabei kam jedoch Kurkumaextrakt in höherer Dosierung zum Einsatz. Ob Goldene Milch mit den üblichen kleinen Kurkumamengen stabilisierend auf den Blutzucker wirkt, ist bisher nicht gezielt untersucht worden.
Für eine Tasse brauchst du:
- 200 Milliliter ungesüßte Milch oder Pflanzenmilch
- einen halben bis ganzen Teelöffel Kurkumapulver
- eine kleine Prise schwarzen Pfeffer
- optional Ingwer, Zimt oder Kardamom
Alles langsam erwärmen und lauwarm trinken. Der Wirkstoff Piperin im schwarzen Pfeffer soll laut Verbraucherzentrale die Aufnahme von Kurkuma verbessern. Das Bundesinstitut für Risikobewertung untersucht allerdings Nahrungsergänzungsmittel mit Kurkuma und Piperin auf mögliche Gesundheitsrisiken, da sie im Verdacht stehen, negative Auswirkungen auf den Verdauungstrakt haben zu können. Mit einer Tasse Goldener Milch und einer Prise Pfeffer kommst du jedoch nicht in die Gefahr, zu viel der beiden Wirkstoffe aufzunehmen.
Protein-Shake am Abend: Keine verlässliche Wahl für stabilen Blutzucker

Protein-Shakes werden oft als kohlenhydratarme Option gehandelt – doch wenig Kohlenhydrate bedeutet nicht automatisch, dass sie den Blutzucker stabil halten. Die Harvard Medical School stellt den Sinn von Protein-Shakes als Eiweißquelle grundsätzlich in Frage und warnt vor versteckten Risiken wie Zuckerzusätzen oder schädlichen Chemikalien. Zugesetzter Zucker treibt den Blutzucker eher in die Höhe. Stattdessen nennt die Harvard Medical School Nüsse oder naturbelassenen Joghurt als empfehlenswertere Alternativen.
Eine Studie untersuchte zudem, wie sich Molke-Proteine am Abend auf den Blutzucker am nächsten Morgen auswirken – und zeigte eine ungünstigere Reaktion nach dem Frühstück. Für Menschen mit viel Sport oder körperlicher Arbeit kann ein Protein-Shake beim Auffüllen der Eiweißreserven helfen, wie sich das Getränk dabei auf den Blutzucker auswirkt, ist jedoch weitgehend unerforscht.
Warnsignale, bei denen ein Arztbesuch sinnvoll ist

Ein Abenddrink, der den Blutzucker stabil hält, ersetzt keine medizinische Behandlung. Wer den Verdacht hat, dass sein Blutzucker dauerhaft zu hoch sein könnte, sollte ärztlichen Rat einholen. Ein Bluttest schafft Klarheit.
Netdoktor nennt als typische Anzeichen einer beginnenden Diabetes:
- vermehrter Harndrang
- starker Durst
- Konzentrationsstörungen, Müdigkeit und Schwäche
- Sehstörungen
- Juckreiz und trockene Haut
- geschwächtes Immunsystem
Auch häufige Heißhungerattacken oder ausgeprägte Energietiefs können ein Anlass sein, die eigene Gesundheit überprüfen zu lassen.
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