Im Oktober wird das Nahrungsangebot für Bienen, Hummeln und Schmetterlinge in Mitteleuropa knapp. Gleichzeitig reifen viele Wildfrüchte, die für Vögel, Igel und Menschen gleichermaßen wertvoll sind. Diese zehn Wildpflanzen erfüllen beide Zwecke: Sie versorgen Tiere mit Nahrung und Lebensraum und liefern uns essbare, heilkräftige oder dekorative Erträge.
Früchte für Tiere und Menschen zugleich
Hagebutte (Rosa canina und andere Wildrosen) zählt zu den verlässlichsten Herbstpflanzen. Amseln und Drosseln fressen die roten Früchte, während sie für uns Vitamin C liefern – als Tee, Mus oder Hagebuttenmark. Wildrosen sind pflegeleicht, winterhart und gelten als wertvolles Vogelschutzgehölz. Tipp: Erst nach den ersten Frösten ernten, dann schmecken die Früchte milder.
Schlehe (Prunus spinosa) trägt blaue Früchte, die im Winter eine wichtige Nahrungsquelle für Vögel sind. Nach Frost verlieren sie ihre Herbheit und eignen sich gut für Likör, Marmelade oder Gelee. Der dornige Strauch bietet Vögeln zudem Schutz. Als Bonus lockt die üppige Frühjahrsblüte Insekten an – die Schlehe ist damit ein Ganzjahresgewinner.
Holunder (Sambucus nigra) versorgt Stare, Drosseln und Insekten mit reifen Beeren. Für uns sind die Beeren gekocht als Saft oder Sirup ein traditionelles Hausmittel mit Antioxidantien. Der robuste Strauch wächst auch im Halbschatten. Die Blüten im Frühjahr lassen sich als Holunderblütensirup oder im Pfannkuchenteig verwenden.
Blühende Insektenmagnete bis in den Oktober
Wilder Majoran / Dost (Origanum vulgare) zieht Bienen, Hummeln und Schmetterlinge an und blüht umso länger, je sonniger der Standort ist. In der Küche funktioniert er frisch oder getrocknet als Würzkraut für mediterrane Gerichte. Bevorzugter Standort: sonnig und trocken, ideal für Kräuterbeete.
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Schafgarbe (Achillea millefolium) ist eine Nektarquelle für späte Insekten wie Falter und Wildbienen. Als traditionelle Heilpflanze wird sie etwa bei Magen- und Verdauungsbeschwerden eingesetzt. Sie ist anspruchslos, gedeiht auf mageren Böden und blüht lange – getrocknet eignet sie sich außerdem als Zutat in Wildblumensträußen.
Fetthenne (Sedum) ist ein echter Spätblüher und lockt Bienen, Schwebfliegen und andere Insekten bis weit in den Herbst. Einige Arten haben essbare junge Blätter. Die Pflanze ist extrem pflegeleicht, trockenheitsverträglich und eignet sich auch für Balkonkästen und Trockenbeete. In Kombination mit Herbst-Astern oder Goldrute verlängert sie das Nahrungsangebot für Insekten zusätzlich.

Herbst-Astern (Aster / Symphyotrichum) blühen bis Oktober und liefern Nektar und Pollen für Insekten. Die Blüten sind essbar und lassen sich in Salaten oder als Dekoration verwenden. Im Staudenbeet harmonieren sie gut mit Rudbeckia oder Fetthenne.
Goldrute (Solidago virgaurea) lockt Wildbienen, Hummeln und Schwebfliegen an und wird traditionell als Heilpflanze für Nieren- und Blasentee genutzt. Heimische Arten sind besonders insektenfreundlich und bevorzugen einen sonnigen Standort im naturnahen Staudenbeet.
Küchen- und Heilkräuter – Salbei, Katzenminze, Thymian – blühen oft bis zum ersten Frost und sind Nektarquelle für Bienen und Schwebfliegen. Als Gewürze und Heilpflanzen sind sie vielseitig einsetzbar. Sie gedeihen im Kräuterbeet, Steingarten, auf dem Balkon oder der Terrasse. Verschiedene Arten zu kombinieren fördert sowohl die Insektenvielfalt als auch den eigenen Ernteertrag.
Heidekraut (Calluna vulgaris) lockt Wildbienen und Honigbienen im Spätsommer an. Es ist dekorativ in Gestecken und wird traditionell bei leichten Harnwegsbeschwerden genutzt. Im Garten braucht es mageren, sauren Boden – ein Heidegarten oder ein Kübel sind geeignete Standorte.
Im September und Oktober noch pflanzen
Viele dieser Pflanzen lassen sich noch im September und Oktober setzen. Während die oberirdischen Teile zur Ruhe kommen, wachsen die Wurzeln weiter und sichern einen kräftigen Start im Frühling.
- Stauden als Insektenmagnete: Fetthenne, Herbst-Astern, Wilder Majoran
- Sträucher mit Früchten: Hagebutte, Schlehe, Holunder – liefern Vögeln Nahrung und uns Früchte
- Bäume für die Zukunft: Walnuss oder Eberesche als langlebige Optionen
- Blumenzwiebeln: Krokusse, Narzissen oder Wildtulpen sichern den ersten Insekten im Frühling das Überleben
Wer Heidekraut kauft, sollte auf die Sorte achten: Nicht alle im Handel erhältlichen Sorten sind gleichermaßen insektenfreundlich.
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