Der Gefleckte Aronstab (Arum maculatum) ist in allen Teilen giftig – für Menschen ebenso wie für Tiere. Wer die Pflanze im Garten entdeckt oder beim Bärlauchsammeln auf sie trifft, sollte wissen, wie sie aussieht, wie sie wirkt und was im Notfall zu tun ist.
Verbreitung und Aussehen des Aronstabs

Aronstabgewächse kommen von Europa bis nach Westchina vor und gedeihen in lichten Wäldern bei gemäßigtem bis warmem Klima. In Deutschland heimisch ist ausschließlich der Gefleckte Aronstab, der in lichten Laub- und Laubmischwäldern wächst.
Typisch für die Pflanze sind pfeil- oder herzförmige Blätter. Vom Frühling bis zum Frühsommer schiebt sich ein großes Hüllblatt wie ein Mantel um den meist braun-violetten Blütenkolben. Dieser Kolben verströmt einen intensiven Geruch – deshalb trägt die Pflanze auch die Volksnamen Stinkblume oder Aasblume. Mit diesem Duft lockt der Aronstab Fliegen und Mücken an, die vorübergehend in einer Kesselfalle innerhalb der Blüte gefangen werden. Nach der Bestäubung werden sie wieder freigelassen.
Im Herbst entwickelt sich der bestäubte Blütenstand zu einem Fruchtstand mit zahlreichen Beeren. Diese sind zunächst grün, färben sich später aber leuchtend rot oder orange.
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Vergiftung durch den Aronstab: Symptome und erste Maßnahmen

Alle Teile des Aronstabs sind giftig. Verantwortlich dafür sind die enthaltenen Wirkstoffe Aroin, Nicotin und Oxalate. Wegen seiner Gefährlichkeit wurde der Aronstab zur Giftpflanze des Jahres 2019 gekürt. Das solltest du bei Kontakt beachten:
- Bei Hautkontakt kann die Pflanze Hautreizungen verursachen. Die betroffene Stelle sofort gründlich unter fließendem Wasser abspülen.
- Beim Verzehr von Beeren oder Blättern setzt meist sofort ein brennender Schmerz im Mund ein. Größere Mengen können Erbrechen, Durchfall und in schweren Fällen Herzrhythmusstörungen verursachen. Die Informationszentrale gegen Vergiftung empfiehlt grundsätzlich eine medizinische Untersuchung – auch dann, wenn zunächst keine Symptome auftreten. Außerdem sollte nach dem Verzehr ausreichend Wasser oder Tee getrunken werden, um das Gift im Magen zu verdünnen.
- Bei Vergiftungsverdacht sofort ärztliche Hilfe in Anspruch nehmen, besonders bei Kindern. Dem Schweizer Giftnotruf zufolge sind bei Kindern bisher nur leichte Vergiftungen bekannt; schwere Verläufe treten vor allem bei Weidetieren auf.
Verwechslungsgefahr mit Bärlauch – so erkennst du den Unterschied

Als Jungpflanze kurz nach dem Austrieb ähnelt der Aronstab dem Bärlauch stark. Beide bevorzugen halbschattige Standorte unter Bäumen, sodass sich Aronstäbe häufig mitten in einem Bärlauchbestand befinden.
Im zeitigen Frühjahr sehen sich die Blätter beider Pflanzen sehr ähnlich. Ab Mitte April entwickelt der Aronstab jedoch seine charakteristische Pfeilform, die ihn von den lanzettförmigen Bärlauchblättern unterscheidet. Achte beim Sammeln auf folgende Merkmale:
- Die Blätter des Aronstabs sind pfeilförmig, Bärlauch hat lanzettförmige Blätter.
- Die Blattnerven des Bärlauchs verlaufen parallel, beim Aronstab sind sie verzweigt.
- Bärlauch riecht deutlich nach Knoblauch. Zerdrücke ein Blatt vorsichtig mit Gartenhandschuhen und rieche daran – fehlt der Knoblauchgeruch, handelt es sich nicht um Bärlauch.
- Pflücke immer nur ein Blatt pro Pflanze und schaue es dir genau an, bevor du es zur Ernte gibst.
- Zeigen sich während oder nach dem Pflücken rote Stellen oder Pusteln auf der Haut, die Ernte sofort entsorgen und nichts davon essen.
Aronstab im Garten: Entfernen oder gezielt pflanzen

Der Aronstab kann ohne menschliches Zutun im Garten auftauchen, weil Vögel seine Beeren fressen und die Samen über ihre Hinterlassenschaften verbreiten. Wo Kinder oder Haustiere den Garten nutzen, sollte die Pflanze entfernt werden – dabei unbedingt Handschuhe tragen.
Wer den Aronstab wegen seiner ungewöhnlichen Optik bewusst pflanzen möchte – er eignet sich gut als Unterbaumbepflanzung und bietet Vögeln, Schmetterlingen und Wildbienen Nahrung –, sollte folgendes beachten:
- Während der gesamten Gartenarbeit robuste Gartenhandschuhe tragen.
- Die ideale Pflanzzeit ist der Herbst.
- Standort: halbschattig bis schattig, lockerer, nährstoffreicher Humusboden.
- Pflanztiefe: zehn bis 15 Zentimeter, Abstand: zehn bis 20 Zentimeter.
- Eine Wurzelsperre einbauen, da sich der Aronstab im Garten rasch ausbreiten kann.
- Bei längeren Trockenperioden im Frühjahr mäßig wässern.
- Im Herbst kann mit einer Schicht Kompost gedüngt werden.
Wer den Aronstab im Garten duldet, sollte sicherstellen, dass Kinder und Haustiere keinen Zugang zu Pflanze und Beeren haben.
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